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a-ha: "Wir sind nicht wieder für unbestimmte Zeit zusammen"

a-ha im t-online.de-Interview  

"Wir sind nicht wieder für unbestimmte Zeit zusammen"

11.12.2015, 09:46 Uhr | sr, t-online.de

Interview mit a-ha in Berlin. (Screenshot: t-online.de)
a-ha im t-online.de-Interview in Berlin

Die Stars aus Norwegen sprechen über Zukunftspläne und anstehende Konzerte.

a-ha im t-online.de-Interview in Berlin


Im Jahr 2010 ging es zu Ende mit a-ha: Die Popband verkündete ihre Auflösung und ging zuvor auf ausgedehnte Abschiedstour. In diesem Jahr gab es das überraschende Comeback mit dem Album "Cast In Steel", im Frühjahr 2016 folgt eine Tour.

t-online.de hat sich in Berlin mit den drei Norwegern Morten Harket, Magne Furuholmen und Pal Waaktaar-Savoy alias a-ha getroffen und mit ihnen über ihr Comeback, ihre Gedanken zu den Anschlägen in Paris und ihre Außendarstellung in den Achtzigern gesprochen. 

t-online.de: Sie haben vor einigen Monaten gesagt, dass das Comeback zunächst auf ein Album und auf die nun anstehende Tour begrenzt ist. Wissen Sie inzwischen, wie es danach für a-ha weitergeht?

Harket: Wir haben klar gesagt, dass es ein Album und eine Tour geben wird. Es sind andere Dinge geplant, außerhalb von a-ha. Wir sind nicht wieder für eine unbestimmte Zeit zusammen. Das heißt nicht, dass wir nicht wieder etwas zusammen machen. Aber das ist es erst mal.

Furuholmen: Es könnte vielleicht das Letzte sein, was wir zusammen machen. Das sollten wir den Leuten sagen, die Tickets kaufen: Es ist vielleicht nicht die letzte Tour, aber es könnte die letzte sein, wer weiß. Seid euch nicht zu sicher. (lacht)

Pal, die Initiative, a-ha wieder zusammenzubringen, ging von Ihnen aus. Was ist genau passiert?

Waaktaar-Savoy: Ich habe einfach nie wirklich aufgehört. Wir haben uns ja schon mal getrennt und sind dann wieder zusammen gekommen. Es hat sich für mich nicht angefühlt, als sei das das Letzte, was wir zusammen machen. Es hat sich ganz natürlich entwickelt, wir kamen zusammen, haben an einigen Songs gearbeitet und geschaut, ob was daraus wird. Und es wurde.

Aber die Tour im Jahr 2010 wurde als Abschiedstour verkauft, Sie hatten Ihren Fans also schon Lebewohl gesagt. Fühlt es sich seltsam an, nun doch wieder als Band unterwegs zu sein?

Waaktaar-Savoy: Es fühlt sich seltsam an, weil die Menschen sagen, es sollte sich so anfühlen. Die Frage ist, wie wichtig man so etwas nimmt. Wenn es sich richtig anfühlt, das zu machen, dann sollte man es tun. Und eben nicht darüber nachdenken, was die Menschen von einem erwarten.

Furuholmen: Für mich fühlte es sich 2010 einfach wie das Ende an. War es aber nicht, so einfach ist das. Wir haben ein neues Album gemacht und sind glücklich darüber, dass wir das als a-ha aufnehmen konnten. Manchmal trifft man Entscheidungen, die dauerhaft sein sollen, es aber nicht sind. Solche Entscheidungen zu treffen, ist aber nicht unbedingt eine schlechte Sache. Es rüttelt dich wach und bringt dich dazu, anders über Dinge nachzudenken. In gewisser Weise fühlt es sich unnötig an, dass wir uns damals getrennt haben. 

Harket: Es war wichtig. Wir waren in einer guten Position, wir waren eine starke Band, wir waren gesund und hatten viele Dinge noch vor uns. Die andere Sache ist, dass wir die kreativen Köpfe hinter a-ha sind und die Freiheit hatten, andere Dinge zu tun. Das ist nicht möglich, wenn man gleichzeitig mit a-ha arbeitet. Und dann, wie Pal schon sagte: Wenn uns danach ist, wieder zusammen zu kommen, was sollte uns aufhalten?

Wie bereiten Sie sich denn auf Ihre kommende Europa-Tour vor?

