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Karl Geiger: Was machen Profi-Skispringer eigentlich im Sommer?


Was machen Profi-Skispringer eigentlich im Sommer?

Von Tobias Ruf

13.11.2018Lesedauer: 3 Min.
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Karl Geiger kommt aus Oberstdorf und gehört seit 2012 zum deutschen Weltcup-Team der Skispringer.
Karl Geiger kommt aus Oberstdorf und gehört seit 2012 zum deutschen Weltcup-Team der Skispringer. (Quelle: Eibner Europa/imago-images-bilder)
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Der deutsche Olympia-Silbermedaillengewinner Karl Geiger gibt im Gespräch mit t-online.de einen Einblick hinter die Kulissen der Skisprung-Welt.

Was macht ein Skispringer eigentlich im Sommer?


Skispringen: Die Favoriten auf den Gesamtweltcup und die deutschen Athleten

Kamil Stoch geht als Titelverteidiger in die neue Saison. Und auch als Topfavorit. Der Pole gewann in der Vorsaison neben dem Gesamtweltcup auch Olympisches Gold und die Vierschanzentournee.
Richard Freitag wurde in der Vorsaison Zweiter im Gesamtweltcup und holte olympisches Silber mit dem deutschen Team.
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Dort legen wir den Grundstein für den Winter. Wenige Wochen nach dem Ende des Weltcup-Winters beginnen Anfang April die ersten Kraft- und Koordinationseinheiten. Mitte Mai sind wir wieder auf der Schanze und machen unsere ersten Sprünge.

Wie unterschiedlich sind die Sprung-Bedingungen in Sommer und Winter?

Die ähneln sich von den Abläufen sehr. Der Ski muss anders präpariert werden, aber da gewöhnt man sich schnell dran. Der größte Unterschied sind die äußeren Bedingungen. Im Sommer schwitzt man unter dem Anzug und auch die Thermik ist unterschiedlich.

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Trainiert man prinzipiell eher alleine oder in Gruppen?

Das Training ist auf den einzelnen Athleten abgestimmt, aber manche Einheiten absolvieren wir auch in Gruppen. Wir sind dann beispielsweise gemeinsam im Kraftraum, wo jeder aber sein individuelles Programm absolviert.

Wo findet das Training statt?

Die Grundlagen legen wir an den verschiedenen Stützpunkten. Im meinem Fall ist das meine Heimat Oberstdorf. Dann gibt es verschiedene Lehrgänge, die wir in Deutschland und im Ausland absolvieren. Diesen Sommer waren wir beispielsweise in Innsbruck, in Garmisch-Partenkirchen, in der Ramsau, in Courchevel und Planica.

Kann ein Skispringer gezielt auf ein Event hinarbeiten?

Das ist schwierig. In der Theorie stimmt man die Trainingspläne natürlich auf die Highlights ab. Aber Skispringen hängt sehr viel mit Tagesform und mentaler Stärke zusammen. Und dann sind da noch die äußeren Bedingungen, die man auch nicht beeinflussen kann. Am Reisbrett kann man in unserer Sportart keine Erfolge planen.

Wie sehen die Abläufe zwischen den Weltcups aus?

Nach einem Weltcupwochenende fahren wir nach Hause und absolvieren Montag und Dienstag noch Krafttraining. Am Donnerstag ist dann schon wieder die Anreise zum nächsten Weltcup. Bevor dann die Qualifikation am Freitag beginnt, haben wir in der Regel noch eine Einheit, in der wir auch gezielt auf Krafttraining setzen. So zieht sich das dann den ganzen Winter durch.

Der größte Erfolg in der Karriere des Karl Geiger (rechts): Mit seinen Teamkollegen (von links) Andreas Wellinger, Richard Freitag und Stephan Leyhe gewinnt er Silber bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang.
Der größte Erfolg in der Karriere des Karl Geiger (rechts): Mit seinen Teamkollegen (von links) Andreas Wellinger, Richard Freitag und Stephan Leyhe gewinnt er Silber bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Wie sind Sie zum Skispringen gekommen?

Ich habe zunächst mit alpinem Skifahren angefangen und dann in meinem Skiclub in Oberstdorf verschiedene Disziplinen ausprobiert. Meine ersten Sprünge habe ich mit fünf Jahren gemacht und fand das schon ziemlich cool. Dann habe ich mehr und mehr Sprünge gemacht und mich recht schnell für die Spezialisierung auf Skispringen entschieden.

Wie läuft dann so eine Karriere ab?

Im Kindesalter geht es primär um Spaß und Bewegung. Mit knapp zehn Jahren bin ich in meine erste Trainingsgruppe gekommen. Dort habe ich noch zusätzlich Langlauf gemacht, also nordisch kombiniert. Mit 13 habe ich mich auf Skispringen spezialisiert und auch meine ersten Wettkämpfe in Deutschland absolviert. Schritt für Schritt habe ich mich in den Trainingsgruppen nach oben gearbeitet und mit 19 Jahren dann erstmals im Weltcup gesprungen. Es war eine stetige Entwicklung, die sich bis heute so fortsetzt.

Sie studieren nebenbei Energie- und Umwelttechnik. Wie ist Spitzensport und Studium vereinbar?

Das geht nur mit viel Eigeninitiative und Unterstützung der Universität. An der Hochschule in Kempten, an der ich studiere, wird auf uns Leistungssportler Rücksicht genommen. Das heißt nicht, dass wir bevorzugt werden oder wir weniger leisten müssen als andere Studenten. Aber es gibt Sondergenehmigungen und auch bei Abgabefristen nimmt man Rücksicht auf uns. Letztlich aber muss man sich dann aber auf den Allerwertesten setzen und lernen. Bei mir findet das hauptsächlich im Sommer statt, im Winter hat man einfach zu wenig Spielraum.

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Wie werden Sie gefördert?

Ich bin beim Zoll angestellt. Ohne diese Unterstützung wäre es sehr schwer, als professioneller Springer zu arbeiten. Zudem spielen Sponsoren und die Sporthilfe eine wichtige Rolle.

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