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WM 2018 Spielbericht: Belgien gegen England – das war ein historischer Sieg


Sieg im kleinen Finale  

Historisch: Belgien schlägt England und holt WM-Bronze

Von Philip Seiler

14.07.2018, 19:02 Uhr
WM 2018 Spielbericht: Belgien gegen England – das war ein historischer Sieg. Belgische Freude: Die "Roten Teufel" schlagen England im kleinen Finale und werden damit erstmals WM-Dritter. (Quelle: imago images)

Belgische Freude: Die "Roten Teufel" schlagen England im kleinen Finale und werden damit erstmals WM-Dritter. (Quelle: imago images)

Belgien setzt sich im Spiel um Platz drei gegen England durch und feiert damit den größten Erfolg der Verbandsgeschichte. Die "Three Lions" enttäuschen zum Abschluss – einer darf trotzdem noch auf einen Titel hoffen.

Sie waren beide so nah dran am großen Finale: Erst in der Verlängerung scheiterten die Engländer im WM-Halbfinale an Kroatien (1:2). Für die ambitionierten Belgier war gegen Frankreich nach einer knappen 0:1-Niederlage Schluss. So blieb beiden Nationen nur das ungeliebte Spiel um Platz drei in St. Petersburg.

Eine Mannschaft nahm die Sache aber noch mal richtig ernst. Trotz der bislang kräftezehrenden sechs Partien gönnte Belgiens Trainer Roberto Martinez nur Marouane Fellaini eine Pause, bot ansonsten seine beste Elf auf. Die Engländer verzichteten hingegen im Vergleich zum Halbfinale auf fünf Stammspieler, darunter die Mittelfeld-Stars Jordan Henderson, Jesse Lingard und Dele Alli. Auch auf dem Spielfeld zeigten die Belgier den größeren Willen, waren von Beginn an bissiger und heißer auf den dritten Platz. Es sollte belohnt werden.

2 : 0
Flagge Heim-Mannschaft
Belgien
Flagge Auswärts-Mannschaft
England

1:0 – Thomas Meunier (4')

1:0 – Eden Hazard (82')

Besondere Vorkommnisse:
Keine.

 

Belgien-Trainer: "Sind zu einer Mannschaft geworden"

Wie beim 1:0 in der WM-Vorrunde setzten sich die „Roten Teufel“ gegen die „Three Lions“ durch und krönten durch einen 2:0-Sieg ein starkes Turnier mit WM-Bronze. Zum allerersten Mal landeten die Belgier bei einer WM-Endrunde damit unter den besten drei Teams. Der bislang größte Erfolg der Verbandsgeschichte war ein vierter Platz bei der WM 1986 in Mexiko.

"Das ist eine wunderbare Leistung, das haben meine Spieler verdient", sagte Trainer Roberto Martínez. "Wir sind zu einer Mannschaft geworden, die alles erreichen kann."

Jubel bei Thomas Meunier (r.): Belgiens Abwehrspieler erzielte das Tor zur 1:0-Führung. (Quelle: imago images/Panoramic)Jubel bei Thomas Meunier (r.): Belgiens Abwehrspieler erzielte das Tor zur 1:0-Führung. (Quelle: Panoramic/imago images)

Kane darf auf Goldenen Schuh hoffen

Die Engländer verpassten es hingegen, den Fußball als Mutterland der Sportart zumindest ein bisschen nach Hause zu holen. Auch für sie wäre ein dritter Platz historisch und der zweitgrößte Erfolg nach dem einzigen WM-Titel vor 52 Jahren gewesen.

"Wir wollten dieses Spiel natürlich gewinnen, aber es hat nicht gereicht", sagte Englands Stürmerstar Harry Kane. "Das zeigt, dass wir noch dazulernen können, aber wir können mit erhobenem Kopf nach Hause gehen."

Kane darf dennoch noch auf einen Titel hoffen: Vor dem abschließenden WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien (Sonntag, ab 17 Uhr im Liveticker bei t-online.de) hat der Angreifer mit sechs Toren die meisten WM-Treffer auf dem Konto und damit die besten Chancen auf den Goldenen Schuh. Sein ärgster Verfolger Romelu Lukaku (vier Tore) konnte nicht nachlegen und wurde in der 60. Minute ausgewechselt. Frankreichs Antoine Griezmann und Kylian Mbappé (je drei Tore) bräuchten einen Dreierpack, um noch mit Kane gleichzuziehen.

So lief das Spiel

Belgien startete furios. Lukaku spielte Nacer Chadli auf der linken Seite frei, der Offensivmann flankte in die Mitte und aus fünf Metern drückte Thomas Meunier, der nach seiner Sperre aus dem Halbfinale wieder in die Startelf gerückt war, den Ball mit dem Schienbein über die Torlinie. Der 26-jährige Meunier war bereits Belgiens zehnter Turnier-Torschütze in Russland.

Die frühe Führung gab den Roten Teufeln Sicherheit, sie spielten weiter mutig nach vorne. Der frühere Wolfsburger Kevin De Bruyne hatte die nächste Chance, scheiterte mit einem abgefälschten Schuss jedoch an Jordan Pickford im englischen Tor (12.).

De Bruyne und Hazard wirbeln bei Belgien

Von den "Three Lions" war offensiv wenig zu sehen, dem Team von Coach Gareth Southgate fehlte das Tempo. Ein Kopfball von Ruben Loftus-Cheek, der genau in den Armen von Belgiens Keeper Thibaut Courtois landete (15.), und ein verunglückter Schuss von Kane (23.) – mehr kam von den Engländern zunächst nicht. Die Halbfinal-Niederlage gegen Kroatien steckte den Spielern offenbar in den Knochen.

Belgien präsentierte sich dagegen spielfreudig. Vor allem Kevin De Bruyne vom englischen Meister Manchester City und Eden Hazard vom FC Chelsea hatten sichtlich Lust, ihr Können nochmal auf der größten Weltbühne des Fußballs zu zeigen. Immer wieder leiteten die Offensiv-Asse Angriffe ein und wirbelten durch die englischen Defensivreihen. Gleich 19 der 22 Spieler in den Anfangsformationen der beiden Teams verdienen ihr Geld in der Premier League.

England nach der Pause etwas stärker

Zu Beginn des zweiten Durchgangs probierten die Engländer etwas mehr. Eine scharfe Hereingabe des eingewechselten Jesse Lingard verfehlte Kane nur ganz knapp (54.). Auf der Gegenseite hatte Lukaku das 2:0 auf dem Fuß (56.), ließ den Ball aber freistehend verspringen – bereits zum zweiten Mal in der Partie in aussichtsreicher Position. Es war nicht der Tag des belgischen Topstürmers. 

Die Partie verflachte immer mehr und wurde phasenweise zum befürchteten lauen Sommerkick. Eric Dier sorgte nochmal für ein Raunen im Stadion: Er hatte Courtois bereits mit einem Lupfer überwunden, doch Toby Alderweireld verhinderte den Ausgleich mit beherztem Einsatz kurz vor der Linie.

Dann kamen die Belgier nochmal. Gegen einen strammen Meunier-Schuss war Pickford noch mit einer tollen Parade zur Stelle (80.), kurz darauf hatte der Keeper im Duell mit Hazard dann keine Chance. Nach Pass von De Bruyne sorgte Belgiens Kapitän für die Entscheidung.

Verwendete Quellen:
  • Mit Material der Nachrichtenagentur sid

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