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Rad-WM: John Degenkolb: "Es wird ein hartes Rennen"


INTERVIEWRad-Star Degenkolb zur WM  

"Es wird ein hartes Rennen – und harte Rennen liegen mir"

Ein Interview von Alexander Kohne

28.09.2019, 08:19 Uhr
Rad-WM: John Degenkolb: "Es wird ein hartes Rennen". John Degenkolb: Der deutsche Rad-Star wird nach der Saison das Team wechseln. (Quelle: imago images)

John Degenkolb: Der deutsche Rad-Star wird nach der Saison das Team wechseln. (Quelle: imago images)

Seit gut 32 Wochen wartet Deutschlands Rad-Star John Degenkolb auf einen Sieg. Bei der WM in England soll es endlich klappen. Die widrigen Bedingungen dort lösen bei ihm Euphorie aus.

John Degenkolb ist Deutschlands bekanntester Rad-Profi. Mit dem Sieg beim Klassiker Paris-Roubaix und Husarenritten bei Tour de France oder Vuelta a Espana hat er sich in die Herzen der Fans gefahren. Doch aktuell durchlebt der gebürtige Thüringer eine Durststrecke – ausgerechnet zu einer Zeit, in der beim WM-Straßenrennen in Yorkshire (Sonntag, ab 8.40 Uhr bei Eurosport) einer der letzten großen Titel vergeben wird, den er noch nicht gewonnen hat.

t-online.de: Etappensiege bei Tour, Vuelta und Giro d‘Italia sowie Erfolge bei Paris–Roubaix oder Mailand–Remo – mit 30 Jahren haben fast alles gewonnen. Der WM-Titel fehlt allerdings noch. Welchen Stellenwert hat dieser für Sie?

John Degenkolb: Ein WM-Sieg ist definitiv etwas Besonderes. Allein schon wegen des Regenbogentrikots, das dann eine komplette Saison getragen wird. Damit unterscheidet es sich auch von all den anderen Siegen – ohne diese Erfolge kleiner zu machen. Für mich persönlich haben Siege in Roubaix oder bei Mailand–Sanremo mindestens den gleichen Stellenwert wie ein Titel bei der WM. Was aber natürlich nicht heißt, dass ich diesen nicht gerne mal mit nach Hause nehmen würde (lacht).

John Degenkolb 
Der gebürtige Geraer fährt noch bis zum Saisonende für das Team Trek-Segafredo. 2018 gewann er seine erste Tour-de-France-Etappe in Roubaix. 2015 triumphierte er bei den Frühjahrsklassikern Mailand–Sanremo und Paris–Roubaix.

Aber mal ehrlich: Ist Ihnen der WM-Titel nicht wichtiger als ein erneuter Erfolg bei Ihrem Lieblingsrennen Paris–Roubaix?

Nein, definitiv nicht. Denn jeder Sieg ist wichtig, schön und gut (lacht). 

Allerdings scheint Ihnen der WM-Kurs entgegenzukommen. Sie selbst haben vor einigen Monaten im Interview mit t-online.de erklärt: "Die Strecke sieht auf den ersten Blick nicht schlecht aus." Was macht sie aus?

Die Gesamtdistanz von fast 300 Kilometern, viele Höhenmeter verteilt auf viele kleine Anstiege und – wie es jetzt aussieht – auch noch Wind und Regen. Es wird definitiv ein hartes Rennen – und harte Rennen liegen mir grundsätzlich.

Wer sind aus Ihrer Sicht die Top-Favoriten?

Das ist echt nicht leicht. Bei einem WM-Rennen ist wirklich viel möglich und ich würde ungern einen Tipp abgeben wollen. Es werden alle voll motiviert am Start sehen – und dann schau‘n wir mal, wie sich das Rennen entwickelt.

Wie schätzen Sie Ihre eigenen Chancen ein?

Wir als deutsches Team fahren definitiv nicht als die Top-Favoriten nach Yorkshire, können aber sicher eine Rolle spielen – wenn alles passt. Es wird extrem auf den Rennverlauf und die sicher unterschiedlichen Taktiken der anderen – nominell vielleicht sogar stärkeren – Teams ankommen.

Gibt es ein Minimalziel?

Alles geben – und das als komplette, geschlossene Mannschaft. Das ist unser Minimalziel.


Mit Nils Politt und Nikias Arndt sind im deutschen Team Fahrer mit ähnlichen Stärken wie Sie. Ihre Erfahrung haben sie allerdings nicht. Dazu kommt Pascal Ackermann, der zwar gut in Form ist, sich als klassischer Sprinter allerdings nicht wirklich viel ausrechnet. Wie ist die Taktik im deutschen Team? Sehen Sie sich als Kapitän?

Ich werde doch nicht unsere Taktik verraten! (lacht) Sicher ist und deshalb kann ich das sagen: Wir gehen ohne eine definierte Kapitänsrolle ins Rennen – etwas, was uns variabel und damit hoffentlich auch schwerer ausrechenbar macht. Auch weil wir alle schon bewiesen haben, dass wir Rennen entscheiden können. Und mit Pascal Ackermann in seiner aktuellen Form haben wir bestimmt einen der stärksten Sprinter momentan am Start, den die anderen Teams sicher auf der Rechnung haben müssen. 

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