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Stefan Effenberg zur Bayern-Krise: Nicht mehr lange, dann wackelt Nagelsmann


Andere freuen sich über die Krise – Mir geht es ähnlich

Eine Kolumne von Stefan Effenberg

Aktualisiert am 30.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Dayot Upamecano: Der formstarke Franzose allein kann die aktuelle Bayern-Krise nicht abwenden. (Quelle: IMAGO)
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Julian Nagelsmann steht mit dem FC Bayern vor richtungsweisenden Spielen. Er sollte die Situation nicht unterschätzen.

Nach vier sieglosen Bundesligaspielen inklusive der 0:1-Niederlage gegen Augsburg ist Bayern-Trainer Julian Nagelsmann unter Druck geraten. Am Freitagabend gegen Leverkusen und nächste Woche bei Borussia Dortmund stehen zwei richtungsweisende Partien für ihn und den deutschen Rekordmeister an.

Eine schwierige Aufgabe und die größte Herausforderung für Nagelsmann, seitdem er in München ist. Spätestens jetzt weiß er, wo er da eigentlich Trainer ist. Eine Warnung: Er sollte die Situation nicht unterschätzen. Drei Punkte aus vier Spielen – das darfst du dir bei dem Klub nicht oft erlauben.

Er sollte auch nicht immer vermitteln, dass er schon alles weiß. Er ist mit 35 Jahren noch ein junger Trainer. Da ist es wichtig, die Augen und Ohren offenzuhalten, gewisse Dinge zu beobachten – und daraus die richtigen Lehren zu ziehen.

Ich freue mich über die Bayern-Krise

Bei der Pressekonferenz in Augsburg hat Nagelsmann keine gute Figur abgegeben, war schmallippig, hat nach so einer Niederlage nicht die richtigen Worte gefunden. Immerhin hat er aber angekündigt, über alles nachdenken zu wollen. Ich hoffe für ihn, dass er die Zeit genutzt hat, um mit Bayern jetzt in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Julian Nagelsmann: Nach der Niederlage in Augsburg legte der Trainer des FC Bayern bei der Pressekonferenz einen denkwürdigen Auftritt hin.
Julian Nagelsmann: Nach der Niederlage in Augsburg legte der Trainer des FC Bayern bei der Pressekonferenz einen denkwürdigen Auftritt hin. (Quelle: IMAGO/kolbert-press/Peter Fastl)

Die anderen Klubs freuen sich über die Krise. Mir geht das ähnlich, weil die Bundesliga dadurch spannend ist. Ob das allerdings so bleibt, hängt jetzt ganz allein von der Entwicklung in den nächsten Wochen ab.

Warum ging es gegen Augsburg schief? Weil es eben nicht reicht, wenn man immer nur sagt, dass man die Torchancen nicht genutzt hat. Es gehört auch dazu, Standardsituationen zu verteidigen – das entscheidende Manko in Augsburg und beim 1:1 gegen Union.

Bayern muss in der Verteidigung zulegen

Ja, die Bayern haben eine starke, flexible Offensive, viel Tempo und spielen viele Möglichkeiten heraus. Deshalb werden die Tore auch bald wieder fallen. Aber es gilt auch, das eigene Tor zu verteidigen – und zwar zu 100 Prozent. 80 reichen in der Bundesliga nicht.

Da sind auch in der Rückwärtsbewegung höchstes Tempo und Aggressivität gefragt. Du darfst dir da nicht vom Gegner den Schneid abkaufen lassen.

Die Probleme aufzuarbeiten war schwierig, weil viele Spieler bei den Nationalteams waren. Die Kommunikation zwischen Hasan Salihamidzic, Oliver Kahn und Nagelsmann ist da aber vielleicht noch wichtiger, als in irgendwelche Großanalysen mit den Spielern zu gehen und sie vielleicht damit zu überladen. Diejenigen, die er aufstellt, müssen funktionieren und liefern. Ganz einfach.

