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Kahn: Katar nicht ausgrenzen - Kein Interesse an Haaland

Von dpa
Aktualisiert am 24.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern M├╝nchen AG: Oliver Kahn.
Der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern M├╝nchen AG: Oliver Kahn. (Quelle: Sebastian Widmann/Getty Images Europe/ FC Bayern M├╝nchen/dpa./dpa)
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M├╝nchen (dpa) - Die kontroverse Mitgliederversammlung des FC Bayern M├╝nchen und der Streit um die Beziehungen zum n├Ąchsten WM-Gastgeber Katar besch├Ąftigen Vorstandschef Oliver Kahn noch immer.

"Je mehr Zeit seitdem vergangen ist, desto mehr st├Ârt es mich, dass aus dem Abend in der Wahrnehmung eine Versammlung mit einem einzigen Tagesordnungspunkt geworden ist", sagte Kahn in einem Interview der "S├╝ddeutschen Zeitung".

Auf der Versammlung hatte es vor einem Monat Streit und am Ende Chaos gegeben. Ein Mitgliedsantrag, ├╝ber die Partnerschaft mit der Fluglinie Qatar Airways f├╝r die Zukunft abstimmen zu wollen, wurde von der Vereinsf├╝hrung nicht zugelassen. Kahn betonte mit Blick auf den bis 2023 laufenden Vertrag des deutschen Fu├čball-Rekordmeisters mit Qatar Airways: "Wir werden ihn erf├╝llen und in der Zwischenzeit genau beobachten, wie sich die Dinge entwickeln. Und dann werden wir entscheiden, wie es weitergeht."

Selbstkritische Worte

Kahn r├Ąumte ein, er h├Ątte das Thema vielleicht bereits in seiner Rede ansprechen sollen und nicht erst in der Diskussion danach: "R├╝ckblickend w├Ąre es sicher besser gewesen, die Veranstaltung weiterlaufen zu lassen, da sind wir uns einig. So, wie diese Versammlung gelaufen ist, kann keiner zufrieden sein."

Im n├Ąchsten WM-Gastgeberland Katar sei sicher vieles nicht so, wie sich das die Menschen "nach unseren Ma├čst├Ąben vorstellen, aber meine ├ťberzeugung ist: Es kann auch keine L├Âsung sein, auszugrenzen oder einen Dialog nicht zu f├╝hren", betonte Kahn. Der 52-J├Ąhrige sagte, dass es nat├╝rlich immer auch um wirtschaftliche Interessen gehe, fragte aber auch, ob sich durch einen Boykott der WM in einem Jahr in Katar dort dann etwas zum Besseren entwickele.

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Viele europ├Ąische Top-Clubs wie Paris Saint-Germain oder auch englische Vereine werden ma├čgeblich durch ausl├Ąndische Sponsoren unterst├╝tzt, auch aus der Golf-Region. Zuletzt war der Premier-League-Club Newcastle United an ein Konsortium mit saudischer Beteiligung verkauft worden. Mit Blick auf die k├╝nftige internationale Wettbewerbsf├Ąhigkeit des FC Bayern bemerkte Kahn, viel werde von neuen Regeln f├╝r das Financial Fairplay abh├Ąngen.

Klare Grenzen f├╝r Investoren

Der FC Bayern wolle eine harte Grenze bei der Summe, die maximal von einem Club f├╝r Geh├Ąlter aufgewendet werden d├╝rfe. Zus├Ątzlich k├Ânne es eine relative Gr├Â├če geben. Kahn nannte dabei 60 oder 70 Prozent der Einnahmen als Gr├Â├čenordnung, die maximal in Geh├Ąlter investiert werden d├╝rften. Dabei d├╝rfe die feste Obergrenze, die f├╝r alle gelte, nicht ├╝berschritten werden.

Zudem solle es auch f├╝r Investoren klare Grenzen geben, wie viel sie in einen Fu├čballclub hineingeben k├Ânnten und wie viel Verlust sie ausgleichen d├╝rften. "Aber beide Punkte w├Ąren sinnlos ohne Punkt drei: Es muss Strafen geben, die wehtun und wirklich vollzogen werden, auch bei den gro├čen Clubs. Wir wollen letztendlich nichts anderes als eine Kostenkontrolle im Fu├čball", sagte Kahn. Er ist auch stellvertretender Vorsitzender der europ├Ąischen Club-Vereinigung ECA.

Der FC Bayern sei wirtschaftlich zu einigem in der Lage, aktuell w├╝rden aber die pandemiebedingt erneut fehlenden Zuschauereinnahmen weh tun. Wie zuletzt Vereinspr├Ąsident Herbert Hainer signalisierte auch der Vorstandsvorsitzende kein Interesse an einer Verpflichtung des Dortmunder Topst├╝rmers Erling Haaland. "Wir haben Robert Lewandowski", sagte Kahn. "Der wird auch noch ein paar Jahre lang 30, 40 Tore schie├čen." Der 33 Jahre alte polnische Torj├Ąger besitzt beim deutschen Rekordmeister noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023.

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