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Nach schwerem Autounfall: Sportmediziner erklärt Tiger Woods' Verletzungen

Schwerer Autounfall und Not-OP  

Sportmediziner erklärt: So lange fehlt Tiger Woods der Sport-Welt

25.02.2021, 09:49 Uhr
Nach schwerem Autounfall: Sportmediziner erklärt Tiger Woods' Verletzungen. Tiger Woods: Wann die Golf-Ikone wieder auf den Platz kann, ist fraglich.  (Quelle: imago images/ZUMA Wire)

Tiger Woods: Wann die Golf-Ikone wieder auf den Platz kann, ist fraglich. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Am Dienstag hatte Golf-Ikone Tiger Woods einen schweren Autounfall. Ein Sportmediziner erklärt t-online die Verletzungen – und, ob Woods es wieder zurück auf den Platz schaffen kann.

Tiger Woods gewann in seiner Karriere bisher 15 Major-Turniere, ist einer der besten Golfer der Geschichte. Doch aktuell bangt die Sport-Welt um den Sportler, der am Dienstag mit seinem Auto in Kalifornien verunglückte. Woods musste aus dem Wrack seines SUVs befreit werden, wurde im Krankenhaus sofort operiert. Die Diagnose kam danach von seinem Management in einer Mitteilung via Twitter.

"Offene Trümmerbrüche, die den oberen und unteren Teil des Schien- und Wadenbeins betroffen haben, wurden durch einen Stab im Schienbein stabilisiert", sagte demnach der Arzt Anish Mahajan. Weitere Knochenverletzungen im Fuß und Knöchel seien mit einer Kombination aus Schrauben und Pins stabilisiert worden.

Doch was bedeutet das genau und ist eine Weiterführung der Karriere für Woods überhaupt möglich? t-online hat dazu mit dem Sportmediziner Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Bloch von der Sporthochschule Köln gesprochen.

Dr. Wilhelm Bloch: Der Sportmediziner arbeitet an der Deutschen Sporthochschule Köln.  (Quelle: Deutsche Sporthochschule Köln)Dr. Wilhelm Bloch: Der Sportmediziner arbeitet an der Deutschen Sporthochschule Köln. (Quelle: Deutsche Sporthochschule Köln)

"Kann dazu führen, dass Funktionen nicht zurückkommen" 

Bloch erklärt die Verletzung der Golf-Ikone folgendermaßen: "Grundsätzlich ist es so, dass er eine offene Fraktur beider Knochen des Unterschenkels hat. Das bedeutet, dass der Knochen sich durch die Muskulatur nach außen gedrückt hat." In der Mitteilung des Managements steht zudem, dass Woods zur Stabilisierung einen Stab durch das Schienbein bekommen hat. 

Der Stab – ein sogenannter "Marknagel" – an sich stellt für den Sportmediziner kein Hindernis dar. Dr. Bloch: "Dieser wird normalerweise erst nach zwölf bis 18 Monaten entfernt. Der Knochen wird wieder heilen. Allerdings weiß man nicht, wie viel Muskulatur und Gefäß beschädigt worden ist." Dies ist allerdings ein entscheidender Faktor. "Wenn Nerven oder Gefäße beschädigt worden sind, kann es auch zu langwierigen Problemen kommen und dazu führen, dass bestimmte Funktionen nicht mehr zurückkommen."

"Wird Zeit lang dauern, bis er Spielbetrieb aufnehmen kann" 

Kann es also sein, dass Woods nie wieder golfen kann? Nicht unbedingt. "Dass er direkt operiert wurde nach seinem Unfall und eine offene Fraktur hat, das hört sich schon komplexer und nach einem stärkeren Trauma an. Golf ist nicht unbedingt der Sport, bei dem man maximal schnell sein muss und man kann auch mit gewissen Einschränkungen spielen. Es wird sicher eine ganze Zeit lang dauern, bis er wieder den Spielbetrieb aufnehmen kann. Es ist nicht zu erwarten, dass er vor dem nächsten Jahr wieder richtig spielt", sagt Bloch über die Schwere der Verletzungen von Woods.


 Hermann Maier: Der Österreicher hat 2004 den Laureus-Award für das Comeback des Jahres bekommen.  (Quelle: imago images/Action Pictures) Hermann Maier: Der Österreicher hat 2004 den Laureus-Award für das Comeback des Jahres bekommen. (Quelle: Action Pictures/imago images)

Der Sportmediziner zieht zudem einen Vergleich zum 2001 verunglückten Skirennläufer Herrmann Maier. Maier hatte sich bei einem Motoradunfall ebenfalls eine Unterschenkelfraktur zugezogen.

Selbst eine Beinamputation war damals bei ihm im Gespräch, doch 2004 gab er sein Comeback. Daher sagt Bloch: "Der Wille dazu zurückzukommen muss da sein. Aber einem Sportler wie Tiger Woods traue ich das zu. Er braucht eben Zeit. Wie das Leistungsniveau letztendlich sein wird, muss man sehen."

Verwendete Quellen:
  • Interview mit Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Bloch

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