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"Geschichte schreiben" England will DFB-Fluch stoppen

Von dpa
Aktualisiert am 28.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Will es als England-Coach besser machen als 1996 als Spieler gegen die DFB-Elf: Gareth Southgate.
Will es als England-Coach besser machen als 1996 als Spieler gegen die DFB-Elf: Gareth Southgate. (Quelle: Nick Potts/PA Wire/dpa./dpa)
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London (dpa) - War da was, Deutschland? Nach Jahren der Entt├Ąuschungen, Dem├╝tigungen und bitteren Lehrstunden durch die auf der Insel so gef├╝rchtete DFB-Auswahl sagt sich England vor dem EM-Kracher der beiden Erzrivalen: Es reicht!

Wenn die deutsche Mannschaft am Dienstag (18.00 Uhr/ARD und Magenta TV) zum Achtelfinale im englischen Fu├čball-Heiligtum Wembley antritt, wollen die Three Lions einem ihrer schw├Ąrzesten Kapitel endlich ein Ende setzen.

Southgate will "Geschichte schreiben"

"Diese Mannschaft kann mit diesem Spiel Geschichte schreiben und den Menschen f├╝r die Zukunft Erinnerungen an Duelle zwischen Deutschland und England mitgeben, die anders sind als die, mit denen sie in den letzten Tagen ├╝berflutet worden sind", sagte Englands Trainer Gareth Southgate. Bis zu 45.000 haupts├Ąchlich englische Fans werden ihr Team in London antreiben. Was sie nicht sehen wollen: Die n├Ąchste Pleite gegen "The Germans" in einem K.o.-Duell. Seit 55 Jahren haben die Three Lions bei gro├čen Turnieren jedes dieser Alles-oder-Nichts-Spiele gegen Deutschland verloren.

"Man kann diese Dinge im Kopf so gro├č machen, wie man will. Aber im Endeffekt ist es ein Fu├čballspiel", sagte Southgate. "Wir wollen uns auf die Dinge fokussieren, die wir kontrollieren k├Ânnen. Es ist ein Spiel und die M├Âglichkeit, ins Viertelfinale zu kommen. Darauf konzentrieren wir uns." Southgate gibt sich seit einer Woche M├╝he, die Bedeutung der Partie und damit auch den Druck f├╝r seine Spieler in Grenzen zu halten.

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Doch je n├Ąher der Anpfiff r├╝ckt, desto mehr steigt in England die Anspannung. Schon seit Tagen erinnern Medien, Anh├Ąnger und Experten unerm├╝dlich an die lange Liste der Erniedrigungen durch die deutsche Mannschaft. Etwa an die verlorenen Elfmeterschie├čen im WM-Halbfinale 1990 oder im EM-Halbfinale 1996, als Englands heutigem Coach Southgate gegen den ├╝berragenden Torh├╝ter Andreas K├Âpke die Nerven versagten. Oder an das WM-Achtelfinale 2010, als ein Schuss von Frank Lampard von der Unterkante der Latte klar hinter der Torlinie aufkam - nur der Schiedsrichter sah es nicht. Am Ende gewann Deutschland 4:1. Jetzt zittert England wieder.

Geschichte ausblenden

Dabei geben sich Southgate und seine Spieler seit Tagen die allergr├Â├čte M├╝he, die Historie kleinzuhalten. Dass Deutschland die vergangenen vier K.o.-Duelle bei gro├čen Turnieren alle gewinnen konnte, habe f├╝r viele seiner Spieler "├╝berhaupt keine Bedeutung, weil sie da noch nicht mal geboren waren", sagte Southgate. F├╝r Mittelfeldspieler Kalvin Phillips z├Ąhlt nur das Hier und Jetzt. "Ob wir vor Jahren gegen Deutschland mal gut oder schlecht waren, spielt keine Rolle. Es geht darum, wie wir am Dienstag spielen", sagte das Kraftpaket von Leeds United. Zudem habe man "viele Spieler mit gro├čem Selbstbewusstsein", sagte Kapit├Ąn Harry Kane.

Dass die Engl├Ąnder ihre eigene Geschichte am Dienstag tats├Ąchlich ausblenden k├Ânnen, glaubt Thomas M├╝ller nicht. "Die Engl├Ąnder versuchen, sich ein bisschen Selbstbewusstsein einzureden", meinte der Offensivspieler vom FC Bayern M├╝nchen. Tatsache ist, dass keiner der aktuellen englischen Nationalspieler bei Lampards "Wembley-Tor" 2010 und damit dem j├╝ngsten K.o.-Drama zwischen beiden Teams schon auf dem Platz stand. England tritt bei der EM mit einer jungen, teilweise noch unerfahrenen Mannschaft an. Viele Akteure sind daf├╝r aber auch noch unbelastet, was die Rivalit├Ąt zu Deutschland angeht.

Spieler wie Phillips, Declan Rice (West Ham United), Jack Grealish (Aston Villa) oder Bukayo Saka (FC Arsenal) z├Ąhlen international (noch) nicht zur ersten Garde, sie lieferten bei diesem Turnier aber zum Teil bereits starke Vorstellungen ab. "Ich war erst elf, als das Tor von Lampard nicht gegeben wurde. Das ist meine Haupterinnerung an die Geschichte zwischen England und Deutschland", sagte der 22-j├Ąhrige Rice zuletzt. Am Dienstag wollen er und seine Teamkollegen der Geschichte nun ein neues, eigenes Kapitel hinzuf├╝gen. Ganz so wie es sich ihr Trainer w├╝nscht. Und eine ganze Nation.

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