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FC Porto: Stürmer Marega verlässt Spielfeld nach rassistischen Affenlauten

Rassismus-Skandal in Portugal  

Porto-Stürmer Marega verlässt Spielfeld nach Affenlauten

17.02.2020, 07:27 Uhr | dpa, t-online, dsl

FC Porto: Stürmer Marega verlässt Spielfeld nach rassistischen Affenlauten. Moussa Marega (li.): Portos Stürmer wurde zunächst von Mitspielern abgehalten, das Spielfeld zu verlassen. (Quelle: imago images/GlobalImagens)

Moussa Marega (li.): Portos Stürmer wurde zunächst von Mitspielern abgehalten, das Spielfeld zu verlassen. (Quelle: GlobalImagens/imago images)

Keine 48 Stunden nach der rassistischen Beleidigung von Würzburg-Profi Kwadwo in Münster gibt es in der portugiesischen Liga den nächsten Skandal. Porto-Stürmer Marega verließ aus Protest das Spielfeld.

Der Sieg von Bayer Leverkusens Europa-League-Gegner FC Porto bei Vitoria Guimarães ist von einem Eklat überschattet worden. Wenige Minuten nach seinem Siegtor zum 2:1 (1:0) in der 60. Minute verließ Torschütze Moussa Marega das Spielfeld und reagierte damit offenbar auf rassistische Beleidigungen, wie die Zeitung "Diario de Noticias" berichtete.

Mitspieler und Profis von Gastgeber Guimarães versuchten, den Fußball-Nationalspieler aus Mali zu beruhigen und offenbar zum Weiterspielen zu bewegen, der aufgebrachte 28-Jährige war jedoch in minutenlangen, erregten Diskussionen nicht dazu zu bewegen. Marega ließ sich auswechseln und streckte auf dem Weg in die Kabine mit Blick Richtung Tribüne beide Daumen nach unten und zeigte einigen Zuschauern, die ihn weiter provozierten den Mittelfinger.

Sogar ein Sitz in seine Richtung sei zuvor geflogen, berichteten Medien. Für ihn kam in der 72. Minute Wilson Manafá auf das Feld.

"Wir sind Menschen. Wir verdienen Respekt."

Laut Trainer Sérgio Conceição sei Marega seit dem Warmmachen von der Vitoria-Bank aus beleidigt worden. "Wir sind eine Familie, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe, Größe, Haarfarbe. Wir sind eine Familie. Wir sind Menschen. Wir verdienen Respekt."

Marega reagierte nach seinem Treffer zur 2:1-Führung, indem er sich beim Jubel immer wieder auf den Unterarm klopfte und mit dem Finger auf seine Haut zeigte. Die Stimmung wurde in den darauffolgenden Minuten nur noch aggressiver, sodass Marega um seine Auswechslung bat und, nachdem Trainer Conceição seinem Wunsch zunächst nicht nachkam, sich selbst auf den Weg Richtung Kabinentrakt machte.

Moussa Marega: Der Stürmer aus Mali zeigte nach dem Treffer zum 2:1 wiederholt auf seine Haut. (Quelle: imago images/GlobalImagens)Moussa Marega: Der Stürmer aus Mali zeigte nach dem Treffer zum 2:1 wiederholt auf seine Haut. (Quelle: GlobalImagens/imago images)

Keine 48 Stunden zuvor war Leroy Kwadwo, Profi der Würzburger Kickers, beim Drittliga-Spiel gegen Preußen Münster von einem einzelnen Fan rassistisch beleidigt worden. Im Gegensatz zur aktuellen Situation im portugiesischen Guimarães griffen umstehende Zuschauer in Münster couragiert ein, isolierten den Täter und machten Einsatzkräfte auf ihn aufmerksam, die ihn zügig festnehmen konnten.

"Eure Reaktion ist vorbildlich – Ihr könnt Euch gar nicht denken, was diese mir und auch allen anderen farbigen Spielern bedeutet", dankte Kwadwo im Anschluss dem Münsteraner Publikum für seinen Einsatz.

Portos Moussa Marega äußerte sich weniger versöhnlich: In einem wütenden Instagram-Posting schimpfte der in Frankreich geborene Profi des FC Porto über die "Idioten, die ins Stadion kommen, um rassistische Parolen zu schreien", "bedankte" sich aber auch bei den Unparteiischen, "dass sie mich nicht verteidigt haben und mir eine Gelbe Karte gegeben haben, weil ich meine Hautfarbe verteidige".

Eine Stellungnahme der portugiesischen Liga bleibt noch aus, Strafen für Vitoria Guimarães und eine mögliche Rücknahme der gelben Karte gegen Marega sind also noch zu klären.

Verwendete Quellen:
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • Twitter-Profil @futbolbible

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