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Schon gehört? Als Kiss endlich nicht mehr floppten


Als Kiss endlich nicht mehr floppten

Von Sebastian Berning

24.11.2022Lesedauer: 4 Min.
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Kiss 1982 (v.l.): Eric Carr, Ace Frehley, Paul Stanley und Gene Simmons.
Kiss 1982 (v.l.): Eric Carr, Ace Frehley, Paul Stanley und Gene Simmons. (Quelle: IMAGO / ZUMA Wire)
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t-online hat offene Ohren für die wichtigsten Alben der Woche und gibt Ihnen Musiktipps. Diese Woche mit alten Helden wie Kiss, Brian Ferry oder Black Sabbath.

Wenn Sie mal wieder richtig Lust auf neue Sounds haben, Ihnen aber die Zeit fehlt, sich durch die Veröffentlichungen der Woche zu hören, stimmt t-online Sie mit der Rubrik "Schon gehört?" ein.

Kiss – Creatures of the Night

Die frühen Achtzigerjahre waren nicht allzu gütig zu den Make-up-Rockern von Kiss. Mit "Dynasty" konnte man 1979 dank der Disko-Dorffestnummer "I Was Made For Loving You" noch einen letzten großen Hit landen. Ein Jahr später folgte und floppte "Unmasked". Es wurde noch poppiger, viele Fans wurden somit vergrault. Dass es immer noch schlimmer werden kann, bewies 1982 die kommerzielle Vollkatastrophe: "(Music from) The Elder". Ein ambitioniertes Album zwischen Progressive Rock und harten Riffs mit einem Sci-Fi-Lyrickonzent, welches wohl die Band selbst nicht verstand. Dennoch: "The Oath" und "I" sind verkannte Perlen der Kisstory.

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1982 konnten sich Paul Stanley, Gene Simmons, Eric Carr und Ace Frehley (zumindest auf dem Papier, eingespielt wurde das Album zum Großteil von Vinnie Vincent) mit "Creatures of the Night" rehabilitieren. Endlich möchte man sagen. Knackiger 80er Hard Rock mit coolen Riffs, eingängigen Melodien und ordentlich Wumms. Der Titelsong ist ein Knaller. "War Machine" klingt bedrohlich und ist zurecht wieder im Set der Rocklegende. "Danger" und "I Love It Loud" sind ebenfalls Sternstunden. Die fast siebenminütige Herzschmerzballade "I Still Love You" diente den Scorpions wohl als Vorlage für "Still Loving You".

Nun erscheint das Album in einer neu gemasterten Version und ist damit auch endlich wieder zu einem normalen Kurs auf Vinyl erhältlich. Wer sich für die CD entscheidet, kann sich neben dem Originalalbum auch über viele Demos, B-Seiten und Liveaufnahmen auf den Zusatz-Rohlingen freuen. Aber der Kiss-Fan wird wohl mit jeder Version glücklich werden.

Black Sabbath – Mob Rules

Nachdem vor wenigen Wochen "Heaven and Hell", das erste Album Black Sabbath mit Ronnie James Dio am Mikro, endlich wieder auf LP erschien, legt man nun den Nachfolger "Mob Rules" von 1981 nach.

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Die britische Heavy-Metal-Legende hält am Erfolgsrezept des Vorgängers fest. Der Sound ist ein bisschen mehr auf die 80er getrimmt. Songs wie das epische "The Sign of the Southern Cross", das griffige "Country Girl" oder die Nackenbrecher "Turn Up the Night" und "The Mob Rules" machten auch dieses Album seiner Zeit zu einem kommerziellen Erfolg.

Die jetzt erschienene Doppel-LP weist auf Seite C und D einige Bonustracks auf: alternative Mixe und einige Livesongs. Joah, also zwingend sind diese zusätzlichen Songs nicht unbedingt. Aber es ist einfach schön, dass der Remaster von "Mob Rules" endlich nicht mehr als teurer Import bezogen werden muss. Und jetzt bitte "Live Evil" und "Dehumanizer" nachlegen.

Nickelback – Get Rollin'

Sie wollten härter werden, hat Bassist Mike Kroeger vorab zum zehnten Album gesagt. Jetzt liegt "Get Rollin'" von Nickelback vor und zumindest das Eröffnungsdoppel "San Quentin" und "Skinny Little Missy" klingen ungewohnt wuchtig. Doch dann folgt ein Auf und Ab.

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Teilweise sind Nummern wie "High Bomb", "Steel Still Rusts" oder "Tidal Waves" unfassbar belanglos. Die Balladen wollen auch nicht gerade an "Photograph" oder "Far Away" heranreichen. Im Grunde hätte man beim harten Sound bleiben sollen, wie es sich Mike Kroeger gewünscht hat. "Vegas Bomb" oder "Standing in the Dark" können nämlich ähnlich punkten, wie die beiden Eröffnungsnummern.

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Schade, denn im Interview mit t-online, hat der Bassist auch betont, dass er selbst eher auf harte Sounds steht. Vielleicht sollte man beim nächsten Album diesem Impuls folgen. Die krawalligen Nummern stehen den Kanadiern einfach besser.

Bryan Ferry – Taxi

Mit Roxy Music schrieb Brian Ferry Musikgeschichte. Zunächst waren er und seine Band die Glam-Rock-Konkurrenz von David Bowie, bevor man sich in den späten Siebzigerjahren dem avantgardistischen Pop verschrieb. Bis heute kann man sich streiten, ob "For Your Pleasure", "Country Life" oder "Avalon" das beste Roxy-Music-Album ist.

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Doch auch die Solokarriere des Frontmannes war interessant. Meist nahm der Brite nämlich Coversongs auf. Diese spielte er allerdings nicht nach, sondern hüllte sie in ein ganz eigenes Gewand. So auch auf "Taxi", seiner achten Solo-LP von 1993. Diese kommt jetzt als schöne Neuauflage auf den Markt. Das Vinyl erstrahlt im hellen Gelb, welches ein starker Kontrast zur eher düster-eleganten Popmusik ist.

Klassiker wie "All Tomorrow's Parties" von The Velvet Underground oder "I Put a Spell On You" von Screamin' Jay Hawkins erkennt man nämlich nur bei genauerem Hinhören. Und gerade das macht den Reiz aus. Statt einfach ein bekanntes Original nachzuspielen, hat man hier das Gefühl Ferry-Kompositionen zu hören. Dabei ist nur einer der zehn Tracks – das abschließende "Because You're Mine" – ein Original aus der Feder des Roxy-Music-Sängers.

Zugegeben: "Boys and Girls" ist das coolere Ferry-Album, aber "Taxi" macht durch seinen erwachsenen Sound zwischen Pop und Soul enormen Spaß.

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