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Zum Karriereende von Serena Williams: Sie wird bleiben


Es tut verdammt weh

  • David Digili
Von David Digili

Aktualisiert am 03.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Serena Williams nach ihrem letzten Match: Standing Ovations im Arthur Ashe Stadium in New York.
Serena Williams nach ihrem letzten Match: Standing Ovations im Arthur Ashe Stadium in New York. (Quelle: Robert Deutsch)
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Serena Williams beendet ihre einmalige Karriere. Ihr Einfluss geht weit über den Sport hinaus – und ist nur mit einem vergleichbar.

Eine letzte Pirouette. Ein letztes Winken ins Publikum. Ein letztes Mal die Tasche packen und die Schritte vom Spielfeld gehen im Arthur Ashe Stadium in Queens, New York.

Es wird noch einen Moment brauchen, bis dieser Moment in seiner Dimension vollends greifbar wird: Nicht nur die große, übergroße, einmalige Karriere von Serena Williams ist seit diesem Abend am 2. September 2022 vorbei – es verabschiedet sich auch die vielleicht größte gesamtgesellschaftliche Persönlichkeit, die es im Weltsport seit Muhammad Ali, dem Größten der Großen, gegeben hat.

Denn Serena – ihr Vorname steht längst für sich, braucht keiner weiteren Erklärung – hat in ihrer über 25 Jahre währenden Karriere mehr bewegt, mehr verändert, mehr hinterlassen als die meisten Größen der Sportwelt. 23 Grand-Slam-Titel, unzählige weitere Erfolge, denkwürdige Matches. Das hat sie Millionen Fans weltweit über ein Vierteljahrhundert lang beschert.

Serena überdauerte sie alle

Ihre eindringlichen Schreie bei jedem Schlag, ihr kraftvolles Spiel, ihre Emotionen, ihr Drama, ihre Show, sie hatten ihren letzten großen Auftritt an diesem Freitagabend bei den US Open in Queens. 5:7, 7:6, 1:6 in der 3. Runde der US Open gegen die Australierin Ajla Tomljanovic in einem mitreißenden, historischen, über drei Stunden langen Match.

Diese Serena ist Geschichte. Das tut weh. Verdammt weh. Ihren Fans, dem Tennis, ihr selbst, die noch im On-Court-Interview mit ESPN-Reporterin Mary Jo Fernandez nach ihrem letzten Match gerührt und ergriffen war von den Emotionen und dem Beifall der fast 24.000 Zuschauer im Arthur Ashe Stadium. Zumindest einen Moment lang wirkte sie noch etwas zerrissen zwischen Karriereende zugunsten der Familie und Fortsetzung ihrer Laufbahn.

Ihr Spiel? Ungekannt kraftvoll und doch grazil, mit brachialer Gewalt und doch feiner Technik, variabel und druckvoll. Ihre Outfits? Vom Einteiler über Bikerjacken bis hin zum mit Edelsteinen besetzten Glitzerkleid. Ihr Auftritt? Selbstbewusst an der Grenze zur Arroganz, charismatisch, emotional, auch polarisierend ob ihrer Eigenheiten. Ihre Konstanz? Unübertroffen. Ihre Schwester Venus, Justine Henin, Maria Scharapowa, Angelique Kerber, Naomi Osaka und viele mehr, sie kamen und gingen; Serena aber blieb, überdauerte sie alle – einmalig im Weltsport. Kein Fußballer, kein Basketballstar, niemand aus dem Motorsport oder aus der Leichtathletik hatte oder hat eine vergleichbare Karrierespanne auf anhaltend hohem Niveau.

"Vor Serena gab es keine Tennis-Ikone, die so aussah wie ich"

Doch ihr Wirken geht weit über die bloßen sportlichen Meriten hinaus. Sie hat Mauern eingerissen, Grenzen verschoben, neue Maßstäbe gesetzt, inspiriert, ermutigt, den Sport geöffnet, diversifiziert. Das ist ihr größter Verdienst. "Vor Serena, bevor ich geboren wurde, gab es keine Tennis-Ikone, die so aussah wie ich", erklärte dieser Tage Coco Gauff, die vielleicht die nächste große afro-amerikanische Spielerin werden könnte. Im "überwiegend weißen" Sport, so die 18-Jährige, habe sie aber "nie gedacht, dass ich anders bin, weil die Nummer eins der Welt aussah wie ich". Ihr Leben, ihr Werdegang, ihr Kampf gegen das Tennis-Establishment, ihre Familie? Stoff für Dokumentationen, einen Oscar-prämierten Film.

Serenas Karriere auf den Courts ist vorbei, und vielleicht wird diese traurige, noch immer surreal wirkende Erkenntnis zumindest ein wenig greifbarer durch eine Gewissheit: Die Spielerin Serena Williams ist gegangen. Eine andere Serena Williams wird bleiben: Die flammende Kämpferin gegen Rassismus, für Frauenrechte und gleiche Bezahlung, gegen Ausgrenzung und Ungerechtigkeit, für Gleichberechtigung und Vielfalt. Die Mutter, die ihre Schwangerschaft und ihre neue Familienrolle öffentlich thematisiert hat wie keine Spielerin zuvor. Die Aktivistin mit ihrer Wortgewalt und ihrem Selbstbewusstsein, die sie einzusetzen versteht in der Öffentlichkeit, in Artikeln, Kommentaren, Interviews. Nicht für sich, für die Gesellschaft.

Und: Sie muss bleiben.

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