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French Open: Kerber nach gro├čem Kampf in Runde zwei

Von dpa
Aktualisiert am 23.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Angelique Kerber hat bei den French Open ihr Auftaktmatch gewonnen.
Angelique Kerber hat bei den French Open ihr Auftaktmatch gewonnen. (Quelle: Frank Molter/dpa./dpa)
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Paris (dpa) - Erst versorgte Angelique Kerber ihre Freundin Andrea Petkovic mit wertvollen Tipps, dann k├Ąmpfte sich die deutsche Nummer eins bei den French Open selbst in die zweite Runde.

Zwei Tage nach ihrem Triumph beim Tennisturnier in Stra├čburg gewann Kerber in Paris gegen die Polin Magdalena Frech dank einer beeindruckenden Energieleistung mit 1:6, 6:3, 7:5 und ├╝berstand damit beim Sandplatz-Klassiker im Stade Roland Garros erstmals seit vier Jahren wieder die erste Runde.

Matchb├Ąlle abgewehrt

Im dritten Satz musste Kerber dabei beim Stand von 4:5 sogar zwei Matchb├Ąlle abwehren. Als sie im zweiten Versuch wenig sp├Ąter selbst das Weiterkommen perfekt gemacht hatte, lie├č Kerber sich v├Âllig ersch├Âpft, aber ├╝bergl├╝cklich auf den roten Sand fallen. Danach feierte sie den Sieg mit den deutschen Fans, die sie auf Court sechs lautstark nach vorne gepeitscht hatten. "Oh, Angelique Kerber", hallte es ├╝ber den Platz, beim Weg in die Kabine machte Kerber mit den Zuschauern sogar die Welle, als habe sie das Turnier bereits gewonnen.

"Ich glaube, so eine Stimmung hatte ich hier in Paris noch nie", sagte Kerber. Insgesamt hat sie in den vergangenen drei Tagen nun fast sechs Stunden auf dem Platz gestanden. "Im Moment ist gar keine Kraft mehr da. Aber ich bin jemand, der schnell regeneriert, und dann schauen wir mal, wohin die Reise hier noch geht", sagte Kerber.

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Kerbers Einsatz als "Spionin"

Petkovic hatte zuvor gegen die Franz├Âsin Oc├ęane Dodin deutlich weniger M├╝he und klar mit 6:4, 6:2 gewonnen. Dabei hatte sie auch von den Ratschl├Ągen Kerbers profitiert. "Ich hatte eine Spionin", sagte Petkovic nach ihrem starken Auftritt. "Meine alte Freundin Angelique Kerber hat vergangene Woche gegen Oceane gespielt und mir ein paar Tipps gegeben." Mit Erfolg: Nach 1:29 Stunden verwandelte Petkovic im regnerischen Paris ihren dritten Matchball.

Kerber wirkte anfangs nicht richtig frisch. Die Strapazen die Tiebreak-Thrillers ├╝ber mehr als drei Stunden im Finale von Stra├čburg waren der 34 Jahre alten Kielerin deutlich anzumerken. Kerber konnte im gesamten ersten Satz kein Mal ihren eigenen Aufschlag durchbringen und leistete sich viele leichte Fehler. Nach nur 28 Minuten ging der Durchgang mit 6:2 an die Polin.

Doch dann entdeckte Kerber ihr ber├╝hmtes K├Ąmpferherz. Im zweiten Satz wurde das dritte Spiel zum Schl├╝ssel. Mehr als zehn Minuten dauerte das Aufschlagspiel von Frech, ehe Kerber das Break gelang. Die ehemalige Weltranglisten-Erste steigerte sich nun, machte vor allem ├╝ber die Vorhand viele Punkte und holte sich den Satzausgleich.

Doch im dritten Abschnitt kassierte sie sofort wieder ein Break und lief diesem fortan hinterher. Kerber und Frech lieferten sich nun einen packenden Fight mit spektakul├Ąren Ballwechseln in Serie. Bei den beiden Matchb├Ąllen von Frech behielt Kerber die Nerven und machte wenig sp├Ąter den ersten Zweitrunden-Einzug in Paris seit vier Jahren perfekt.

Petkovic hat noch Spa├č am Tennis

Petkovic war nach ihrem Erfolg in Plauderlaune. Im ersten ├ťberschwang sprach sie im Spa├č sogar vom Finaleinzug. "Unter dem Titel geht hier gar nichts", sagte sie scherzend. Der ist f├╝r die 34 alte Darmst├Ądterin nat├╝rlich noch meilenweit entfernt, doch nach zwei Erstrunden-Niederlagen in den vergangenen beiden Jahren bei ihrem "Lieblings-Grand-Slam" war der Erfolg gegen Dodin schon einmal ein positiver Anfang.

Viele gehen davon aus, dass die aktuelle Saison ihre letzte ist. Doch das ist nicht in Stein gemei├čelt. "Es macht mir einfach noch sehr viel Spa├č, und vom Tennis her kann ich eben noch mithalten." Auch deshalb hat das Multi-Talent andere Aktivit├Ąten erst einmal hinten an gestellt. Die ZDF-Reportage hat sie bereits seit l├Ąngerer Zeit nicht mehr moderiert, auch die Schriftstellerei steht derzeit nicht im Vordergrund. "Tennis ist nach wie vor meine Priorit├Ąt", sagte die Hessin. "Wenn ich fit bin, kann ich schon noch mit den M├Ądels mitspielen und sie sogar ├Ąrgern."

Swiatek weiter, Osaka raus

Topfavoritin Iga Swiatek zog ohne M├╝he in die zweite Runde ein. Die Polin siegte gegen Lessia Zurenko aus der Ukraine mit 6:2, 6:0 und feierte damit ihren 29. Sieg in Serie. Letztmals hat die Nummer eins der Welt im Februar in Dubai ein Spiel verloren. Gegen Zurenko unterstrich die 20-J├Ąhrige unter dem geschlossenen Dach auf dem Court Philippe Chatrier ihre absolute Ausnahmeform und ben├Âtigte nur 54 Minuten f├╝r ihren Erfolg.

Unterdessen ist die ehemalige Weltranglisten-Erste Naomi Osaka bereits ausgeschieden. Sie verlor gegen Amanda Anisimova aus den USA mit 5:7, 4:6. Osaka hatte im vergangenen Jahr bei den French Open f├╝r Aufsehen gesorgt, weil sie sich wegen mentaler Probleme vor ihrem Zweitrunden-Spiel zur├╝ckgezogen hatte. Zuvor hatte die 24-J├Ąhrige Depressionen ├Âffentlich gemacht und sich geweigert, mit den Medien zu sprechen. Zuletzt war die Japanerin immer wieder von Verletzungen zur├╝ckgeworfen worden und hatte im Vorfeld der French Open mit Schmerzen an der Achillessehne zu k├Ąmpfen.

├ťberraschungs-Aus f├╝r Krejcikova

Auch die Titelverteidigerin Barbora Krejcikova ist ├╝berraschend bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Die 26 Jahre alte Tschechin verlor gegen die 19 Jahre alte Franz├Âsin Diane Parry mit 6:1, 2:6, 3:6. Krejcikova hatte vor den French Open lange Zeit wegen einer Verletzung pausieren m├╝ssen, war aber rechtzeitig zum Sandplatz-Klassiker im Stade Roland Garros fit geworden. Im vergangenen Jahr hatte die Tschechin in Paris ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert.

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