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Italiens Traum lebt: Nach Kraftakt nun gegen Belgien

Von dpa
Aktualisiert am 27.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Italiens Leonardo Bonucci feiert den Sieg ├╝ber ├ľsterreich.
Italiens Leonardo Bonucci feiert den Sieg ├╝ber ├ľsterreich. (Quelle: Ben Stansall/Pool AFP/AP/dpa./dpa)
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London (dpa) - Italien atmet auf. Vor lauter Erleichterung ├╝ber den Einzug ins EM-Viertelfinale stimmte Kapit├Ąn Leonardo Bonucci mitten in der Nacht im Teambus die Nationalhymne an, Trainer Roberto Mancini dagegen wirkte nach dem Wembley-Kraftakt gegen ├ľsterreich schnell wieder fokussiert.

W├Ąhrend seine Spieler lange nach dem m├╝hevollen 2:1 nach Verl├Ąngerung auch mit weiteren Liedern ihre Freude heraus sangen, schien der Coach bereits zu ahnen: Ab jetzt wird es f├╝r seine Rekordmannschaft bei dieser Fu├čball-Europameisterschaft richtig ernst.

Viertelfinale in M├╝nchen

"Wir haben gerade den Wolf getroffen, haben die Angst kennengelernt, viele Fehler gemacht und an einem gewissen Punkt Gl├╝ck gehabt, dass wir noch am Leben sind", schrieb die Zeitung "Corriere dello Sport" gewohnt martialisch ├╝ber den hart erk├Ąmpften Erfolg. "Italien st├Âhnt, kann aber in dieser EM weiter tr├Ąumen", meinte "La Repubblica". Das n├Ąchste Turnier-Kapitel der erstmals schwer geforderten Squadra Azzurra beginnt am kommenden Freitag in M├╝nchen, wo dann ein ganz anderes Kaliber warten wird. Im Viertelfinale trifft Mancinis Team auf den Weltranglistenersten Belgien, der Europameister Portugal mit 1:0 bezwang.

Dann m├╝ssen sich die seit nun 31 Spielen unbesiegten Rekord-Italiener steigern. In einer starken ersten Halbzeit schienen sie ihren Sturmlauf durchs Turnier gegen ├ľsterreich fortzusetzen, scheiterten aber an ihrer Chancenverwertung. Nach der Pause zeigte der viermalige Weltmeister dann Nerven. In der 65. Minute ging der Au├čenseiter sogar durch einen Kopfball des Ex-Bremers Marko Arnautovic in F├╝hrung. ├ľsterreich jubelte und Wembley stand Kopf - doch dann intervenierte der Video-Assistent, weil Arnautovic minimal im Abseits gestanden hatte. Erst in der Verl├Ąngerung sorgten die eingewechselten Federico Chiesa (95. Minute) und Matteo Pessina (105.) f├╝r Italiens Erl├Âsung.

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"Wer reinkommt, leistet seinen Beitrag"

"Wir mussten leiden", gab Mancini sp├Ąter zu. Die ├ľsterreicher dagegen trauerten. Alleine und voller Entt├Ąuschung hockte der langj├Ąhrige Bayern-Profi David Alaba auf dem Wembley-Rasen und verarbeitete seinen Frust. Schon der erstmalige Einzug in die K.o.-Runde einer EM war f├╝r Alaba und die Alpenrepublik ein gro├čer Erfolg, die R├╝ckkehr nach M├╝nchen f├╝r das Viertelfinale w├Ąre f├╝r den zu Real Madrid scheidenden Kapit├Ąn die pers├Ânliche Kr├Ânung gewesen. "Das ist sehr bitter. Wenn man sich das Spiel heute anschaut, das tut sehr weh", sagte der 29-J├Ąhrige. Der sp├Ąte Anschlusstreffer des Stuttgarters Sasa Kalajdzic (114.) half nicht mehr.

Weil letztlich Italiens Qualit├Ąt von der Bank den Unterschied machte. "Wir sind 26 Stammspieler, nicht nur elf. Und wer reinkommt, leistet seinen Beitrag", sagte der eingewechselte Torsch├╝tze Chiesa. M├Âglicherweise r├╝ckt der Offensivspieler von Juventus Turin nun sogar in die Startelf, Mancini d├╝rfte sich jedenfalls seine Gedanken machen. Gegen die ├ľsterreicher kassierte seine Mannschaft den ersten Gegentreffer nach 19 Stunden und 28 Minuten - auch das ist italienischer Rekord. Im Viertelfinale kommt es f├╝r Abwehr-Routinier Bonucci und seine Defensivkollegen nun zum H├Ąrtetest.

Ob er lieber gegen die Belgier mit ihrem Sturmtank Romelu Lukaku oder gegen Portugal und Superstar Cristiano Ronaldo spielen w├╝rde, wurde Mancini nach dem Sieg gegen die ├ľsterreicher gefragt. Der 56-J├Ąhrige schmunzelte ganz kurz, dann wurde er wieder ernst. "Ich w├╝rde am liebsten beide vermeiden wollen", sagte Mancini. "Aber das geht leider nicht." Denn jetzt geht das Turnier f├╝r die Italiener gegen Belgien und Lukaku erst richtig los.

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