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"Avengers: Endgame" – Die Stars im Interview: "Unglaublich und einmalig"

INTERVIEWStars von "Avengers: Endgame"  

Scarlett Johansson über Kino-Kracher: "Unglaublich und einmalig"

Von David Digili

24.04.2019, 22:47 Uhr
"Avengers: Endgame" – Die Stars im Interview: "Unglaublich und einmalig". Rudd, Johansson und Hemsworth (v. li.) beim Presse-Termin in London. (Quelle: imago images/PA Images)

Rudd, Johansson und Hemsworth (v. li.) beim Presse-Termin in London. (Quelle: PA Images/imago images)

Schauspielerin Scarlett Johansson, ihre Kollegen Paul Rudd und Chris Hemsworth und die Regisseure Joe und Anthony Russo sprechen vor dem Filmstart über die Faszination Marvel, die harten Dreharbeiten – und Rasen mähen in Australien.

Es ist der größte Film des Kinojahres 2019, mit Hollywoods größten Stars, von Robert Downey Jr. über Scarlett Johansson und Brie Larson bis zu Mark Ruffalo. Ein aller Voraussicht nach bombastisches, episches Spektakel, das am 24. April weltweit in die Lichtspielhäuser kommt: "Avengers: Endgame", der 22. Film im Universum der Verfilmungen der legendären Marvel-Comics um die Superhelden "Captain America" (Chris Evans), "Iron Man" (Robert Downey Jr.), "Hulk" (Mark Ruffalo), "Thor" (Chris Hemsworth) und "Spider-Man" (Tom Holland). 

Der Film wird angekündigt als großes Finale der bisherigen Filme, wird vielfältigste Rekorde brechen – und ist mit 181 Minuten auch der längste der Reihe. Millionen Fans weltweit zerkauen sich in lauter Vorfreude und Spannung die Fingernägel – dieses Mal soll es für die Helden um alles gehen: Im monumentalen Vorläufer "Avengers: Infinity War" aus dem letzten Jahr löschte Bösewicht "Thanos" (Josh Brolin) die Hälfte allen Lebens im Universum aus – kann die Katastrophe rückgängig gemacht werden? Und zu welchem Preis?

Joe Russo, Paul Rudd, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Trinh Tran und Anthony Russo bei der Premiere zum Film.  (Quelle: imago images/Matrix)Joe Russo, Paul Rudd, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Trinh Tran und Anthony Russo bei der Premiere zum Film. (Quelle: Matrix/imago images)

Dementsprechend großdimensioniert hat Produktionsfirma Disney davor in ein feudales Hotel im Herzen Londons zu einem Pressetermin geladen: Interviewmöglichkeiten mit den Regisseuren Joe und Anthony Russo und den Stars Scarlett Johansson, Chris Hemsworth und Paul Rudd ("Ant-Man"), direkt am Trafalgar Square. Die rührigen PR-Leute begrüßen herzlich und drücken mir eilig ein Formular in die Hand, auf dem nach den Eindrücken der Ausschnitte gefragt wird, die der Presse am Vorabend in einem alten Kino gezeigt wurden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit meiner Handschrift klappt das Lesen gut, "Oh, Sie haben gut aufgepasst!" staunt der PR-Chef anerkennend – Details darüber, was mir denn aufgefallen ist, will, muss und soll ich mir hier ersparen.

 
Ich werde in einen größeren Raum mit Kollegen aus ganz Europa geführt, die hier wie in einer Arztpraxis darauf warten, aufgerufen zu werden. Viele schauen in ihre Aufzeichnungen, andere nehmen sich etwas vom Büffet, Kaffee oder Limonade. Ein englischer Kollege unterhält sich angeregt und mit nur mäßig versteckter Schadenfreude darüber, wie sich Liam Neeson bei so einem Pressetermin kürzlich "die Karriere zerstört" habe.

"Wenn die Tür aufgeht, dürfen Sie gleich rein"

Vier Minuten wurden mir versprochen. Jeweils vier Minuten für Interviews mit den Regisseuren Joe und Anthony Russo und den Stars Scarlett Johansson, Paul Rudd und Chris Hemsworth – die drei natürlich zusammen.

 (Quelle: imago/Prod. DB) (Quelle: imago/Prod. DB)

Nach langem Warten ruft mich eine große blonde Dame aus dem PR-Team mit freundlichem Lächeln auf. "Es geht zuerst zu den Regisseuren", sagt sie, gibt mir die Hand und hakt meinen Namen auf einer langen Liste ab. Ich werde über den edlen Teppich auf dem Flur der Etage – vor eine verschlossene Zimmertür geführt und wie ein Schuljunge auf einen samtig gepolsterten Stuhl gesetzt. "Eine Kollegin ist noch dran, wenn die Tür aufgeht, dürfen Sie gleich rein."

