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"Unvermeidlich": Corona im olympischen Dorf angekommen

Von dpa
Aktualisiert am 18.07.2021Lesedauer: 3 Min.
Das Athletendorf fĂŒr die Olympischen Spiele in Tokio steht im Hafenviertel Harumi.
Das Athletendorf fĂŒr die Olympischen Spiele in Tokio steht im Hafenviertel Harumi. (Quelle: ---/Kyodo/dpa./dpa)
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Tokio (dpa) - Die ersten Corona-FÀlle bei Athleten im olympischen Dorf bringen die Tokio-Macher schon vor der Eröffnungsfeier noch mehr in BedrÀngnis.

Zwei sĂŒdafrikanische Fußballer und ein Betreuer des Teams wurden am letzten Wochenende vor dem Start der Sommerspiele positiv auf das Virus getestet. Eilig verkĂŒndete IOC-Olympiadirektor Christophe Dubi: "Wir halten das Risiko minimal, aber es ist unvermeidlich, dass wir einige FĂ€lle haben." Zudem musste das Internationale Olympische Komitee auch einen positiven Test beim sĂŒdkoreanischen IOC-Mitglied Seung-Min Ryu, Olympiasieger im Tischtennis in Peking 2004, bei der Einreise in Japan bestĂ€tigen.

Deutsche Equipe nach Tokio gestartet

Mit gemischten GefĂŒhlen wurde die deutsche Olympia-Mannschaft am Frankfurter Flughafen offiziell nach Tokio verabschiedet worden. "Unser aller Auftrag ist es, unsere Athleten bestmöglich dorthin zu bringen und - toi toi toi - spĂ€testens am 9. August alle aus dem Team D gesund wieder hierher zurĂŒck. Das zĂ€hlt so viel wie die eine oder andere Medaille mehr", sagte Alfons Hörmann, der Delegationsleiter und PrĂ€sident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), am Sonntag kurz vor dem Flug LH716 mit 84 Teammitgliedern. Angesichts der Corona-Pandemie und Restriktionen vor Ort beschrĂ€nken die Sportler ihren Aufenthalt in Tokio auf ein Mindestmaß.

55 FĂ€lle seit dem 1. Juli

Die Zahl der festgestellten Neuinfektionen im Umfeld von Olympia in Tokio stieg am Sonntag um zehn auf nun offiziell 55 FĂ€lle seit dem 1. Juli. "Wir glauben, dass wir die Lage im Griff haben", sagte Hidemasa Nakamura, der Leiter der zustĂ€ndigen Abteilung des Organisationskomitees der Tokio-Spiele. FĂŒr den Großraum Tokio gilt wĂ€hrend des gesamten Olympia-Zeitraums zum vierten Mal der Corona-Notstand, die Infektionszahlen in der Metropole stiegen zuletzt auf den höchsten Tagesstand seit einem halben Jahr.

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Besonders hart treffen die Organisatoren die FÀlle im olympischen Dorf, in dem auch schon deutsche Sportler wohnen. IOC-PrÀsident Thomas Bach hatte noch vor wenigen Tagen beteuert, vom Dorf mit seinen tausenden Bewohnern gehe "null Risiko" aus. Olympiadirektor Dubi bekrÀftigte, es handle sich dort um die "am meisten kontrollierte Bevölkerungsgruppe der Welt". Werde eine Infektion entdeckt, werde "jeder Stein umgedreht", um eine Ausbreitung des Virus zu vermeiden.

Infizierten Sportler in QuarantÀne

Als die neu Infizierten im Dorf wurden am Sonntag die Fußballer Thabiso Monyane und Kamohelo Mahlatsi sowie Video-Analyst Mario Masha von SĂŒdafrikas Olympischem Komitee bestĂ€tigt. Alle drei Betroffenen seien nun in QuarantĂ€ne. Alle anderen Mitglieder des Fußball-Teams seien zweimal negativ getestet worden, alle hĂ€tten vorher die Corona-Regeln eingehalten, hieß es weiter. Zudem kĂ€mpfen die SĂŒdafrikaner mit einem Corona-Ausbruch bei ihrem Rugby-Team. Im japanischen Trainingslager in Kagashima sei ein vierter Infektionsfall in der Mannschaft festgestellt worden, diesmal bei Trainer Neil Powell.

Ein weiterer auslĂ€ndischer Athlet war am Sonntag schon bei der Einreise positiv auf das Virus getestet worden. IOC-Mitglied Ryu hatte seine Infektion zunĂ€chst selbst in den Sozialen Medien bestĂ€tigt. Wie alle neu Infizierten, befinde der frĂŒhere Tischtennis-Bundesligaspieler sich nun in Selbst-Isolation, hieß es. "Die Maßnahmen werden umgesetzt und sie funktionieren", hatte IOC-Chef Bach bereits am Samstag versichert.

Kurz zuvor hatte der Corona-Fall eines im olympischen Dorf wohnenden Betreuers, der spĂ€ter als der sĂŒdafrikanische Fußball-Videoanalyst identifiziert wurde, fĂŒr Aufsehen gesorgt. "Wir tun alles, um sicherzustellen, dass es keinen grĂ¶ĂŸeren Corona-Ausbruch gibt", sagte Organisationschefin Seiko Hashimoto. Nachdem der FunktionĂ€r bei der Einreise noch ein negatives Ergebnis erhalten hatte, stellte ein weiterer Test im Athletendorf das Coronavirus fest.

Eigentlich hatten die Gastgeber der Spiele mit einem strikten Regelwerk verhindern wollen, dass Infektionen im Dorf auftreten. "Wir lassen nichts unversucht", beteuerte Hashimoto. "Wenn wir doch einen Ausbruch haben, werden wir einen Plan haben, um zu reagieren", fĂŒgte Japans Rekord-Olympionikin hinzu.

Olympia in Tokio findet unter strikten Vorgaben fĂŒr alle Beteiligten statt. Maskenpflicht, sehr hĂ€ufige Corona-Tests, Abstands- und Hygieneregeln sollen eine Verbreitung des Virus ebenso verhindern wie der Ausschluss aller Zuschauer bei den Wettbewerben in Tokio.

Trotz eines Corona-Falls im Vorbereitungscamp rechnet IOC-Chef Bach fest mit dem Start des FlĂŒchtlingsteams in Tokio. Er sei "sehr zuversichtlich", die Athleten des Refugee Olympic Team in Japan zu sehen, sagte Bach nach Beratungen der IOC-Exekutive. Weitere FĂ€lle habe es im Trainingslager in Katar nicht gegeben, sagte Bach. Am Sonntag bekrĂ€ftigte das IOC, dass alle 26 Athleten sowie 16 Trainer und zehn Betreuer aus dem Trainingslager in Katar nach Tokio reisen werden. Die ersten Mitglieder des Teams wurden schon am Sonntag auf dem Flughafen Narita erwartet.

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