Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomeSportFußballNationalmannschaft Deutschland

DFB-Team vor der WM in Katar: Die große Ratlosigkeit der Nationalmannschaft


Die große Ratlosigkeit

  • Noah Platschko
Von Noah Platschko, London

Aktualisiert am 27.09.2022Lesedauer: 4 Min.
Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

imago images 1015135925
Thomas Müller: Der Bayern-Stürmer kam beim 3:3 in England zu einem Kurzeinsatz. (Quelle: IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextSchwerer Unfall – Bundesstraße gesperrtSymbolbild für einen TextPutin: Gefahr eines Atomkriegs wächstSymbolbild für einen TextArbeiter stirbt bei Unfall in WM-QuartierSymbolbild für einen TextSchuhbeck: Nächster Laden schließt Symbolbild für einen TextDas ist die Ehefrau von Markus LanzSymbolbild für einen TextPerus Präsident Castillo festgenommenSymbolbild für einen TextKind auf Baustelle sexuell missbrauchtSymbolbild für einen Text"Promi Big Brother": Fanliebling ist rausSymbolbild für einen TextFan-Petition für entlassenen TrainerSymbolbild für ein VideoKoffer-Eklat an FlughafenSymbolbild für einen TextFrau in Parkhaus erschossen: MordanklageSymbolbild für einen Watson TeaserRTL-Star: Neues Video wirft Fragen aufSymbolbild für einen TextAnzeige: Jahres-LOS kaufen und Einzel-LOS gratis dazu sichern
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

2:0 geführt, 2:3 zurückgelegen – und am Ende einen Punkt geholt. Was fängt Deutschland mit diesem Spiel an? Gar nicht mal so einfach.

Es gibt Fußballspiele, die sind stinklangweilig. Es gibt solche, die man nie wieder vergisst. Und es gibt Spiele wie das 3:3 der deutschen Nationalmannschaft in England (zum Spielbericht gelangen Sie hier).

Nach dem verpatzten letzten Heimspiel des Jahres gegen Ungarn (0:1) hatte Bundestrainer Hansi Flick eine Reaktion seiner Mannschaft gefordert. Diese bekam er gegen England auch zu sehen – und gleichzeitig auch nicht. Denn wer das letzte Nations-League-Spiel der deutschen Mannschaft live verfolgte, der durfte am Ende recht ratlos auf ein Duell zurückblicken, das mehr Fragen aufwirft, als es Antworten gibt.


Eine 1 und eine 5: Licht und Schatten bei DFB-Elf

Am Ende stand ein 3:3, aus dem die DFB-Elf wohl auch nicht so richtig schlau wird. Während der Schlussmann brillierte, enttäuschte ein Gladbacher auf ganzer Linie. Die Einzelkritik
Marc-André ter Stegen: Bewahrte seine Mannschaft mit einer sensationellen Parade vor dem Rückstand (25. Minute). Mit unsauberem Zuspiel auf Kehrer (41.), blieb kurz darauf ruhig gegen Sterling (44.). Bei allen drei Gegentreffern machtlos. Rettete gegen Saka mit einer Fabelparade das Remis (90.). Note 1
+15

Die DFB-Elf hat auf den schwachen Auftritt am Freitag eine Reaktion gezeigt und bis zur 72. Minute mit 2:0 in Wembley geführt. Eine Führung, die sie aber binnen elf Minuten wieder komplett aus der Hand gab, nur um ein unverhofftes Comeback zu feiern und dann doch noch einen Zähler mitzunehmen.

"Es darf nicht passieren, dass wir so eine Führung hergeben", stellte der Bundestrainer logischerweise nach Abpfiff fest. "Aber wir sind wieder zurückgekommen, das ist das Positive. Es gibt einiges an Arbeit für uns, aber wir sind optimistisch, sonst könnten wir (bei der WM, Anm. d. Red.) schön zu Hause bleiben." Und das will bekanntlich niemand.

Maguire mit dem Geschenk

Dass die DFB-Elf ihren Vorsprung leichtfertig aus der Hand gab, ist die eine Sache. Wie diese überhaupt zustande kam, die andere. Denn ohne das dilettantische Abwehrverhalten des vom englischen Publikum schon vor Spielbeginn ausgepfiffenen Harry Maguire, wäre die DFB-Elf gar nicht erst in Führung gegangen. Ein Elfmeter-Geschenk, das Jungstar Jamal Musiala geschickt herausholte – und Mittelfeldstratege Ilkay Gündogan eiskalt verwertete.

imago images 1015132695
Deutschland jubelt über das 1:0 von Ilkay Gündogan. (Quelle: IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel)

Es kam also nicht von ungefähr, dass es einen Aussetzer des Gegners brauchte, um auf die Siegerstraße einzubiegen. Die deutsche Führung täuschte darüber hinweg, dass Deutschland wie schon gegen Ungarn etliche Mängel aufwies. Erneut spielte sich das Flick-Team kaum Torgelegenheiten heraus, agierte pomadig bei eigenem Ballbesitz – und musste sich beim glänzend haltenden Marc André ter Stegen (t-online-Note 1) bedanken, nicht schon zur Pause zurückzuliegen.

