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Tour de France: So stehen Emanuel Buchmans Chancen auf den Sieg


Showdown in den Alpen  

So stehen Buchmanns Chancen auf den Tour-Sieg

Von Tobias Ruf

27.07.2019, 14:50 Uhr
Tour de France: Historischer Abbruch nach Wetter-Einbruch

Die 19. Etappe der Tour de France sollte historisch werden. Mitfavorit Thibaut Pinot musste aufgeben, das Rennen wetterbedingt abgebrochen werden und Egan Bernal fuhr ins gelbe Trikot.(Quelle: Omnisport)

Tour de France: Nach heftigen Unwettern kam es zu einem historischen Abbruch der Etappe. (Quelle: Omnisport)


Am vorletzten Tag kommt es zur Entscheidung bei der Tour de France 2019. Mittendrin im Kampf um Gelb: Emanuel Buchmann. So könnte dem Deutschen tatsächlich noch die große Sensation gelingen.

Nach dem Wetterchaos von gestern kann die deutsche Hoffnung mehr denn je einen Top-3-Platz bei der Tour de France anpeilen.

"Weit ist das Podium nicht mehr weg. Morgen nochmal alles geben und dann schauen, was am Ende rauskommt. Ich fühle mich für die dritte Woche noch echt gut, so habe ich mich bei einer dritten Woche noch nie gefühlt", sagte Buchmann am Freitag.

22-Jähriger fährt in Gelb

Am Samstag geht es noch einmal in die Berge, ehe am Sonntag die letzte Etappe nach Paris ansteht. Das Teilstück von Albertville nach Val Thorens wurde am späten Freitagabend wegen Erdrutschen und Unwetterwarnungen von 130 auf knapp 60 Kilometer verkürzt. Es ist extrem kurz, wird am Ende aber steil. Start ist um 14:30 Uhr, im Ziel werden die Fahrer gegen 16:35 erwartet.

Im Gesamtklassement ist der 26 Jahre alte Buchmann vom Bora-hansgrohe-Team nun Fünfter, auf einen Podestplatz in Paris fehlen ihm derzeit nur 39 Sekunden. Gelb trägt Egan Bernal. Der Kolumbianer liegt 1:55 Minuten vor dem Deutschen.

Zweiter in der Gesamtwertung ist Julian Alaphilippe, der am Freitag das Gelbe an Bernal abgeben musste und nicht zu den stärksten Bergfahrern gehört.

Buchmann sollte auf dem Schlussanstieg, der 33,4 Kilometer lang ist und in Val Thorens mit einer Bergankunft auf einem Berg der höchsten Kategorie endet, gegen Alaphilippe gute Karten haben und den Rückstand von 1:07 Minuten auf den Franzosen aufholen können.

Damit wäre der Ravensburger schon auf Rang vier vorgerückt. Vor Buchmann liegt dann noch der Niederländer Steven Kruijswijk. 27 Sekunden trennen die beiden Allrounder, die am Berg mit ähnlichen Fähigkeiten ausgestattet sind.

Ineos mit großen strategischen Vorteilen

Ob Buchmann den Jumbo-Visma-Profi noch einholen wird, hängt völlig von der Tagesform ab.

Großer Favorit auf den Toursieg ist aber das Team Ineos. Bernal trägt Gelb und Dritter in der Gesamtwertung ist sein Teamkollege und Vorjahressieger Geraint Thomas. Thomas hat 1:16 Rückstand auf Bernal und einen Vorsprung von 39 Sekunden auf Buchmann.

Buchmann hat nichts zu verlieren

Da Thomas und Bernal jeweils exzellente Bergfahrer sind und als Mitglieder eines Teams auch entsprechend taktieren können, ist ein Tour-Sieg aus dem Hause Ineos sehr wahrscheinlich.

Dennoch gehen Buchmanns Chancen nicht gegen Null. Ob defekt, Formeinbruch oder Sturz: Bei einer Bergankunft kann alles passieren und Buchmann, der sein Ziel, in die Top-Ten zu fahren, längst erreicht hat, hat nichts zu verlieren.


Es ist zu erwarten, dass Buchmann und auch Kruijswijk mehrere Attacken auf das Ineos-Duo lancieren werden, wenn es die Form zulässt. Aber auch ein aggressives Anfahren von Bernal und Thomas erscheint möglich. So würden Buchmann und der Niederländer sehr früh unter großen Druck geraten.

Fazit: Buchmann hat noch Chancen auf den Gesamtsieg, dabei müsste aber wirklich alles für den Ravensburger laufen. Die Chancen aufs Podest in Paris sind wesentlich größer, dazu müsste Buchmann bei einem normalen Etappenverlauf "nur" Bernal, Thomas oder Krujiswijck in der Gesamtwertung hinter sich lassen. Alaphilippe sollte kein Problem für den Profi von Bora-Hansgrohe sein. Dass nach hinten noch etwas anbrennt, ist eher unwahrscheinlich. Auf den sechstplatzierten Mikel Landa hat Buchmann fast drei Minuten Vorsprung.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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