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Tischtennis-TopfunktionÀr Weikert neuer DOSB-PrÀsident

Von dpa
Aktualisiert am 04.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Thomas Weikert ist der neuer PrÀsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.
Thomas Weikert ist der neuer PrÀsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. (Quelle: Michael Reichel/PA/DOSB/dpa./dpa)
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Weimar (dpa) - Das starke Votum fĂŒr den neuen PrĂ€sidenten Thomas Weikert ist ein erstes Zeichen von zuletzt verlorener Einigkeit im Deutschen Olympischen Sportbund.

Mit der ĂŒberwĂ€ltigenden Mehrheit von 361 zu 56 Stimmen setzte sich der 60 Jahre alte Jurist bei der DOSB-Mitgliederversammlung in Weimar gegen die deutsche FechtprĂ€sidentin Claudia Bokel durch. "Ich bin ein bisschen ĂŒberwĂ€ltigt. Jetzt packen wir es gemeinsam an und dann kommen wir auch voran", sagte er nach seinem Wahlerfolg.

Der frĂŒhere Tischtennis-WeltprĂ€sident Weikert tritt die Nachfolge von Alfons Hörmann an der Spitze der Dachorganisation des Sports mit rund 27 Millionen Mitgliedern und 90.000 Vereinen an.

Anzug tragen, im Trikot denken

"Der dunkle Anzug muss fÀlschlicherweise oft als Entfremdung der SportfunktionÀre von der Basis herhalten. Das will ich Àndern", sagte Weikert bei seiner Vorstellungsrede. Er wolle MannschaftskapitÀn eines starken Teams mit Transparenz, Offenheit und vielen richtigen Weichenstellungen sein: "Geben Sie mir und uns die Chance zu beweisen, dass wir oft Anzug tragen, aber immer Trikot denken."

Der Familienanwalt aus dem hessischen Limburg an der Lahn gilt als Mann des Ausgleichs, der "einvernehmliche Lösungen" sucht und damit möglicherweise die Idealbesetzung fĂŒr den Topjob ist. "Das ist mein Stil, das war so im Deutschen Tischtennis-Bund, so ist es im Weltverband ITTF gewesen, aber auch im sonstigen Leben", sagte Weikert.

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Der umstrittene Hörmann hatte die Konsequenz aus der AffĂ€re um einen anonymen Mitarbeiterbrief gezogen und nach acht Jahren im Amt auf eine Kandidatur verzichtet. In dem Brief wurde ihm und der DOSB-FĂŒhrung vorgehalten, eine "Kultur der Angst" im Haus des Sports in Frankfurt/Main geschaffen zu haben.

VerschĂ€rft wurde die Krise durch anwaltliche Drohbriefe im Auftrag von ihm und der Vorstandschefin Veronika RĂŒcker an das Ex-Vorstandsmitglied Karin Fehres. Sie wurde als Urheberin des anonymen Schreibens verdĂ€chtigt und mit Strafanzeige sowie Zivilklage bedroht. Fehres wies die VorwĂŒrfe entschieden zurĂŒck.

Hörmann nicht in Weimar anwesend

Der Wirtschaftsmanager Hörmann war wegen der Folgen einer Corona-Infektion auf Ă€rztliches Anraten nicht nach Weimar gereist, schĂŒrte im Interview mit der "AllgĂ€uer Zeitung" aber weiter seine Theorie, Opfer einer Intrige geworden zu sein. Umfangreiche Hinweise wĂŒrden belegen, "dass es sich um einen ganz gezielten Umsturz an der gesamten Spitze des DOSB handele", sagte er.

Als ehrenamtliche Nummer eins im DOSB wird Weikert alle HĂ€nde voll zu haben. Frieden, Ruhe und Vertrauen im Dachverband zu schaffen, dĂŒrfte an erster Stelle stehen. Gefragt sind ein kluges Corona-Management, die Reparatur der Beziehung zum Internationalen Olympischen Komitee, Korrekturen am Spitzensportsystem - auch im Dialog mit der neuen Bundesregierung ĂŒber die im Koalitionsvertrag fixierten Sportthemen.

Dabei will er den DOSB nicht zum Spielball der Ampelkoalition von SPD, FDP und GrĂŒnen werden lassen. "Dass der Sport mit seinen prĂ€ventiven KrĂ€ften in der Corona-Krise in Berlin eine untergeordnete Rolle spielt, ist nicht zu verstehen", sagte Weikert und kritisierte, dass im Koalitionsvertrag der Sport erst ab Seite 113 zu finden ist: "Wird das der Bedeutung des Sports gerecht? Ich denke nicht."

Claudia Bokel, seit 2016 PrĂ€sidentin des Deutschen Fechter-Bundes, verzichtete auf die PrĂ€senz in Weimar und ließ sich nur digital zuschalten. Die Entscheidung, sich nicht persönlich zu prĂ€sentieren, auf jeglichen Wahlkampf zu verzichten, erst Weikert öffentlich UnterstĂŒtzung zuzusagen und dann selbst zu kandidieren, dĂŒrften der frĂŒheren Degen-Weltmeisterin viele Sympathien und Stimmen gekostet haben. Außerdem fehlte in ihrer Rede das, was die von Weikert auszeichnete: Konkrete, praxisorientierte Ideen und AnsĂ€tze fĂŒr eine Neuaufstellung der grĂ¶ĂŸten BĂŒrgerbewegung des Landes.

Einer, der als Kandidat gekĂŒrt wurde, aber zuvor nicht PrĂ€sident werden wollte, ist ebenfalls in die DOSB-FĂŒhrungscrew gewĂ€hlt worden: Stephan Mayer. Der CSU-Politiker ist nun einer von fĂŒnf VizeprĂ€sidenten. Bedenken gab es, ob ein scheidender Parlamentarischer StaatssekretĂ€r, der fĂŒr den Sport zustĂ€ndig war, sofort ein Spitzenamt im DOSB annehmen könne. Auch Bahnrad-Olympiasiegerin Miriam Welte gehört nun dem komplett neuen PrĂ€sidium an. Sie erhielt 377 Stimmen und damit das beste Ergebnis.

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