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FC Liverpool: Medien feiern, Jürgen Klopp bremst – "Zerstört hartnäckigsten Verfolger"

Medien feiern, Klopp bremst  

"Liverpool zerstört hartnäckigsten Verfolger"

27.12.2019, 14:52 Uhr | dpa, sid, t-online.de, flo

FC Liverpool: Medien feiern, Jürgen Klopp bremst – "Zerstört hartnäckigsten Verfolger". Jürgen Klopp umarmt seinen Verteidiger Virgil van Dijk. Das 4:0 gegen Leicester hat dem FC Liverpool noch mehr Luft an der Tabellenspitze verschafft. (Quelle: imago images/Darren Staples/Sportimage)

Jürgen Klopp umarmt seinen Verteidiger Virgil van Dijk. Das 4:0 gegen Leicester hat dem FC Liverpool noch mehr Luft an der Tabellenspitze verschafft. (Quelle: Darren Staples/Sportimage/imago images)

Seit 1990 warten die Fans des FC Liverpool sehnsüchtig auf einen Meistertitel. Der rückt nun immer näher. Die Medien überschlagen sich, doch Trainer Klopp will davon nichts wissen. Aus gutem Grund.

Jürgen Klopp schlüpfte sofort in die Rolle des Partycrashers. "Ich kann richtig gut die Sau rauslassen, da können Sie meine Freunde fragen", raunte der Teammanager des FC Liverpool streng ins Mikrofon und inszenierte seine Seriosität zusätzlich mit eingefrorener Miene: "Aber ich wollte noch nie ohne Grund Party machen. Wenn es etwas zum Feiern gibt, werde ich es Ihnen mitteilen – bis dahin werden wir arbeiten."

"Zu clever, um den Titel noch wegzuwerfen"

Gearbeitet hatten zu diesem Zeitpunkt bereits die englischen Medien, die sich nach der Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft auf der Insel nicht im Mindesten um die von Klopp verordnete Zurückhaltung scherten. "Die unaufhaltsamen Reds zerstören ihren hartnäckigsten Verfolger", kommentierte "The Sun" das 4:0 (1:0) des enteilten Spitzenreiters der Premier League am Boxing Day bei Leicester City.

Für den "Guardian" ist der frühere Rekordmeister dem 19. Titel "einen großen Schritt nähergekommen", laut dem "Telegraph" hat der frischgebackene Klub-WM-Sieger bereits nach dem 19. Spieltag "eine Hand an der Trophäe" – und die "Times" ist sich mit Blick auf die ersehnte erste Meisterschaft seit 1990 sicher: "Liverpool ist zu clever, um es jetzt noch wegzuwerfen."

Selbst Arsenal-Legende Henry schwärmt

Allzu gewagt ist diese These zu diesem Zeitpunkt der Saison allerdings nicht mehr. Schließlich hat Klopps ungeschlagene Mannschaft 52 von 54 möglichen Punkten geholt, 13 Zähler liegt der Champions-League-Gewinner nun vor Leicester – und hat zudem eine Partie weniger ausgetragen. Titelverteidiger Manchester City hat die Möglichkeit, seinen Rückstand am Freitagabend bei den Wolverhampton Wanderers zumindest auf elf Punkte zu verkürzen, ist damit aber immer noch weit weg. Für die BBC sind "die Sonne, der Mond und die Erde" näher an Liverpool dran als die Verfolger.

Selbst der nicht gerade als Liverpool-Fan bekannte französische Ex-Torjäger Thierry Henry geriet ins Schwärmen. "Abnormal", nannte der frühere Arsenal-Stürmer den Auftritt des FC Liverpool am Weihnachtsspieltag. "Die Meisterschaft ist nur noch eine Frage der Zeit. Sie sind nicht mehr aufzuhalten."

Nur der deutsche Coach will von all der Lobhudelei nichts hören.

"Jungs hören dem ganzen Getöse nicht zu"

"Es ist noch nichts entschieden. Wir denken nicht im Entferntesten daran, wie viele Punkte wir vorne sind, weil es uns ganz einfach nicht interessiert", so Klopp. "Bei all den Dingen um uns herum ist die größte Qualität meiner Jungs, dass sie dem ganzen Getöse nicht zuhören und sich auf das konzentrieren, was zu tun ist."

Das hatten die Profis zuvor eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Fünf Tage nach seinem Treffer im Finale der Klub-WM (1:0 gegen CR Flamengo) nutzte der frühere Hoffenheimer Roberto Firmino eine der zahlreichen Chancen zur Führung (31.). Die Kräfteverhältnisse waren auch danach deutlich, der Spielstand passte erst spät dazu: James Milner per Handelfmeter (71.), erneut Firmino (74.) und Trent Alexander-Arnold (78.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.

Klopp scheiterte mehrfach kurz vor dem Ziel

"Die Jungs haben einfach ein ziemlich gutes Fußballspiel gemacht", würdigte Klopp den Auftritt seiner Schützlinge – um sie gleich darauf wieder zu erden: "Es gibt aber noch so viele Dinge, wo wir besser werden müssen. Also gibt es auch noch jede Menge Sachen, an denen wir arbeiten müssen."

Klopp bremst die Euphorie. Und das aus gutem Grund. Vielleicht erinnert sich der 52-Jährige an seine Zeit als Mainz-Trainer, als er in der 2. Bundesliga zweimal kurz vor der Zielgeraden am Aufstieg scheiterte. Oder an das vergangene Jahr, als sein Klub teilweise mit neun Zählern vor Man City führte und doch nur der beste Zweite der Premier-League-Historie wurde. "Es ist die Premier League", sagte der mit einem Treffer und zwei Vorlagen überragend aufspielende 21 Jahre alte Trent Alexander-Arnold. "Alles kann passieren." Auch Leicester-Trainer Brendan Rodgers schrammte 2013/14 trotz bester Ausgangslage knapp am Titel vorbei. Selbst Rodgers geht nun aber nicht mehr davon aus, dass sich Liverpool den Titel nehmen lässt: "Sie haben die Power und die Stärke und vor allem jetzt das Vertrauen in sich selbst."

Am Sonntag (17.30 Uhr bei Sky) geht es für Klopp mit dem Heimspiel gegen die unangenehmen Wolverhampton Wanderers weiter. "Wir wollen über unsere Erfolge später im Leben sprechen. Jetzt wollen wir nur an die nächsten Gegner denken und auf alles vorbereitet sein."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und sid

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