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Urteil in Türkgücü-Pokalstreit erst am Mittwoch

Von dpa
Aktualisiert am 28.09.2020Lesedauer: 3 Min.
Will mit Türkgücü München noch in den DFB-Pokal: Geschäftsführer Max Kothny.
Will mit Türkgücü München noch in den DFB-Pokal: Geschäftsführer Max Kothny. (Quelle: Sven Hoppe/dpa./dpa)
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München (dpa) - Im zähen Zank um die Teilnahme am DFB-Pokal rund um den Fußball-Drittligisten Türkgücü München geht die Verhandlung vor dem Landgericht München I in die Verlängerung.

Nach rund dreieinhalbstündiger mündlicher Sitzung am Montag entschied die Kammer, ein Urteil erst am Mittwoch (15.00 Uhr) zu verkünden. Damit herrscht weiter Unklarheit, ob denn nun wie vorgesehen der 1. FC Schweinfurt 05 oder eben Türkgücü als Kläger im DFB-Pokal gegen den FC Schalke 04 antreten darf. Und selbst nach dem Richterspruch könnte das juristisch einmalige Gerangel in Bayern weitergehen.

"Die eineinhalb Tage nehmen wir uns jetzt einfach", sagte die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz am Montag. Nachdem prognostiziert worden war, dass bei der Verhandlung um eine Einstweilige Verfügung schnell eine Entscheidung fallen wird, müssen die drei Richter wegen umfangreicher Aussagen vor allem von Rainer Koch, dem Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), nun noch einmal intensiv beraten.

In der Causa geht es darum, dass der BFV während der Corona-Zwangspause entschied, Türkgücü als Führenden der unterbrochenen Regionalliga für den Aufstieg in die 3. Liga zu melden. Als Kompromiss sollten die zweitplatzierten Schweinfurter im DFB-Pokal antreten dürfen; auf jenem Startplatz, der normalerweise dem bayerischen Amateurmeister - also dem Regionalliga-Sieger - zufällt. Dagegen klagte Türkgücü und sorgte für Aufsehen im Fußball sowie Fassungslosigkeit bei dem nun hingehaltenen Bundesligisten FC Schalke 04.

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"Ich gehe davon aus, dass wir diese ganze Geschichte gewinnen werden", sagte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny nach der Sitzung, an der sein Vereinspräsident Hasan Kivran nicht teilnahm. Türkgücü unterstrich, dass der BFV-Beschluss zur Teilnahme am DFB-Pokal so auszulegen sei, dass nicht die Schweinfurter gegen Schalke antreten dürfen. Das Match war im September verschoben worden, nachdem das Landgericht die Einstweilige Verfügung ausgesprochen hatte.

Türkgücü geht es um das Antrittsgeld von 110 000 Euro plus 30 000 Euro Corona-Bonus sowie um das Prestige, erstmals am DFB-Pokal teilzunehmen. Außerdem ist der Verein sichtbar beleidigt, weil just Schweinfurt im August öffentlich die Tauglichkeit Türkgücüs an der 3. Liga angezweifelt hatte. Ohne diese Aktion "würde ich fast vermuten, dass wir heute nicht hier stehen würden", räumte Kothny ein.

Die Vertreter des BFV hatten energisch versucht darzulegen, dass doch mit einem Beschluss im Mai deutlich gemacht worden sei, dass Türkgücü bei einem Aufstieg in die 3. Liga nicht mehr als Amateur-Vertreter für den DFB-Pokal in Frage komme. "Das war jedem klar", beteuerte Verbandschef Koch. Richterin Lutz bemängelte, dass in den vom BFV eingereichten Unterlagen etliche Erklärungen fehlten.

"Wir haben seit 5. Mai alles getan, was wir konnten", betonte Koch daher in er Sitzung. Die Türkgücü-Anwälte hielten dagegen, der final entscheidende Beschluss sei erst in einer "Nacht- und Nebelaktion" im September erfolgt - und damit kurz vor dem Schalke-Spiel.

Unabhängig von Formalien pochte der BFV darauf, stets für alle Clubs fair gehandelt zu haben. "Wir haben nicht eine Sekunde darüber nachgedacht, dass ein Verein alles bekommen sollte", sagte Koch.

Wie auch immer das Urteil am Mittwoch ausfällt - Türkgücü-Boss Kivran hatten schon im Vorfeld angekündigt, bei einer Niederlage in die nächste Instanz zu gehen. Ganz viel Zeit bleibt aber nicht: Die zweite Runde des DFB-Pokals ist für den 22./23. Dezember angesetzt.

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