Russo: "Marvel ist ein beträchtlicher Teil unseres Lebens"

Als es so weit ist, trete ich in das Zimmer, dessen durchaus feudale Einrichtung hinter Film-Equipment verschwunden ist, und werde von Joe und Anthony Russo direkt mit einem freundlichen "Hey, wie geht's Dir?" begrüßt. Ich setze mich den beiden gegenüber auf einen gut ausgeleuchteten Stuhl, zur Aufzeichnung ist je eine Kamera auf Interviewer und Interviewpartner gerichtet.

Es ist der mittlerweile vierte Russo-Film im "Marvel Cinematic Universe", die beiden Brüder drehten bereits "Captain America: The Winter Soldier" (2014), "Captain America: Civil War" (2016) und das direkte Prequel "Avengers: Infinity War" (2018). "Wir haben vier Marvel-Filme in sieben Jahren gedreht, das ist ein beträchtlicher Teil unseres Lebens", sagt Anthony, der ältere der beiden Brüder. "Wir haben große Teile von uns selbst diesen Filmen gewidmet. Es sind Filme, die schwierig umzusetzen sind, die eine Menge Opfer fordern, auch von unseren Privatleben. Aber diese Filme sind uns so wichtig, unsere Leidenschaft für das Material hat uns angetrieben in diesem herausfordernden Prozess." Der 49-Jährige, der anderthalb Jahre jüngere Joe und das Starensemble um Robert Downey Jr. haben "Infinity War" und "Endgame" direkt nacheinander gedreht, was zusätzliche Belastung bedeutete.

"Joe und ich lieben es, wenn in einem Film viel auf dem Spiel steht"

Die Russos gelten als Kenner der Marvel-Comics, sind schon seit früher Kindheit Fans der Geschichten – und im Gespräch merkt man ihnen die Begeisterung auch an. "Es ist unglaublich! Persönlich könnten wir nicht dankbarer für diese Gelegenheit sein", sagt Anthony weiter, die Augen strahlen dabei hinter einer markanten Brille. "Wir verfolgen diese Figuren schon seit unserer Kindheit, sie sind Teil von uns geworden, und mit ihnen eigene Geschichten erzählen zu können, ist eine der größten Freuden unserer Karriere." Tatsächlich sind alle drei bisherigen Russo-Verfilmungen sowohl bei Kritik und Fans überwältigend angekommen – und haben insgesamt 3,8 Milliarden US-Dollar eingespielt.

Die Russos sind selbst Fans und wissen um die Spekulationen der Anhänger vor dem Kinostart von "Endgame" – muss eine der geliebten Figuren sterben? Ich weiß, dass aus guten Gründen keine Fragen zum Inhalt des Films erlaubt sind, und formuliere um: Wie sehr treibt die beiden das Bewusstsein an, dass die Fans mit solcher Begeisterung dabei sind? Wieder leuchten Anthonys Augen auf wie bei einem kleinen Kind: "Joe und ich lieben es, wenn in einem Film viel auf dem Spiel steht," sagt er. "Ohne wirkliche Risiken, ohne Gefahr verliert eine Geschichte doch an Bedeutung und Kraft."

Vor der schwersten Aufgabe: Black Widow (Johansson) und Captain America (Evans) in "Avengers: Endgame". (Quelle: imago images/Prod. DB)Vor der schwersten Aufgabe: Black Widow (Johansson) und Captain America (Evans) in "Avengers: Endgame". (Quelle: Prod. DB/imago images)

Besonders mit der Figur des Captain America werden die beiden Regisseure verbunden, "Endgame" soll für den Helden einen Handlungsbogen abschließen, der mit "Winter Soldier" begann. "Manchmal kann das Ende ja auch der wunderbarste Teil eines Films sein", betont Anthony, dass es nicht zwangsläufig einen tragischen Ausgang geben muss. "Ich glaube, dass Trauer noch übertroffen wird von einem Gefühl der Zufriedenheit und der Möglichkeit, diesen Figuren ein Ende zu geben, das angemessen ist und überrascht und zum Weg passt, den sie zurückgelegt haben."

Johansson, Hemsworth und Rudd in Redelaune

Nach vier Minuten sehe ich aus dem Augenwinkel, wie die Aufnahmeleiterin aus dem Off wild in meine Richtung gestikuliert – bitte Schluss machen. Aus meinem Fragenkatalog konnte ich bei weitem nicht alles unterbringen – vier Minuten sind kürzer als angenommen, besonders, wenn man noch so viel zu bereden hätte. Ich bedanke mich, die beiden verabschieden mich mit: "Wir danken Dir, wir wissen das zu schätzen."