Furuholmen: Das ist ein langer und mühsamer Prozess. Etwas zu perfektionieren, das nie perfekt werden kann. Vor fünf Jahren haben wir gesagt: "Das war es jetzt für uns" und haben diese große Abschiedsgeschichte gemacht und unsere Karriere im Ganzen gefeiert. Dieses Mal haben wir nach Wegen gesucht, neue Elemente in unsere Show einzubauen. Etwas, das nicht zwingend ein reines Zelebrieren der Vergangenheit ist, sondern etwas, was auch nach vorne schaut. Aber es ist immer eine Diskussion in der Band, was funktioniert und was wir machen werden. Wir sind uns bei solchen Dingen nie wirklich einig.

Sind Sie es denn manchmal leid, die alten Hits wie "Take On Me" oder "The Sun Always Shines On TV" immer wieder zu spielen?

Harket: Das kann natürlich passieren. Aber ein Song ist etwas Lebendiges. Man erweckt ihn zum Leben, wann immer man ihn spielt.

Wie denken Sie über die Anschläge von Paris? Gibt es denn Konsequenzen, die Sie daraus für Ihre kommende Tour ziehen?

Furuholmen: Was man machen kann, ist, seinen französischen Fans zu versprechen, dass man zu ihnen kommen und für sie spielen wird. Das ist das Vernünftigste. Wir freuen uns sehr, nach Paris zu kommen und unsere Fans dort freuen sich hoffentlich auf unsere Show. Wir wollen sie nicht enttäuschen und wir wollen nicht Teil einer Angstkultur sein. 

Harket: Die eine Sache ist es, Mitgefühl mit Paris zu haben nach dem, was passiert ist. Eine andere Sache ist es, in der Angst zu leben, was in jeder möglichen Stadt passieren könnte. So kann man nicht leben. Sicherheit ist eine Illusion. Jedes Flugzeug kann vom Himmel fallen, jedes Auto kann dich erfassen. Der ganze Sinn von Terrorismus ist, die Gesellschaft zu zerstören oder sie von innen zu zerbrechen. Man muss sich einfach normal verhalten und normal sein.

Wie haben Sie sich denn als Künstler gefühlt, als Sie gehört haben, dass ein Konzert angegriffen wurde?

Harket: Es macht keinen Unterschied, ob es das ist oder ein Theater, eine U-Bahnstation oder was auch immer. Es ist immer eine Attacke auf die Gesellschaft, wo auch immer es stattfindet.

In der Biografie des britischen Sängers Morrissey beschreibt er, wie sehr er a-ha in den Achtzigern mochte und dass er durch Sie gelernt hat, dass – Zitat – "Musik nicht immer aus Schmerzen resultiert", wie es bei ihm wohl der Fall ist. Hat er Recht?

Waaktaar-Savoy: Ich finde, dass wir genauso tragische Songs geschrieben haben wie er. Wir haben nur einen Smiley draufgesetzt. Wir sind also sogar noch tragischer.

Furuholmen: Gelächelt, das haben wir in der Vergangenheit ja oft gemacht. Wir waren auf zahlreichen "Smash Hits" [ein britisches Popmusik-Magazin für Teenager, Anm. d. Red.] und haben uns den Arsch abgegrinst mit den tragischsten Songs überhaupt.

Harket: Es hat wirklich damit zu tun, wie wir rüberkamen. Ich habe das tatsächlich schon mal gelesen, was er über uns geschrieben hat. Er meint es ja positiv, dass a-ha eine echte Band war. Sein Weg zur Musik war über Schmerzen. Und dann hat er uns gesehen, die - wie er sagt - gesunden, gutaussehenden Typen ohne Probleme im Leben, die ebenfalls Musik machen. Das brachte ihn wohl dazu, so etwas zu schreiben.

Sie haben in den Achtzigern mit "The Living Daylights" einen Bond-Song gesungen. Was halten Sie denn vom aktuellen "Writing's On The Wall" von Sam Smith?

Furuholmen: Er ist unbestritten ein großartiger Sänger. Und der Song wurde ja schon als Klassiker gehandelt, bevor er überhaupt im Radio gespielt wurde. Ich habe viel Respekt für Sam Smith. Aber musikalisch ist das schon etwas entfernt von dem, was wir gemacht und früher gehört haben. Das war jetzt eine sehr diplomatische Antwort. (lacht)

Harket: Ich habe den Song noch nicht gehört. Es gibt ein Limit an Musik, die ich in meinem Leben haben will, ehrlich gesagt. Ich möchte andere Dinge tun. Und meine Einflüsse kommen von anderen Dingen als Musik. Ich bin nicht sehr interessiert daran, was gerade in der Musikwelt passiert. Natürlich höre ich ab und zu Sachen. Aber ich jage nicht danach.

Das Interview führte Sonja Riegel.

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