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Musikgeschichte: Von NDW bis Techno - die Musik der 1980er Jahre

Von NDW bis Techno - die Musik der 1980er Jahre

26.02.2013, 17:05 Uhr | LS / mth, t-online.de

Sie gelten als das Jahrzehnt des schlechten Geschmacks: die 1980er Jahre. Doch damit tut man der Zeit, die uns die Neue Deutsche Welle, den Zauberwürfel und MTV brachte, Unrecht. Musikalisch lieferte die Epoche zwischen 1980 und 1989 jede Menge Trends und beeinflusst Künstler bis heute.

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Gleich zu Beginn des Jahrzehnts entwickelte sich aus dem Punk der späten 1970er ein neuer Stil namens New Wave. Und Visage ("Fade To Grey"), OMD ("Maid Of Orleans") oder Ultravox ("Vienna") gaben mit ihren minimalistischen und kühlen elektronischen Beats den Rhythmus für die kommenden Jahre vor.

Mit dem Nummer-eins-Hit "Blue Monday" markierten New Order 1983 den Höhe- und Wendepunkt dieses Genres. Längst hatte der Mainstream den Stil adaptiert und zu opulenten Sounds aufgeblasen. Ab 1984 feierten Acts wie Dead Or Alive ("You Spin Me Round"), Alphaville ("Big In Japan") oder Frankie Goes To Hollywood ("Relax") mit tanzbaren Synthipop-Hits die großen Erfolge.

Discofox und NDW

Überhaupt - denkt man an die Musik der Achtziger zurück - scheint alles im Discofox-Takt zu schaukeln. Italo-Disco, benannt nach seinem vorrangigen Produktionsstandort, war das Synonym für billig hergestellte Tanzmusik. Prominentes Beispiel: Gazebo mit "I Like Chopin" (1983). Das britische Produzentengespann Stock, Aitken, Waterman schickte den Sänger Rick Astley ("Never Gonna Give You Up") ins Rennen um Tanzflächenpräsenz und in der Bundesrepublik schlug die Stunde von Dieter Bohlen (Modern Talking).

Dabei hatten die 1980er Jahre hierzulande doch so vielversprechend begonnen. Die Jahre 1981 bis 1983 waren als Zeit der "Neuen Deutschen Welle" in die Geschichtsbücher eingegangen. Zuerst für Punk- und New-Wave-Bands wie Fehlfarben, Abwärts oder DAF gebraucht, wurde der Begriff aber nach deren steigender Popularität recht schnell inflationär beansprucht. Immer mehr Musiker drängten in diese Sparte, die mit Nena ("99 Luftballons"), Peter Schilling ("Major Tom") oder Trio ("Da da da") neue Stars hervorbrachte. Weil die Plattenfirmen aber bald alles produzierten, was auf Deutsch sang, verflachte die Qualität und das Ende der NDW war absehbar.

Große Karrieren und ein großes Konzert

International markierten die 1980er Jahre auch den Start einzigartiger Karrieren. So entwickelten sich die 1980 gegründeten Depeche Mode mit ihrem Maschinensound und Hits wie "People Are People" (1984) zu einer der einflussreichsten Bands der Musikgeschichte. In den USA startete im selben Jahr eine ehemalige Kellnerin und Nacktmodel namens Madonna mit dem Song "Like A Virgin" durch. Heute ist sie die kommerziell erfolgreichste Sängerin der Welt. Schon 1982 hatte Michael Jackson das Album "Thriller" veröffentlicht - bis heute das meistverkaufte Album aller Zeiten. Und von Irland aus eroberten U2 die Musikwelt.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg der Iren um Sänger Bono hatte deren Auftritt 1985 bei "Live Aid", dem bis dato größten Rockkonzert der Geschichte. Das Benefizkonzert, von Bob Geldof aus Anlass der damaligen Hungersnot in Äthiopien organisiert, fand parallel in London und Philadelphia statt und sah über einen Zeitraum von 16 Stunden über 50 Künstler - darunter Sting, Phil Collins, David Bowie, Elton John und Mick Jagger.

Vergessen darf man aber nicht, dass neben all der vielen Popmusik auch Hard Rock und Heavy Metal unzertrennlich zu den 1980er gehören. AC/DC ("Back In Black"), Iron Maiden ("Run To The Hills") und Metallica ("Master Of Puppets") sind dabei längst nicht die einzigen herausragenden Beispiele. Wer es nicht hart und heftig, sondern düster und schaurig liebte, hörte The Cure ("Lullaby"), Bauhaus ("She's In Parties") oder The Sisters Of Mercy ("This Corrosion"). Auch die Gothic-Kultur hat ihren Ursprung in den Achtzigern.

Die Wiege von Techno, Hip-Hop und Grunge

Ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts bahnten sich zwei Musikrichtungen den Weg ans Licht, die bis heute ihre Spuren unübersehbar hinterlassen haben. Acid-House schwappte 1987 aus den USA nach Europa und lieferte den Soundtrack für die ersten Raves. Die Songstrukturen wurden zunehmend aufgelöst und das Sampling hielt Einzug in den Mainstream. Tracks wie "Theme From S'Express" von S'Express, "Pump Up The Volume" von MARRS oder Bomb The Bass' "Beat Dis" eroberten die Charts und sorgten mit dafür, dass Techno in all seinen Variationen Anfang der Neunziger zur musikalischen Massenbewegung wurde.

Daneben schaffte auch Rap respektive Hip-Hop in den späten 1980er Jahren den Durchbruch und enterte den Mainstream. Nicht zuletzt veröffentlichte 1989 eine damals noch weitgehend unbekannte Band ihr erstes Album namens "Bleach": Nirvana. Zwei Jahre später sollte sie eine der einflussreichsten Gruppen der Neunziger werden. Aber diese Geschichte gehört in ein anderes Jahrzehnt.

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