Nagelsmann ist zum Erfolg verdammt

Wir reden hier über Bayern München. Da kannst du nicht sagen: "Wir schauen uns jetzt mal die Entwicklung im Oktober an." Nein, bei dem Klub bist du zum Erfolg verdammt. Punkt. Da herrscht ein anderer Druck als in Hoffenheim oder Leipzig – und den spürt Julian Nagelsmann momentan auch.

Hier gibt es andere Voraussetzungen und Ansprüche. Für seine Karriere ist diese Situation mit Sicherheit sehr wichtig und auch lehrreich – egal, wie sie ausgehen wird.

Die Duelle mit Leverkusen und Dortmund sind genau die Spiele, die Bayern jetzt braucht – Gegner, die mitspielen. Die anderen Klubs haben sich das Augsburg-Spiel sowie die drei Unentschieden genau angeschaut und gesehen, wie Bayern zu schlagen ist: Wenn man kompakt steht, die Abstände hält und dann überfallartig versucht, zum Abschluss zu kommen. Auch Standardsituationen sind eine Waffe gegen sie.

Nagelsmann muss selbstkritisch sein

Dafür musst du als Bayern-Trainer deine Lösung finden. In München in einer Serie Dinge nicht hinzukriegen, wird irgendwann problematisch. Selbstkritisch ist Nagelsmann und muss es auch sein. Er trainiert die Besten, wird aber genauso wie seine Spieler jeden Tag noch dazulernen.

Wie schnell es in dem Geschäft gehen kann, hat man zuletzt bei Dortmund mit Marco Rose und bei Leipzig mit Domenico Tedesco gesehen. Luft für den Trainer, die gibt es in dem Geschäft nicht. Man darf sich niemals sicher sein.

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Mit seinem Auftreten ähnelt Nagelsmann ein bisschen mir, wie ich als Spieler war. Wenn du so selbstbewusst bist und das auch nach außen trägst, wird man relativ schnell als arrogant bezeichnet. Wenn du mal nicht 100 Prozent bringst, wird dir genau das dann um die Ohren gehauen. Und in so einer Phase ist Nagelsmann jetzt vielleicht auch gerade.

Die Beziehung zur "Bild"-Reporterin ist heikel

Kürzlich meinte er mit einem Augenzwinkern, er habe von mir Beziehungstipps bekommen, weil ich mich kritisch zu seiner Partnerschaft mit einer "Bild"- und ehemaligen FC-Bayern-Reporterin geäußert habe.

Julian Nagelsmann und Lena Wurzenberger (M.): Der Bayern-Trainer erschien beim Oktoberfestbesuch des Rekordmeisters mit seiner neuen Partnerin, die bis Sommer als FC-Bayern-Reporterin arbeitete und nach wie vor bei "Bild" angestellt ist.
Julian Nagelsmann und Lena Wurzenberger (M.): Der Bayern-Trainer erschien beim Oktoberfestbesuch des Rekordmeisters mit seiner neuen Partnerin, die bis Sommer als FC-Bayern-Reporterin arbeitete und nach wie vor bei "Bild" angestellt ist. (Quelle: IMAGO/Peter Schatz via FCB)

Für ihn ist es generell besser, den Fokus jetzt auf seinen Hauptjob zu legen und nicht irgendwelche Späßchen bei der Pressekonferenz zu machen.

Ich bleibe da bei meiner Meinung und halte die Geschichte nach wie vor für ein heikles Thema. Da sagen Bilder manchmal mehr als 1000 Worte. Wir werden uns aber mit Sicherheit zeitnah auch mal persönlich austauschen.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen
Hintergrund zum Beitrag

Stefan Effenberg ist Botschafter des FC Bayern München und sagt dazu: "Ich repräsentiere den FC Bayern insbesondere im Ausland. Mein Engagement hat keinen Einfluss auf meine Kolumnen bei t-online. Hier setze ich mich weiterhin kritisch und unabhängig mit dem Fußball auseinander – auch und insbesondere mit dem FC Bayern."

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Von Stefan Effenberg
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