HomeSportFußballWM

Argentiniens Übermacht und die Schmach von Cordoba


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextSeoul: Nordkorea feuert Rakete abSymbolbild für einen TextZwei Kleinflugzeuge bei Gera abgestürztSymbolbild für einen TextTV-Star: Siebtes Kind mit Yoga-LehrerinSymbolbild für einen TextSchock-Moment: Ronaldo blutet starkSymbolbild für einen TextSchiffskollision auf der MoselSymbolbild für einen Text"Fiona" reißt Häuser in Kanada wegSymbolbild für einen TextDFB-Stars fliegen nicht mit nach EnglandSymbolbild für einen TextWiesn-Gast randaliert wegen BratwurstSymbolbild für einen TextSki-Olympiasieger hat HodenkrebsSymbolbild für einen TextBäckereikette senkt BrotpreiseSymbolbild für einen TextKirmes: Mädchen fliegt aus FahrgeschäftSymbolbild für einen Watson TeaserZDF: Experte sorgt für AufsehenSymbolbild für einen TextWie Nordic Walking die Knochen stärkt

Argentiniens Übermacht und die Schmach von Cordoba

Von sid
09.06.2018Lesedauer: 3 Min.
Österreichs Hans Krankl (rechts) dreht nach seinem Tor jubelnd ab, Berti Vogts (Nummer 2) ist entsprechend enttäuscht.
Österreichs Hans Krankl (rechts) dreht nach seinem Tor jubelnd ab, Berti Vogts (Nummer 2) ist entsprechend enttäuscht. (Quelle: imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Auch 1978 entschied der Heimvorteil. Argentinien holte sich den Titel, Deutschland musste die Schmach von Cordoba gegen Österreich verkraften.

Mit 25 Jahren, während seiner aktiven Zeit als Fußballer, hat er im Rufe eines Playboys gestanden, der es liebte, nachts im offenen Sportwagen durch Buenos Aires zu brausen. Seit dem 25. Juni 1978 aber gilt Cesar Luis Menotti in Argentinien als ein Volksheld.

"El Flaco" (der Dürre), wie der Volksmund den Nationaltrainer und Kettenraucher damals rief, trieb die Gauchos bei der WM im eigenen Land unter seiner Lebensmaxime "Adelante!" (Vorwärts) zum ersten Titelgewinn.

Der Magier begeistert das Land

Durch einen 3:1-Endspielsieg nach Verlängerung über die Niederlande in Buenos Aires wurde erneut der Gastgeber Weltmeister. "Nichts kann dieses Glück ersetzen, das ich mit meinen Spielern und unserem Volk jetzt teilen darf", kommentierte der Coach den Triumph.

Wie ein Magier hatte er Massen, Medien und Mannschaft auf seine Offensivstrategie eingeschworen. "Wir haben bewiesen, dass mit Talent und Mut zum Angriff immer noch der WM-Titel erstürmt werden kann. Wir waren das Team mit dem stärksten Willen, den WM-Titel zu gewinnen", urteilte Menotti weiter.

Loading...
Symbolbild für eingebettete Inhalte

Embed

Anzeigen
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Symbolbild für ein Video
Baerbock kontert Lawrow in knapp 20 Sekunden aus

In zweieinhalbjähriger Arbeit hatte der Mann aus Rosario eine Mannschaft geformt, die bei WM-Beginn kaum klangvolle Namen aufwies. Nach dem Championat indes kannte sie die ganze Welt: Ubaldo Fillol, den vielleicht besten Torhüter des Turniers, Mario Kempes, mit sechs Treffern der Torschützenkönig, Kapitän Daniel Passarella, den Libero mit der königlichen Ausstrahlung und späteren Nationaltrainer, den schmächtigen Mittelfeld-Strategen Osvaldo Ardiles oder die wuchtige Sturmspitze Leopoldo Luque.

Nach Argentiniens WM-Triumph flippte das ganze Land aus, die herrschende argentinische Militär-Junta nutzte den Triumph allerdings ebenfalls für ihre Zwecke.

Weltfußball erlebt Stagnation

Gleichzeitig wurde ein Gesetz gewahrt, das nur 1958 bei Brasiliens Erfolg in Schweden keine Gültigkeit hatte: In Europa gewinnen die Europäer, in Amerika die Südamerikaner. Aber auch der argentinische WM-Sieg konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Weltfußball beim Turnier am Rio de la Plata insgesamt eine Stagnation erlebte.

Besonders schmerzlich vermisst wurden Spielerpersönlichkeiten oder neue Stars. Aus der Masse der insgesamt 276 eingesetzten Akteure aus 16 Nationen hob sich niemand restlos überzeugend hervor. Am stärksten trat noch Argentiniens Torjäger Kempes ins Rampenlicht.

Revolution im Defensivverbund

Seine beiden Tore im Finale vollendeten auch den Südamerika-Sieg im ewig jungen Duell mit Europa. Rein rechnerisch setzten sich damals Argentinien, Brasilien und Peru mit 19:7 Punkten in den direkten Begegnungen gegen die Vertreter des alten Kontinents durch.

Die Südamerikaner gewannen Gold durch Argentinien und Bronze durch Brasilien sowie die Erkenntnis, dass die von ihnen durchweg praktizierte Raumdeckung als System wohl doch besser sei als der sture Kampf Mann gegen Mann.

"Das war die größte Enttäuschung meine Laufbahn"

Besonders die deutsche Mannschaft und mit ihr die Bundesliga bekamen einen Schuss vor den Bug. Denn das Team von Bundestrainer Helmut Schön scheiterte in der zweiten Finalrunde ausgerechnet am Erzrivalen Österreich mit 2:3 – die Schmach von Cordoba ging in die Fußball-Geschichte ein.

"Das war für mich die größte Enttäuschung meine Laufbahn. 47 Jahre lang hatten wir gegen Österreich nicht mehr verloren, und dann kriegen wir von denen das Fell über die Ohren gezogen", sagte der damalige Torwart Sepp Maier und erinnerte sich ungern an die schwarze Stunde, für die Österreich seine beteiligten Spieler noch heute als "Helden von Cordoba" feiert.

Der Schalker Vorstopper Rolf Rüssmann war damals der Sündenbock der Deutschen. Denn sein Gegenspieler Hans Krankl schoß dreimal aufs deutsche Tor – und traf zweimal. Es war das 20. und gleichzeitig letzte Länderspiel des blonden Hünen. Für Weltmeister Berti Vogts (96 Länderspiele), dem ein Eigentor unterlief, war es ebenfalls die Abschiedsvorstellung.

Und auch Bundestrainer Helmut Schön, der erfolgreichste Nationaltrainer der Welt, ging nach Triumphen wie der Weltmeisterschaft 1974, der Europameisterschaft 1972, dem zweiten WM-Platz 1966 und dem dritten Rang bei der WM 1970 in Pension. "Kaiser" Franz Beckenbauer würdigte seinen Entdecker und Förderer: "Diesen Abschied hat er nicht verdient, er hat unendlich viel für den deutschen Fußball geleistet."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur sid
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Berti VogtsBrasilienDeutschlandEuropaNiederlandeÖsterreich
Fußball - Deutschland


t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website