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Nadal im Finale der Australian Open – Medvedev wartet

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 28.01.2022Lesedauer: 3 Min.
UnbÀndige Freude auch mit 35 Jahren: Rafael Nadal hat nach langer Verletzungspause und einer Corona-Erkrankung das Finale der Australian Open erreicht.
UnbÀndige Freude auch mit 35 Jahren: Rafael Nadal hat nach langer Verletzungspause und einer Corona-Erkrankung das Finale der Australian Open erreicht. (Quelle: Shutterstock/imago-images-bilder)
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Lange fiel Rafael Nadal wegen einer Fußverletzung aus. Nun kann der spanische Tennisstar am Sonntag im Finale triumphieren – und einen neuen Rekord aufstellen. Sein Gegner leistete sich in seinem Match einen Ausraster.

Was fĂŒr ein Comeback von Rafael Nadal: Der spanische Tennisstar greift bei den Australian Open nach seinem 21. Grand-Slam-Titel. Das wĂ€re neuer alleiniger Rekord. Dank eines 6:3, 6:2, 3:6, 6:3 gegen den italienischen Wimbledon-Finalisten Matteo Berrettini zog Nadal am Freitag in sein erstes Melbourne-Endspiel seit drei Jahren ein.

"Es bedeutet mir eine Menge, hier wieder im Finale zu sein", sagte Nadal, als er nach seinem 500. Hartplatzsieg in der Rod-Laver-Arena interviewt wurde. Im Finale am Sonntag tritt die Nummer fĂŒnf der Welt gegen den russischen US Open-Champion Daniil Medvedev an. Der setzte sich in einem emotionalen Match mit 7:6 (7:5), 4:6, 6:4, 6:1 gegen den griechischen Weltranglisten-Vierten Stefanos Tsitsipas durch.

Medvedev tickt aus: "Bist du dumm?"

Die Nummer zwei der Welt verlor zeitweise völlig die Fassung und beschimpfte den Schiedsrichter im zweiten Satz. "Bist du verrĂŒckt, bist du dumm?", sagte er in Richtung des Unparteiischen, der ein angebliches Coaching von Tsitsipas durch dessen Vater Apostolos ĂŒbersehen haben soll. "Er redet nach jedem Punkt. Du musst ihn verwarnen", sagte Medvedev, der sich aber wieder fing und am Ende der verdiente Sieger war.

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Verbaler Ausraster: Daniil Medvedev (l.) wĂŒtet wĂ€hrend des Matches gegen Stefanos Tsitsipas gegen Stuhl-Schiedsrichter Jaume Campistol.
Verbaler Ausraster: Daniil Medvedev (l.) wĂŒtet wĂ€hrend des Matches gegen Stefanos Tsitsipas gegen Stuhl-Schiedsrichter Jaume Campistol. (Quelle: AAP/imago-images-bilder)

Bei den Australian Open 2021 hatte der 25-JĂ€hrige ebenfalls im Halbfinale gegen Tsitsipas gewonnen, dann aber den Titel gegen den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic verpasst.

13 Jahre nach dem ersten hat Nadal die Chance auf den zweiten Erfolg in Melbourne

Nadal hatte das Halbfinal-Duell mit Berrettini zwei SĂ€tze lang eindrucksvoll beherrscht, dann schienen die KrĂ€fte nachzulassen, aber er biss sich durch. 13 Jahre nach seinem bisher einzigen Australian-Open-Sieg sind Nadals Aussichten glĂ€nzend, sofern die Fitness fĂŒr ein weiteres Match ausreicht. Nach monatelanger Turnierpause und einer komplizierten Fußverletzung darf der Spanier an den großen Triumph glauben: Ein Sieg fehlt, dann lĂ€sst der 35-JĂ€hrige im faszinierenden Grand-Slam-Titelrennen seine in Melbourne nicht anwesenden Rivalen Novak Djokovic und Roger Federer hinter sich. "FĂŒr mich geht es um die Australian Open – mehr als um alles andere", sagte Nadal nach dem Finaleinzug. "Ich habe nie an eine zweite Chance 2022 gedacht."

Momentan stehen alle drei bei je 20 TrophĂ€en bei den vier wichtigsten Turnieren. Melbourne-Rekordchampion Djokovic war fĂŒr Australien der Favorit, der ungeimpfte Serbe musste wegen seines annullierten Visums aber noch vor dem Turnierstart wieder ausreisen. Der Schweizer Federer zweifelt wegen seiner langwierigen Knieprobleme an einem Comeback.

Kurz vor Nadals Halbfinale hatte es in Melbourne angefangen zu schĂŒtten, die Temperatur sank von 32 auf 22 Grad. Dass es in der Rod-Laver-Arena deutlich kĂŒhler als an den Tagen zuvor war, dĂŒrfte Nadal entgegengekommen sein. Unterm geschlossenen Dach begann die Partie so, wie er es sich gewĂŒnscht haben dĂŒrfte. Schnell lag der LinkshĂ€nder mit 3:0 vorn. NatĂŒrlich hatte Nadal begriffen, dass er die Vorhand von Berrettini besser vermeiden sollte. Oft drĂ€ngte er den Weltranglisten-Siebten in seine schwĂ€chere RĂŒckhand-Ecke und kam so zu Punkten. Seinen vierten Satzball nutzte er.

Nadals KrÀfte lassen mit dem Laufe der Zeit nach

Im zweiten Abschnitt zog der Melbourne-Sieger von 2009 auf 4:0 davon, ehe der Italiener seinen Aufschlag durchbrachte. Nadal scheuchte Berrettini von links nach rechts, mit seiner Power und seinen prÀzisen SchlÀgen hatte er den ersten italienischen Herren-Halbfinalisten der Australian Open im Griff.

Ab dem dritten Satz verlief das Match deutlich ausgeglichener. Plötzlich musste Nadal zum 3:5 seinen ersten Aufschlagverlust hinnehmen, kurz darauf war der Satz weg. Ein wenig kamen Erinnerungen auf an das Viertelfinale am Dienstag, als Nadal gegen den Kanadier Denis Shapovalov Mitte des dritten Satzes mit Magenproblemen eingebrochen war und sich "zerstört" gefĂŒhlt hatte.

Auch diesmal schienen die KrĂ€fte etwas nachzulassen. Nadal dominierte von der Grundlinie lĂ€ngst nicht mehr so wie noch in den SĂ€tzen eins und zwei. Er bekam jedoch zwei Breakchancen beim 4:3 dank der Mithilfe Berrettinis. Die erste ließ der Spanier noch aus, bei der zweiten landete die Vorhand des Italieners im Netz. Es war die Vorentscheidung. Dass Nadal nun zum sechsten Mal im Endspiel der Australian Open steht, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Wimbledon, Olympia und die US Open verpasste er wegen seiner Fußprobleme. Kurz vor Weihnachten infizierte er sich mit dem Coronavirus – ein weiterer RĂŒckschlag.

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Was es ihm nun bedeuten wĂŒrde, Djokovic und Federer mit dem 21. Titel hinter sich zu lassen, wurde Nadal schon vor dem Halbfinale gefragt. "Ich hoffe auf gar nichts mehr. Ich will nur weiterspielen, denn das bereitet mir die meiste Freude", antwortete er. "Ich glaube nicht, dass mein GlĂŒcksgefĂŒhl davon abhĂ€ngig ist, ob ich mehr Grand-Slam-Turniere gewinne als andere oder andere mehr als ich."

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