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Handball-WM 2017: Deutschland macht mit Chile kurzen Prozess


Zweiter Sieg im zweiten Spiel
DHB-Herren machen mit Chile kurzen Prozess

Von sid
Aktualisiert am 16.01.2017Lesedauer: 3 Min.
Deutschlands Patrick Wiencek (li.) beim Sprungwurf gegen Chile.Vergrößern des BildesDeutschlands Patrick Wiencek (li.) beim Sprungwurf gegen Chile. (Quelle: dpa-bilder)
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Pflichtaufgabe locker gelöst, Achtelfinale vor Augen: Die deutschen Handballer haben bei der WM in Frankreich ihre zweite Prüfung mit Bravour bestanden und ihre Medaillenambitionen mit einem Kantersieg eindrucksvoll untermauert. Der Europameister bezwang Chile standesgemäß mit 35:14 (17:6) und übernahm mit 4:0 Punkten die Tabellenführung in der Gruppe C.

"Wir haben die Aufgabe humorlos bewältigt und mit ganz viel Spaß gespielt", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning und fügte mit Blick auf den starken Torhüter Andreas Wolff an: "Er hat jedes Gegentor als persönliche Beleidigung gesehen und deswegen die Bude 60 Minuten dicht gemacht."

Nächste Partie gegen Saudi-Arabien

Mit einem weiteren Erfolg am Dienstag (17.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) gegen Außenseiter Saudi-Arabien hätte die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson die K.o.-Phase vorzeitig erreicht. Bester Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in der Kindarena in Rouen war Kreisläufer Jannik Kohlbacher mit acht Toren.

Bad Boys in allen Belangen überlegen

"Wir sind routinierter, körperlich stärker, haben mehr Erfahrung und sind die besseren Handballer", hatte Sigurdsson vor der Partie selbstbewusst erklärt. Der nach der WM nach Japan wechselnde Isländer sollte recht behalten. Die Bad Boys waren dem WM-23. in allen Belangen überlegen, obwohl Sigurdsson im Vergleich zum hart erkämpften Auftaktsieg gegen Ungarn (27:23) kräftig rotierte. Im Angriff blieben nur Kai Häfner und Patrick Wiencek über.

Wolff zeigt spektakuläre Paraden

Kreisläufer Wiencek setzte seine Mitspieler von Beginn an immer wieder gut in Szene, der Kieler nutzte die Räume in der Anfangsphase zu drei Treffern. Die körperlich überlegene 6:0-Abwehr der DHB-Auswahl stellte die Chilenen zudem vor schier unlösbare Aufgaben, dahinter zeigte Torhüter Andreas Wolff einige spektakuläre Paraden. Der EM-Held erhielt diesmal den Vorzug gegenüber Silvio Heinevetter, der gegen Ungarn überragend gehalten hatte.

Schrecksekunden für Wolff und Drux

Sigurdsson verfolgte vor 5200 Zuschauern das souveräne Spiel seiner Mannschaft völlig entspannt mit verschränkten Armen an der Seitenlinie. Allerdings erlebte er auch zwei Schrecksekunden. In der 21. Minute humpelte Wolff, der schon in der ersten Halbzeit zehn Paraden zeigte, nach einem Zusammenprall mit Wiencek mit Knieschmerzen kurzzeitig vom Feld.

Noch schlimmer erwischte es Paul Drux. Der Berliner musste in der 23. Minute am Sprunggelenk behandelt werden und kam danach nicht mehr zum Einsatz. Drux verfolgte das Spiel danach mit einem Eisbeutel auf dem Knöchel von der Bank aus.

Gensheimer kommt in der 24. Minute

Zu diesem Zeitpunkt stellte sich die Frage nach dem Sieger allerdings schon längst nicht mehr. Linksaußen Rune Dahmke, der diesmal für Kapitän Uwe Gensheimer zum Einsatz kam, traf per Tempogegenstoß zum 7:2 (13.). Auch danach lief das deutsche Spiel häufig nach dem gleichen Muster: Parade Wolff, schneller Gegenangriff, Tor. Gensheimer, der nach dem plötzlichen Tod seines Vaters erst verspätet zur Mannschaft gestoßen war und gegen Ungarn mit 13 Toren überragt hatte, durfte erstmals in der 24. Minute aufs Feld und verwandelte einen Siebenmeter gewohnt sicher zum 13:4.

"Chile beißt sich an unserer Deckung die Zähne aus", sagte Teammanager Oliver Roggisch in der Halbzeitpause. Auch nach dem Wechsel hatte die mit zehn Europameistern gespickte DHB-Auswahl das Geschehen jederzeit im Griff. Sigurdsson wechselte weiter munter durch, seine Spieler sparten damit Kräfte für den weiteren Turnierverlauf.

Nach der Aufgabe gegen Saudi-Arabien wartet am Mittwoch Weißrussland, bevor es zum Abschluss der ersten Turnierphase am Freitag gegen Kroatien wohl um den Gruppensieg geht.

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