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Handball-Aus: Für zwei deutsche Stars könnte die WM Folgen haben


Für zwei deutsche Stars könnte die WM Folgen haben

  • Martin Trotz
Von Martin Trotz

Aktualisiert am 26.01.2021Lesedauer: 3 Min.
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Enttäuschung: Die DHB-Profis nach dem Unentschieden gegen Polen, das das schlechteste Abschneiden einer deutschen Handball-Nationalmannschaft bei einer WM bedeutete.
Enttäuschung: Die DHB-Profis nach dem Unentschieden gegen Polen, das das schlechteste Abschneiden einer deutschen Handball-Nationalmannschaft bei einer WM bedeutete. (Quelle: Sascha Klahn/dpa-bilder)
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Deutschland hat das selbst gesteckte Ziel bei der WM sang- und klanglos verpasst. Zwei Stars haben bitter enttäuscht. Die Ansage vom Handball-Boss ist kaum ernst zu nehmen.

Ganz so schlimm, wie der emotionale Florian Naß das letzte WM-Spiel der deutschen Handballer beobachtet hatte, war es dann doch nicht. Der ARD-Kommentator meckerte selbst bei Torerfolgen noch und hätte die Spielzüge gern anders umgesetzt gesehen.

Aber: Dass das DHB-Team es mit Ballbesitz und Überzahl-Spiel nicht fertig brachte, das letzte Hauptrundenspiel gegen Polen erfolgreich zu bestreiten, spricht Bände. Nun ist das Niveau der polnischen Mannschaft trotz ihrer Wildcard für das Turnier und ihres radikalen Umbruchs weit weg von WM-Exoten wie Kap Verde. Doch dass DHB-Vize Hanning in der Halbzeitpause des letzten deutschen Spiels erneut ernsthaft von Olympia-Gold träumte, ist schon absurd.

Denn die WM, die für das DHB-Team auf einem historisch schlechten zwölften Platz endet, legt drei bittere Wahrheiten um den deutschen Handball offen.

Erstens: Unsere Top-Stars sind bei Großereignissen keine Entscheidungsspieler – nicht mehr oder noch nie. "Was hält Wolff von Spanien?" hieß es 2016 noch. "Fast alles", war die klare Antwort. Wolff war es, der Deutschland vor fünf Jahren im Finale quasi im Alleingang zum Europameister-Titel parierte. Bei diesem Turnier saß der 30-Jährige, der bei Kielce spielt, manchmal gar auf der Tribüne statt auf der Ersatzbank. Immer noch kämpft Wolff mit seiner übermotivierten Art. Läuft es nicht, hadert er schnell und lässt den Kopf hängen. Und meistens lief es eben nicht bei dieser WM. Uwe Gensheimer hadert auch – mit angeblich zu wenigen Zuspielen auf seiner Seite auf Linksaußen. Fakt ist: Der über viele Jahre einzige Weltstar des deutschen Handballs spielte bei keiner EM oder WM in den letzten Jahren überragend, wenn er dabei war, also so, wie man es von ihm erwartet hätte. Das ist die unbequeme Wahrheit.

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Ein vertrautes Bild: Andreas Wolff (r.) feuert seine Teamkollegen von der Bank an.
Ein vertrautes Bild: Andreas Wolff (r.) feuert seine Teamkollegen von der Bank an. (Quelle: Laci Perenyi/imago-images-bilder)

Für beide könnte die Weltmeisterschaft in Hinblick auf kommende Turniere Auswirkungen haben. Johannes Bitter, der gefühlt schon seit drei Jahrzehnten spielt und dem im zarten Alter von 38 Jahren ein Angebot des FC Barcelona vorliegen soll, erlebt längst seinen zweiten Frühling. Der Weltmeister von 2007 ist nach einer schwierigen Saison für Wolff in Polen mit langer Corona-bedingter Pause deutlich besser drauf, genau wie Silvio Heinevetter. Auf der Linksaußen-Position laufen Spieler wie Marcel Schiller Gensheimer den Rang ab. Der Göppinger hat die Siebenmeter-Würfe bereits übernommen. Das galt lange als undenkbar.

Zweitens: Bei dem Turnier in Ägypten fehlten verletzungs-, familien- oder Corona-bedingt neun DHB-Spieler. Darunter wichtige Säulen wie Steffen Weinhold oder Fabian Wiede. Bedenklich stimmt aber dennoch die Abwehrleistung mit noch nicht mal ein Dutzend geblockter Würfe im Turnier. Natürlich muss sich die Mannschaft erst einmal einspielen, Alfred Gislason ist erst noch nicht einmal ein Jahr Bundestrainer. Abwehr-Hünen wie Hendrik Pekeler, Finn Lemke oder Patrick Wiencek kehren womöglich zurück. Doch auch aufgrund eng getakteter Spielpläne sind Verletzungen immer wieder einzuplanen – und ein funktionierender Abwehrblock im Handball braucht Zeit.

Die haben die Handballer kaum. Im Sommer soll es laut Bob Hanning bekanntlich Olympia-Gold regnen. Was für eine skurrile Ansage, nachdem man gerade nicht mal das selbst erklärte Ziel Viertelfinale erreicht und drei von fünf gespielten Partien nicht gewonnen hat. Selbstbewusstsein schadet im Sport nicht. Doch Fakt ist – und damit kommen wir zu Punkt drei: Allein das Olympia-Qualifikationsturnier gegen Schweden, Slowenien und Algerien im März, bei dem zwei Olympia-Tickets vergeben werden, könnte durchaus zum Stolperstein werden. Zumal eine Rückkehr von Schlüsselspielern ja längst nicht klar ist. Die Corona-Krise dauert an – und wenn sich mehrere Spieler aus persönlichen Gründen und aufgrund der Pandemie gegen eine Weltmeisterschaft entscheiden, kann das Gleiche auch bei einem Olympia-Qualifikationsturnier oder eben Olympia passieren. Für Bob Hannings Gold-Traum wäre das allemal schlecht.

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