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Leserstimmen zur Impfdebatte: "In Kimmichs Haut möchte ich nicht stecken"

MEINUNGLeserstimmen zur Impfdebatte  

"In Kimmichs Haut möchte ich nicht stecken"

Von Mario Thieme

26.10.2021, 14:24 Uhr
Leserstimmen zur Impfdebatte: "In Kimmichs Haut möchte ich nicht stecken". Joshua Kimmich steht in der Kritik: Viele heißen seine Entscheidung gegen eine Corona-Impfung nicht gut. (Quelle: Federico Gambarini/dpa)

Joshua Kimmich steht in der Kritik: Viele heißen seine Entscheidung gegen eine Corona-Impfung nicht gut. (Quelle: Federico Gambarini/dpa)

Ist Joshua Kimmichs Entscheidung, auf eine Impfung zu verzichten, unverantwortlich oder zu akzeptieren? Auf diese Frage geben die t-online-Leser höchst unterschiedliche Antworten.

Inmitten einer hitzigen Debatte über Joshua Kimmichs Impfstatus sah sich selbst die Bundesregierung dazu veranlasst, Stellung zu beziehen. Man hoffe, dass sich der Fußballspieler die existierenden Erkenntnisse zu Gemüte führe und sich letztlich doch noch für die Verabreichung eines Vakzins entscheide. Stiko-Chef Thomas Mertens sieht hingegen den Druck, der auf Ungeimpfte ausgeübt wird, kritisch und setzt lieber auf Überzeugungsarbeit. Und wie stehen Sie zum Fall Kimmich? Das wollte t-online in einem Leseraufruf wissen. Uns erreichten Hunderte Zuschriften – die Meinungen sind gespalten. Eine Auswahl:

"Kimmich sollte wissen, dass er eine Vorbildfunktion hat"

t-online-Leser Michael Schnell findet: "Jeder kann selbst entscheiden, ob er sich gegen Corona impfen lässt oder nicht. Bei Herrn Kimmich scheint mir aber die Argumentation gegen eine Impfung eher fadenscheinig. Die Politik hat im vergangenen Jahr schnell die Möglichkeit eröffnet, dass Profifußballer ihrem Beruf nachgehen können."

Gerade vor dem Hintergrund, dass der 26-Jährige 'We Kick Corona' – eine Spendenaktion, die im Zuge der Covid-19-Pandemie entstand –  mitgegründet hat, ist es für Michael Schnell "unverständlich, dass er sich nicht impfen lässt. Er macht doch sich und seine Initiative unglaubwürdig. Ich unterstelle ihm aber nicht, dass er ein Impfgegner oder Corona-Leugner ist. Das wäre unbegründete Hetze. Mag sein, dass er sich kritisch mit dem Thema Impfen auseinandersetzt. Er sollte aber auch wissen, dass er eine Vorbildfunktion, vor allem für junge Fußballer, hat."

"Bei dem gesellschaftlichen Mobbing authentisch zu bleiben, zeugt von Größe"

Was vorbildlich ist und was nicht, kann verschieden ausgelegt werden, wie der Beitrag von t-online-Leserin Marlies Müller zeigt: "Ich finde seine Entscheidung und Begründung absolut akzeptabel. Es erscheint mir mutig und ermutigend, dass es Menschen wie ihn gibt, die sich trauen, in dieser Zeit, wo man Gefahr läuft, mit einer gegenläufigen Minderheiten-Meinung an den Pranger gestellt, diffamiert und 'bespuckt' zu werden, bei sich zu bleiben, für sich einzustehen und Gesicht zu zeigen."

In ihren Augen sei das, was momentan im großen Stil vor sich gehe, gesellschaftliches Mobbing. "Da authentisch zu bleiben, zeugt von Größe. Davon braucht es mehr – und brauchen wir mehr. Für mich ist Kimmich in diesem Sinne ein wirklich gutes und notwendiges Vorbild."

"Kimmich nimmt sich ein Recht heraus, das seine Zuschauer nicht beanspruchen können"

Eine andere Ansicht vertritt t-online-Leser Dr. med. Johannes Weber: "Tja, wer hätte das gedacht, dass der eigentlich so überlegte Joshua Kimmich Bedenken äußert, die mehr als widerlegt sind? Mutig von ihm, die Wahrheit zu sagen. Umso mutiger, weil er ein Recht für sich beansprucht, das er als Staatsbürger zwar hat, aber in seiner Funktion offenbar die Pflichten ausblendet. Er hat eine so wichtige Vorbildfunktion inne und obendrein profitiert er ganz persönlich von dem Umstand, dass die Bundesligavereine Privilegien wie kaum ein anderer Sektor genießen. Und kickt er nicht lieber vor gut gefüllten Rängen als in einem leeren Stadion? Er nimmt sich ein 'Recht' heraus, das seine Zuschauer nicht beanspruchen können. Das ist grotesk und mindestens unsolidarisch."

"In Kimmichs Haut möchte ich nicht stecken"

"Ich finde es mittlerweile wirklich dramatisch, dass Herr Kimmich nicht seine Meinung äußern darf, ohne öffentlich geläutert zu werden. Für ihn wäre es sicher besser gewesen, seine Meinung nicht öffentlich zu machen. In seiner Haut möchte ich nicht stecken", schreibt t-online-Leserin Tatjana Fürst.

Weiter heißt es in ihrer Lesermail: "Ich kann seine Überlegungen sehr gut nachempfinden. Ich warte ebenfalls auf den Totimpfstoff und habe keinerlei Verständnis dafür, dass damit nicht seitens der Politik geworben wird. Viele meiner Bekannten denken ähnlich wie ich – und nein, wir sind keine Corona-Leugner oder Impfgegner. Wir selbst sind auch gegen andere Krankheiten geimpft. Meiner Meinung nach würde es ihn nicht zum Vorbild machen, mit dem Strom zu schwimmen und sich impfen zu lassen, nur weil andere es von ihm erwarten. Ich finde es bewundernswert und vorbildlich, trotz des enormen Shitstorms zu seiner Meinung und zu seinen individuellen Sorgen und Einwänden zu stehen."

"Wir sind sehr enttäuscht, dass Kimmich so unprofessionell argumentiert"

t-online-Leserin Katharina Aubermann kann Tatjana Fürsts Bewunderung nicht teilen. Sie sagt: "Als bisher begeisterte Fans von Kimmich sind mein Mann und ich sehr enttäuscht, dass gerade er als Vater und Vorbild für viele Jugendliche so unprofessionell argumentiert. Durch eine solche Einstellung wird dieses Elend mit Corona sich noch lange hinziehen. Besonders Kinder und alte Menschen leiden noch lange an dieser Plage, die inzwischen schon fast zu Ende gebracht werden könnte, wenn es nicht so egoistische und uneinsichtige Menschen geben würde."

"Ich stehe voll und ganz hinter Kimmich"

t-online-Leserin Martina Däumler war der Name Joshua Kimmich vor der Debatte kein Begriff. "Da ich kein Fußballfan bin, kenne ich Herrn Kimmich nicht als Spieler. Ich stehe aber voll und ganz hinter ihm, selbst zu entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht. Auch seine Argumente überzeugen mich. Da ich selbst bisher nicht geimpft bin und dies erst tun werde, wenn Sputnik V für Deutschland zugelassen wird, weiß ich, welchen Diskussionen Herr Kimmich ausgesetzt wird. Allerdings sind die verbalen Angriffe auf ihn als öffentliche Person mit meinen Erfahrungen nicht zu vergleichen."

Verwendete Quellen:
  • Einsendungen von t-online-Lesern

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