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Hansi Flick bleibt Bundestrainer: Diese drei DFB-Probleme muss er nun lösen


Diese drei Probleme muss er nun lösen

  • Noah Platschko
Von Noah Platschko

Aktualisiert am 08.12.2022Lesedauer: 3 Min.
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Hansi Flick: Der Bundestrainer darf weitermachen. (Quelle: IMAGO/Markus Ulmer)
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Hansi Flick wird auch bei der Heim-EM 2024 an der Seitenlinie stehen. Auf dem Weg dorthin muss er sich einigen Herausforderungen stellen.

Hansi Flick bleibt Bundestrainer. Das ergab die Krisensitzung des DFB mit Präsident Bernd Neuendorf, Verbandsvize Hans-Joachim Watzke sowie Flick am Mittwoch. "Mein Trainerteam und ich blicken optimistisch auf die Europameisterschaft im eigenen Land. Wir als Mannschaft können viel mehr erreichen, als wir in Katar gezeigt haben", so der Bundestrainer.

Flick weiter: "Wir haben dort eine große Chance verpasst. Daraus werden wir unsere Lehren ziehen. Ich habe Vertrauen in den heute verabredeten, gemeinsamen Weg mit Bernd Neuendorf und Aki Watzke. Wir alle möchten, dass sich bei der Heim-EM 2024 wieder ganz Deutschland hinter der Nationalmannschaft versammelt."

Nach dem überraschenden Abschied Oliver Bierhoffs am Montagabend herrscht nun also Klarheit auf der Trainerposition. Hansi Flick soll Deutschland bis zum 14. Juni 2024, dem Tag des EM-Eröffnungsspiels, in eine Form bringen, um den Titel mitzuspielen.

Damit das gelingt, muss Flick mehrere Probleme lösen.

1. Die Mannschaft stabilisieren

Aus sportlicher Sicht liegt auf der Hand, woran die deutsche Mannschaft in Katar scheiterte. Zum einen vergab man viel zu viele Chancen. Das DFB-Team erarbeitete sich die meisten Torabschlüsse aller 32 Teams in der Vorrunde, kam am Ende aber nur auf insgesamt sechs Treffer (vier davon im am Ende wertlosen 4:2 gegen Costa Rica).

Auf der anderen Seite zeigte sich die Viererkette als brutal anfällig. Flick experimentierte zu viel auf der Rechtsverteidigerposition, ließ dort erst Niklas Süle, dann Thilo Kehrer und schließlich Joshua Kimmich spielen. Gegen vermeintlich offensiv schwache Mannschaften wie Japan oder auch Costa Rica kassierte man jeweils zwei Gegentore, bei denen die Mannschaft nicht nur uneingespielt, sondern auch orientierungslos wirkte.

Hinzu kamen die vielen individuellen Fehler, die letzten Endes das Weiterkommen kosteten. Lediglich gegen einen Top-Gegner wie Spanien zeigte die Flick-Elf internationales Format, womit wir beim zweiten Punkt wären.

2. Das Konzentrationslevel im Team erhöhen

Das deutsche Team ist zweifelsohne eines der talentiertesten. Die Mannschaft ist gespickt mit Top-Stars, die in der Champions League regelmäßig auf hohem Niveau zum Einsatz kommen. Offensivspielern wie Jamal Musiala (19) und Florian Wirtz (19) gehört die Zukunft.

Abwehr
Die deutsche Abwehr um Nico Schlotterbeck (l.) und Niklas Süle (r.) war nicht sicher gegen Japan. (Quelle: Christian Charisius/dpa/dpa-bilder)

Doch weder vor dem gegnerischen Tor noch in der Abwehr zeigte sich das Team abgezockt genug. Die Partie gegen Spanien zeigte jedoch auch, dass die Mannschaft es kann, wenn sie will. Flick muss das Konzentrationslevel erhöhen und all seinen Spielern klarmachen, dass sie durchgehend 100 Prozent geben und aufmerksam sein müssen. Auch wenn es abgedroschen klingen mag, aber: Er muss in den Profis den Willen wecken, über 90 Minuten ein Spiel unbedingt gewinnen zu wollen und am Limit zu spielen. Dann wird auch das eintreten, worum es im dritten Punkt geht.

3. Begeisterung rund um die Nationalmannschaft entfachen

Die deutsche Mannschaft löst keinerlei Jubelstürme bei ihren Fans aus. Die Stimmung bei den Spielen in Doha war mau, die TV-Quoten in Deutschland überschaubar. Das mag zum einen mit den durchwachsenen Leistungen in den vergangenen vier Jahren zu tun haben, aber auch mit dem schlechten Image, das dem DFB anhaftet.

Unnahbar, arrogant, lustlos: so lautet die Kritik an den DFB-Stars. Dass mit Oliver Bierhoff nun der Mann seinen Hut genommen hat, dem die Entfremdung von der Basis am meisten angelastet wurde, darf als erster Schritt gesehen werden.

Deutschland-Fan
Ein Fan in Katar nach dem WM-Aus der deutschen Mannschaft. (Quelle: Christian Charisius/dpa/dpa-bilder)

Doch nicht nur Bierhoffs Nachfolger, sondern auch Flick muss es schaffen, dass rund um das DFB-Team wieder eine Euphorie entsteht und die Menschen Lust haben, Partien der Nationalmannschaft zu sehen. Dazu gehört zum einen, in den Spielern eine gewisse Passion zu wecken, damit sie bei kleinen Nachwuchskickerinnen und -kickern eine Lust auf Identifikation erzeugen. Flick muss aber auch selbst Begeisterung ausstrahlen, für sein Amt und die Aufgabe brennen.

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Ob Flick das angesichts der derzeitigen stimmungsmäßigen und sportlichen Misere gelingt, bleibt abzuwarten. Bis zum EM-Eröffnungsspiel am 14. Juni 2024 wird der DFB nur Testspiele absolvieren, die Endrunde der Nations League im Sommer 2023 verpasste man.

Schaffen Team, Trainer und Verband es aber, die Stadien zu füllen und mit ihrem Fußball die Fans in die Arenen zu locken, stehen die Zeichen gut, dass der Sommer in Deutschland deutlich mehr Freude bringt als der katarische Winter.

Die WM in Katar hat begonnen. t-online ist mit vor Ort und berichtet über das brisanteste Turnier der Fußballgeschichte. Mit dem WM-Push verpassen Sie keine News mehr. Hier können Sie ihn abonnieren.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Beobachtungen der Spiele vor Ort
  • DFB-Pressekonferenzen mit Hansi Flick
  • Quoten im TV
Hintergrund zum Beitrag

Am WM-Ausrichterland Katar wird viel Kritik geübt, manche Beobachter fordern einen Boykott. t-online berichtet ausführlich, aber kritisch über die Weltmeisterschaft – weil Millionen Fußballfans sich über die Spiele freuen und weil die Missstände in Katar und bei der Fifa beleuchtet werden sollten.

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