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Werders Coach: Kohfeldt macht sich Sorgen - "Werde nicht weglaufen"

Werders Coach  

Kohfeldt macht sich Sorgen - "Werde nicht weglaufen"

02.02.2020, 13:31 Uhr | dpa

Werders Coach: Kohfeldt macht sich Sorgen - "Werde nicht weglaufen". Werders Trainer Florian Kohfeldt versucht trotz sportlicher Misserfolge souverän zu bleiben.

Werders Trainer Florian Kohfeldt versucht trotz sportlicher Misserfolge souverän zu bleiben. Foto: Matthias Balk/dpa. (Quelle: dpa)

Augsburg (dpa) - Bremens neuer Hoffnungsträger Davie Selke konnte Trainer Florian Kohfeldt dieses Schlüsselspiel auch nicht retten. Der frühere U21-Europameister erlebte stattdessen nur einen Tag nach seiner Verpflichtung die prekäre Werder-Situation hautnah.

"Wir müssen das abhaken und in jedem Spiel alles raushauen, um die Klasse zu halten. Wir wissen, wie ernst die Lage ist, aber wir bleiben positiv", sagte der 25-Jährige nach seinem erfolglosen Kaltstart beim 1:2 (1:0) beim FC Augsburg. "Wir müssen uns jetzt über kleine Erfolgserlebnisse zurückkämpfen", erklärte Selke.

Anfällig in der Defensive, harmlos im Angriff - so wird den Hanseaten im Pokal-Achtelfinale am Dienstag gegen die Dortmunder Tormaschinerie um den neuen Liga-Liebling Erling Haaland ziemlich sicher kein Erfolgserlebnis glücken. "Die sind in einem absoluten Flow, wir jetzt nicht so. Wir müssen versuchen, sie aus unserer Außenseiterrolle mit Nadelstichen zu nerven", sagte Kohfeldt.

Zu verlieren hat der sechsmalige Cupsieger nichts, eine Klatsche würde die alarmierende Lage vor dem nächsten Anti-Abstiegsduell in der Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Union Berlin aber verschärfen. "Bei solchen Pokalspielen kann man sich auch Selbstvertrauen holen", redete Selke Werder Mut zu.

Kohfeldt strahlte bei der sachlichen Analyse der sportlichen Tristesse demonstrativ Ruhe aus, lässig steckten seine Hände in den Hosentaschen. Aufgeben kommt für den 37-Jährigen nicht in Frage.
"Wenn ich das Gefühl hätte, dass die Mannschaft nicht mehr das Gefühl hat, dass es die besten Lösungen sind, würde ich das Gespräch suchen und fragen, ob das so ist. Dieses Gefühl ist bislang nicht zu einer Sekunde bei mir aufgekommen", erklärte der Coach. "Zurücktreten ist Weglaufen. Ich werde nicht weglaufen, unter keinen Umständen."

Dass sich Kritik von Fans und Umfeld auch gegen ihn richtet, kann der Coach "natürlich" verstehen. "Ich bin Werder-Trainer und Werder-Fan", sagte Kohfeldt. Als Trainer versuche er souverän zu bleiben, Mannschaft, Coach und Geschäftsführung stünden eng zusammen. "Als Werder-Fan mache ich mir Sorgen", gestand der 37-Jährige, der sich im Winter über die Zugänge von Stürmer Selke (Hertha) und Verteidiger Kevin Vogt (Hoffenheim) freuen durfte. Durch der Rückkehr verletzter Spieler in den kommenden Wochen soll in der Spielweise wieder mehr agiert statt reagiert werden - und dann sollen auch die Punkte her. Neun Zähler beträgt nun schon der Rückstand auf den FCA.

"Wir haben keine Zweifel an Florian", bekräftigte Sportchef Frank Baumann. Die Bremer sind für besonnenes Handeln bekannt, selbst wenn die Situation laut Baumann "dramatisch" ist. Seine Rückendeckung bleibt aber für den seit 2017 in der Verantwortung stehenden Coach, auch Neuzugang Selke ist von Kohfeldt überzeugt: "Florian ist ein überragender Trainer. Er hat uns damals schon immer top vorbereitet. Jetzt habe ich die erste Analyse als Cheftrainer gesehen und ich war schon sehr beeindruckt, wie er uns auf den Gegner eingestellt hat."

Der Rückkehrer, der bereits von 2013 bis 2015 für Werder stürmte, soll für mehr Durchschlagskraft in der Offensive sorgen. Gegen Augsburg ging er enorm einsatzfreudig zur Sache. Am slapstickartigen Eigentor zur 1:0-Führung durch Tin Jedvaj war maßgeblich beteiligt. Doch Florian Niederlechner und Ruben Vargas sorgten für den verdienten FCA-Sieg. "Werder ist ein besonderer Verein für mich", sagte Selke. "Ich freue mich, dass ich hier sein und in dieser Situation helfen darf."

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