Die Rüstung abgelegt: Bösewicht Thanos. (Quelle: imago images/Picturelux)Die Rüstung abgelegt: Bösewicht Thanos. (Quelle: Picturelux/imago images)

Als ich das Zimmer verlasse, wartet vor der Tür direkt die nächste PR-Dame. "Weiter geht's", sagt sie, und drängt mich über den Flur in Richtung der nächsten Tür. "Scarlett Johansson, Chris Hemsworth & Paul Rudd" steht auf einem Schild davor, und wieder darf ich warten. Währenddessen hasten PR-Leute und Hotelpersonal mit einem Speisewagen an mir vorbei über den Flur, der abgedeckte Teller soll später für Chris Hemsworth sein, so viel bekomme ich mit.

Dann öffnet sich die Tür. Die PR-Dame stellt mich als "David from Germany" vor. Johansson, Rudd und Hemsworth sitzen nebeneinander, vor ihnen stehen Snacks: Apfel in Scheiben, Beeren, Mandeln, dazu Karaffen mit Wasser. "Bedien' Dich!" sagt Rudd zu mir, Johansson füttert Hemsworth mit einer beachtlichen Blaubeere. Die drei wirken gut gelaunt, machen Späße, trotz des oft langen Pressetags. Johansson und Hemsworth hatten ihre ersten Marvel-Auftritte 2010 und 2011, sind schon lange dabei.

Gut aufgelegt: Hemsworth, Johansson und Rudd (v. li.) beim Termin in London. (Quelle: t-online.de)Gut aufgelegt: Hemsworth, Johansson und Rudd (v. li.) beim Termin in London. (Quelle: t-online.de)

"Alle von uns werden das vermissen", erklärt Johansson, die "Black Widow" spielt – der Film könnte das letzte große Zusammentreffen der Stars sein. "Über die letzten zehn Jahre sind unsere Freundschaften gewachsen, wir haben Kinder bekommen, geliebte Menschen verloren, haben geheiratet, und das hier ist einfach eine unglaubliche, einmalige Gelegenheit gewesen." Rudd ist als "Ant-Man" erst seit 2015 dabei, aber schon voll drin im Marvel-Universum. "Die letzten fünf Jahre meines Lebens haben sich nur gedreht um… Ameisen", sagt der 50-Jährige mit einem Augenzwinkern. Ob er sich das so vor Jahren hätte vorstellen können? "Auf keinen Fall."

Hemsworth: "Das hier ist wirklich das 'Endgame' für mich"

Auch Hemsworth hatte vor seinem Debüt als Donnergott "Thor" andere Vorstellungen. "Ich hatte immer ein zwiegespaltenes Verhältnis zu meiner Karriere. Ein Teil in mir sagte: 'Du gehst nach Hollywood und wirst hier und da mitspielen.' Und ein anderer Teil sagte dagegen: 'Nee, Du wirst wieder in Australien Rasen mähen.' Das ist meine Geschichte", erzählt der 35-Jährige und lehnt sich dabei in seinem Stuhl zurück. Johansson unterbricht ihn: "Und würdest Du wieder Rasen mähen?" "Ja klar. Irgendwann… Das ist hier also wirklich das 'Endgame' für mich." Genau in diesem Moment wird wieder aus dem Off wild gefuchtelt, das Interview ist rum. Vier Minuten für drei Superstars.

Die drei verabschieden mich freundlich und widmen sich weiter ihrem "Buffet". Auf dem Weg aus dem Zimmer werden mir noch drei Speicherkarten in die Hand gedrückt, auf denen die Filmaufnahmen gesichert sind. Die PR-Delegation dankt mir herzlich, "viel Spaß mit dem Film" wird gewünscht. Draußen erstrahlt die nahe National Gallery in voller Pracht, an der vorbei es zurück ins eigene Hotel geht. An den darauffolgenden Tagen zog die Pressetour noch weiter um die Welt, am Montag gab es die große Premiere in Los Angeles. Und die Fans in Deutschland können sich ab Mittwoch an "Avengers: Endgame" erfreuen.

Ab dem 24. April läuft "Avengers: Endgame" mit Robert Downey, Jr., Chris Evans, Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Scarlett Johansson, Brie Larson, Don Cheadle, Paul Rudd u.a. in den Kinos.

Hinweis der Redaktion: Die Gespräche mit Cast und Regisseur von "Avengers: Endgame" wurden in London geführt, die Anreisekosten hat der Filmverleih übernommen. Inhaltliche Vorgaben für die Interviews gab es nicht.

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