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Mikroplastik-Problem - Debatte um Kunstrasenplätze: "Unglaubliche Panikmache"

Mikroplastik-Problem  

Debatte um Kunstrasenplätze: "Unglaubliche Panikmache"

23.07.2019, 16:41 Uhr | dpa

Mikroplastik-Problem - Debatte um Kunstrasenplätze: "Unglaubliche Panikmache". Nach DFB-Angaben gibt es in Deutschland rund 6000 Kunstrasenplätze.

Nach DFB-Angaben gibt es in Deutschland rund 6000 Kunstrasenplätze. Foto: Fredrik von Erichsen. (Quelle: dpa)

Düsseldorf (dpa) - Ex-Fußball-Nationalspieler Michael Rummenigge hat die Diskussion über das drohende Verbot von Kunstrasenplätzen mit Granulat als "typische Politikergeschichte" kritisiert. "Es ist eine unglaubliche Panikmache entstanden", sagte der Geschäftsführer eines Unternehmens für Kunstrasen-Minispielfeldbau der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit prüft die Europäische Chemikalienagentur (Echa), wie Mikroplastik, zu dem sie auch das Granulat zählt, in der Umwelt verringert werden kann. Am Ende der Konsultationen könnte ein Verbot des Plastik-Einstreumaterials auf Sportplätzen stehen. Die EU-Kommission stellte am Dienstag jedoch klar, dass nicht an einem grundsätzlichen Verbot von Kunstrasenplätzen gearbeitet werde.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) forderte einen Bestandsschutz für derzeit genutzte Spielflächen. In Hamburg hätte ein Verbot von Granulat nur geringe Auswirkungen. Dort werden auf öffentlichen Plätzen seit 2010 standardmäßig keine Kunststoffgranulate mehr verwendet.

Rummenigge zeigte sich verärgert über die Debatte. "Bevor Politiker solche Dinge raushauen, sollten sie sich mal mit den Vereinen unterhalten. Das tut aber offenbar keiner", sagte er am Dienstag.

Nach Einschätzung von Rummenigge sei bei vielen Vereinen die Sorge entstanden, die Kunstrasenplätze zum Schaden des Spiel- und Trainingsbetriebs abreißen zu müssen. Dabei könne das Granulat problemlos abgesaugt und beispielsweise durch Kork ersetzt werden. "Da spürt man keinen Unterschied." Bei den dabei entstehenden Umrüstungskosten solle man jedoch "die Vereine nicht allein lassen". "Da müssen Fördertöpfe gebildet werden von der Politik, von den einzelnen Verbänden, vom DFB", sagte Rummenigge.

Er verwies zudem auf andere Alternativen: "Es gibt zum Beispiel sandverfüllte Systeme oder komplett unverfüllte Kunstrasen-Spieflächen." Den von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gemachten Vorschlag, den betroffenen Vereinen eine Übergangsfrist von sechs Jahren einzuräumen, begrüßte Rummenigge: "Dann können sich alle Vereine in Ruhe Gedanken über diese Thema machen und gemeinsam Lösungen finden."

Nach den Debatten in den letzten Tagen stellte Brüssel klar, dass die EU-Kommission kein grundsätzliches Verbot von Kunstrasenplätzen plane. Es seien ein Verbot des Granulats aber auch andere Vorgaben möglich, um die umweltschädlichen Auswirkungen von Mikroplastik zu minimieren, hieß es in einer Mitteilung. Diese Beschränkung könne auch Übergangsbestimmungen beinhalten, um sicherzustellen, dass betroffene Akteure genug Zeit haben, sich an neue Vorgaben anzupassen.

Der DFB beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit geraumer Zeit intensiv mit dem Thema und den denkbaren Auswirkungen auf Amateurvereine. "Der DFB und seine Landesverbände fordern einen Bestandsschutz der in Betrieb befindlichen Kunstrasenplätze. Möglichst lange Übergangszeiten sind im Sinne hunderttausender Amateurfußballer und -fußballerinnen unerlässlich, um den Sportbetrieb nicht zu gefährden", sagte der für Sportstätten und Umweltfragen zuständige DFB-Vizepräsident Erwin Bugar. Gleichzeitig müsse natürlich auch an umweltverträglichen Lösungen für die Zukunft gearbeitet werden.

In Hamburg werden die Plätze schon länger mit Quarzsand aufgefüllt. Von den 88 öffentlichen Kunststoffrasenplätzen in der Stadt besitzen nur fünf bis zehn Prozent einen Füllstoff aus Kunststoffgranulat, wie ein Sprecher der Innenbehörde mitteilte. Diese seien zwischen 2006 und 2010 entstanden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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