Beängstigende Stille in Halbzeit eins

Was die Analyse für den Bundestrainer nicht leichter macht: Auch England, bereits vor dem Klassiker feststehender Absteiger aus Gruppe 3 der Liga A, enttäuschte im ersten Durchgang komplett. Verglichen mit der spannungsgeladenen Atmosphäre 15 Monate zuvor bei der EM glich das Wembley-Stadion einem stillgelegten Fußballtempel, den besonders im ersten Durchgang eine beängstigende Stille durchzog.

Das änderte sich in der zweiten Hälfte. Das Stadion erwachte zum Leben. Auch, weil Deutschland es zuließ und trotz eines Zwei-Tore-Vorsprungs auf unerklärliche Weise die Spielkontrolle abgab. "Wir hatten alles im Griff und führen verdient 2:0. Dann werden wir viel zu passiv, schieben nicht mehr konsequent durch, verteidigen viel zu tief, haben nicht mehr den Mut, gegen den Ball zu spielen – irgendwo unerklärlich", zeigte sich Kapitän Joshua Kimmich nach der Partie ratlos.

imago images 1015136494
Joshua Kimmich: Der Ersatz-Kapitän konnte sich die Passivität seines Teams nicht erklären. (Quelle: IMAGO/Hansjürgen Britsch)

Ein Blick in die Statistik unterstreicht Kimmichs Aussagen. 11 (!) der 13 Schüsse gab England innerhalb des deutschen Sechzehnmeterraums ab. Weder der Doppelsechs Kimmich/Gündogan noch der BVB-Innenverteidigung Schlotterbeck/Süle gelang es, den Angriffsbemühungen der "Three Lions" im Zentrum Einhalt zu gebieten. Auch die Außenverteidiger Gosens und Kehrer agierten viel zu passiv, bekamen von ihren offensiven Vorderleuten aber auch kaum Unterstützung. Es schien, als würde sich Deutschland apathisch und kampflos seinem Schicksal ergeben. Wäre da nicht noch das durch einen Torwartpatzer zustande gekommene 3:3 gewesen, das erneut der Wahl-Londoner Kai Havertz erzielte.

WM-Spiele Deutschland

Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Vermutlich weiß Hansi Flick selbst nicht so richtig, was er mit diesen beiden Spielen anfangen soll. Selten hatten Länderspiele eine solch geringe Aussagekraft wie die beiden Duelle gegen Ungarn und England. Nun geht es für sechs Wochen zurück in die Vereine, auf etliche Spieler warten durchgehend englische Wochen. "Es ist wichtig, dass jeder einzelne Spieler in dieser Zeit noch ein bisschen an sich arbeitet. Das betrifft die Sicherheit, die Fitness und die Überzeugung im Passspiel. Wir können als Mannschaft noch einen Tick besser werden", zeigte sich Flick optimistisch. Doch ob das reicht?

Katar wird ein Turnier der Form

Stärker denn je scheint klar: Die WM in Katar wird ein Turnier der Form. Denn viel wird Flick mit seinen Mannen nicht mehr einstudieren können. Einzig die Leistungen in den Vereinen können den Bundestrainer nun noch in seiner Kader-Wahl beeinflussen. "Mit der Situation müssen wir umgehen und daraus das Beste machen. Wir sind schon viel unterwegs, um im Stadion zu sehen, was die Spieler machen. Ich glaube, dass wir, wenn wir uns treffen, alle heiß darauf sind, eine wirklich gute WM zu spielen", schloss Flick seine Pressekonferenz, ehe er sich auf den Weg zum Mannschaftsbus machte.

Dass die Spieler "heiß sind", eine gute WM zu spielen, dürfte das Mindestmaß an Anspruch sein, den man an die Nationalspieler haben kann. Ob sie dazu in der Lage sind, diese auch zu gewinnen, steht auf einem anderen Blatt. Das wilde 3:3 von London hat zumindest noch mehr Fragezeichen als Antworten geliefert.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen aus dem Wembley-Stadion
  • DFB-Pressekonferenz mit Hansi Flick
  • Statistiken auf fotmob.com
  • Tabelle der Nations League bei t-online
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
"Ich hoffe, dass er es selber entscheiden durfte"
  • Noah Platschko
Von Noah Platschko
DFBDeutschlandEnglandHansi FlickIlkay GündoganJoshua KimmichThomas MüllerUngarn
Fußball - Deutschland


t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website