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Corona-Dilemma: Wie es bei den Handballern weitergeht

Von dpa
Aktualisiert am 20.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Torh├╝ter Daniel Rebmann (l) und Torwarttrainer Matthias Andersson beim Training.
Torh├╝ter Daniel Rebmann (l) und Torwarttrainer Matthias Andersson beim Training. (Quelle: Marijan Murat/dpa./dpa)
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Bratislava (dpa) - Die deutschen Handballer wollen sich trotz immer weiterer Corona-F├Ąlle nicht von der Europameisterschaft zur├╝ckziehen. Zumindest vorerst nicht.

"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir es verantworten k├Ânnen, im Turnier zu verbleiben", sagte DHB-Vorstandsboss Mark Schober. Doch die Lage kann sich jederzeit ├Ąndern.

Wie ist der Stand?

Bis zum Donnerstagmorgen sind bei dem Turnier in der Slowakei und Ungarn zw├Âlf deutsche Nationalspieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Um ├╝berhaupt noch zu den Spielen antreten zu k├Ânnen, hat Bundestrainer Alfred Gislason bislang immer wieder neue Bundesliga-Profis nachnominiert. Nach drei weiteren Corona-F├Ąllen am Vortag reisten am Donnerstag auch noch Rechtsau├čen Tobias Reichmann (MT Melsungen) sowie die R├╝ckraumspieler Lukas Stutzke und David Schmidt (beide Bergischer HC) an.

K├Ânnen weitere Corona-F├Ąlle dazukommen?

Ja, denn die gesamte DHB-Delegation wird permanent getestet. Es ist also nicht auszuschlie├čen, dass es weitere Infektionen innerhalb der deutschen Mannschaft geben wird.

Warum spielt die DHB-Auswahl trotzdem weiter?

Zum einen, weil es die Mannschaft unbedingt will. "Wir haben von unseren Spielern sehr aktiv zu h├Âren bekommen, dass sie dieses Turnier unbedingt nutzen wollen, um ihre neu entwickelte Mentalit├Ąt auszubauen und als Team weiter zu wachsen", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Aber auch wirtschaftliche Aspekte spielen eine Rolle. Alle EM-Spiele der DHB-Auswahl werden im ├Âffentlich-rechtlichen Fernsehen ├╝bertragen. Nie ist die Aufmerksamkeit f├╝r den Handball gr├Â├čer als bei den Gro├čturnieren im Januar. Ein R├╝ckzug w├╝rde dem Verband schaden - auch finanziell. Zudem w├╝rden weitere schwere Konsequenzen drohen. In den Turnier-Regularien steht, dass ein Team bei einem R├╝ckzug sogar von k├╝nftigen Europameisterschaften ausgeschlossen werden k├Ânnte. Das w├Ąre f├╝r den DHB besonders schmerzhaft: die n├Ąchste EM 2024 wird in Deutschland ausgetragen.

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Was sagen die Spieler?

"Wir haben in der Mannschaft dar├╝ber gesprochen, wie wir das Turnier fortsetzen und zu Ende bringen k├Ânnen. Das ist unser klares Ziel, alles andere war nicht unser Thema", sagte Kapit├Ąn Johannes Golla am sp├Ąten Mittwochabend. "Auch wenn wir alle auf Abstand unterwegs sind - so einen Zusammenhalt wie in den vergangenen Tagen habe ich selten erlebt. Jeder erkundigt sich nach dem anderen. Es wird alles von jedem in der gesamten Delegation in Bewegung gesetzt, um einander in dieser Lage zu helfen. Es ist etwas ganz Besonderes, das mitzuerleben."

Wie viele Spieler kann Gislason maximal nachnominieren?

Es gibt keine Grenze. Wegen der Corona-Krise hat die Europ├Ąische Handball-F├Âderation das Reglement extra ge├Ąndert. Durften die Nationaltrainer fr├╝her nur Spieler aus einem vorab gemeldeten 35er-Kader nachnominieren, k├Ânnen sie bei diesem Turnier auch auf Spieler zur├╝ckgreifen, die nicht auf dieser Liste stehen.

Wie geht es den infizierten Spielern?

Den Spielern geht es soweit gut. R├╝ckraumspieler Julius K├╝hn, der am vergangenen Samstag als erster DHB-Akteur positiv getestet worden war, f├╝hlt sich nach Angaben von Kromer fit und einsatzbereit. Theoretisch h├Ątte er sogar gegen die Spanier nach f├╝nf Tagen Quarant├Ąne schon wieder spielen k├Ânnen. Ein erster PCR-Test am Mittwoch ergab allerdings, dass K├╝hn noch zu ansteckend ist. Andere Spieler wie Rechtsau├čen Timo Kastening haben leichte Symptome. Der Profi der MT Melsungen, der sich wie all seine infizierten Mitspieler auf dem Hotelzimmer isoliert hat, berichtete beim TV-Sender Bild am Mittwoch von Halsschmerzen.

Wie ist die Lage bei den anderen Teams?

Die Omikron-Welle erfasst zunehmend auch andere Nationen. ├ähnlich heftig wie die deutsche Mannschaft hat es den EM-Zweiten Kroatien erwischt, bei dem es bis zum Donnerstagmorgen insgesamt neun positive F├Ąlle gab. Polen beklagte bis zu diesem Zeitpunkt sechs infizierte Spieler, die Niederlande und Russland jeweils vier, Schweden und Island je drei und Olympiasieger Frankreich einen. Immerhin vier Hauptrunden-Teilnehmer verzeichneten noch gar keinen Corona-Fall w├Ąhrend des Turniers: Titelverteidiger Spanien, Weltmeister D├Ąnemark, der EM-Dritte Norwegen und Montenegro.

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