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Schon gehört? Soundtrack der Woche von t-online.de

MEINUNGSchon gehört?  

Der Soundtrack der Woche (17. Juli 2020)

Von Sebastian Berning

17.07.2020, 09:47 Uhr
Schon gehört? Soundtrack der Woche von t-online.de. Michael Wendler: Er präsentiert auf einer neuen Compilation eine Auswahl von "Sie liebt den DJ" bis "Egal". (Quelle: imago images / Revierfoto)

Michael Wendler: Er präsentiert auf einer neuen Compilation eine Auswahl von "Sie liebt den DJ" bis "Egal". (Quelle: imago images / Revierfoto)

In der Flut von neuen Alben und Neuauflagen alter Klassiker kann man schon mal den Überblick über die Musiklandschaft verlieren. t-online.de hat dafür offene Ohren und gibt Ihnen sieben Lausch-Tipps.

Bei Spotify, Apple Music und Co. wird man mit Neuerscheinungen schier überfordert. Playlists aktualisieren sich ständig, nicht alles darin gefällt und überhaupt ist das Album doch das viel schönere Format. Wenn Sie mal wieder richtig Lust auf neue Sounds haben, Ihnen aber die Zeit fehlt, sich durch die Releases der Woche zu hören, stimmt t-online.de Sie mit der neuen wöchentlichen Rubrik "Schon gehört" (jeden Freitag) ein. Die sieben besten, wichtigsten, skurrilsten Alben für die nächsten sieben Tage.

Ellie Goulding – Brightest Blue

 (Quelle: Universal Music) (Quelle: Universal Music)

Es ist das wohl wichtigste Pop-Release im Juli: das neue Album von Ellie Goulding. Fünf Jahre hat die Britin auf sich warten lassen. Hat es sich gelohnt?

Von den Indie-Pop-Tagen von "Lights" und "Halycon" hatte sie sich bereits auf dem Vorgänger "Delirium" gelöst. Die 18 neuen Nummern sind zwar wieder dem zeitgemäßen Pop zuzuschreiben, aber dieses Mal fordert Ellie von ihren Fans mehr Geduld. Offensichtliche Hits sucht man zunächst vergebens. Bis auf die erste Single "Hate Me" bleibt erstmal nicht viel hängen. "Brightest Blue" ist eine ganze Ecke zurückhaltender, als das erste LP-Trio der "Love Me Like You Do"-Sängerin. Aber nach und nach öffnet sich das Material und man entdeckt andere Diamanten, wie "Power" oder "Wine Drunk".

Auf „Brightest Blue“ machen die großen Hits, wie "Starry Eyed" oder "Anything Could Happen" leider blau. Das ist mehr Pop-Musik zum schönhören und schön zuhören, als Kracher für den Indie-Club. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein.

Destruction – Born to Thrash

 (Quelle: Nuclear Blast) (Quelle: Nuclear Blast)

Nach dem eher ruhigen Goulding-Werk kann es ruhig wieder ein bisschen flotter zugehen, oder? Was könnte da besser passen, als das neue Livealbum von Destruction?

Die Thrash Metaller aus Süddeutschland haben aktuell weltweit für Schlagzeilen gesorgt, weil sie in der Schweiz eines der ersten Konzerte mit Social Distancing gespielt haben. 300 Fans standen mit Abstand in einer Halle für gut 1200 Menschen und konnten wieder Livemusik genießen. Alle anderen könnten sich nun ein Konzert von Destruction nach Hause holen.

Mit "Born to Thrash" gibt’s (mal wieder) einen Livemitschnitt auf dem Sänger Schmier und Co. zehn Songs in 53 Minuten knüppeln. Das Schöne: Sie spielen fast nur Metal-Klassiker, wie "Mad Butcher" oder "Bestial Invasion" und lassen den neueren Kram zum Großteil weg.

Das Album kam zwar schon am 8. Mai digital raus, jetzt kann sich der Headbanger für daheim aber CD, LP und/oder DVD in Regal stellen. Da macht man wenig falsch mit, auch wenn das aktuelle Livealbum der deutschen Kollegen Kreator da doch noch einiges mehr zu bieten hat.

Michael Wendler – Das Beste von "Sie liebt den DJ" bis "Egal"

Drei CDs voll mit Michael Wendler. Es mag einige verblüffen, dass der Schlagerbarde mehr Songs als "Sie liebt den DJ" und "Egal" vorzuweisen hat. Egal! Mit dieser Best-Of gibt es Wendler-Nachhilfe bis die Ohren bluten. Schlager-Pop von Ballermann bis Muttis Küche, der Wendler kann alles. Bei den 45 Songs kommt einem vieles absolut unbekannt vor. "Stunde Null" hat man vielleicht noch mal gehört, aber den Großteil werden selbst härteste Ballermann-Fans nur mit Mühe kennen.

Dennoch gibt die Compilation einen Überblick über das musikalische Schaffen des zum Reality-TV-Star avancierten Sängers. Und zugegeben: Ausschnitte hiervon an einem Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit und die Woche fängt mit einem peinlich berührten Lachen an. (Sollte Ihr Weg allerdings länger als eine halbe Stunde betragen, greifen Sie vielleicht doch lieber zu etwas anderem.)

Joy Division – Closer (40th Anniversary Edition)

 (Quelle: Oktober Promotion) (Quelle: Oktober Promotion)

Klassikeralarm! Bereits 1980 erschienen und noch bis heute tragen wegen Frontmann Ian Curtis' düsteren Texten Generationen von Indie-Fans schwarz. "Unknown Pleasures" erschien kurz nach dem Selbstmord des Sängers, die Band machte unter dem Namen New Order weiter und war stilprägend für elektronische Musik ("Blue Monday" kennt man ja wohl!).

Der morbide Post-Punk von Joy Division klingt noch ein wenig trister, als auf dem Kultdebüt "Unknown Pleasures". 40 Jahre später hat "Closer" an Intensität kaum eingebüßt. Zum runden Geburtstag kommt das Album auf klarem Vinyl raus (weiß wäre bei dem Cover auch passend gewesen, aber nun gut). Auch die dazugehörigen Singles aus der Endphase der Bandgeschichte, "Atmosphere", "Transmission" und das unsterbliche "Love Will Tear Us Apart" kommen in schmucken Neuauflagen zu erschwinglichen Preisen wieder in den Handel.

Natürlich wird hier Kuh zum x-ten Mal gemolken. Wirklich neu ist hier nichts, aber Fans der Band juckt es sicherlich trotzdem in den Fingern sich den Remaster ins Regal zu stellen. Und wer das Album noch  nicht daheim stehen hat, greift am besten zum Album-plus-Singles-Bundle.

Kansas – The Absence of Presence

 (Quelle: Head of PR) (Quelle: Head of PR)

"The Absence of Precence", den Titel kann man auf die US-Prog-Rocker Kansas nicht übertragen. Wirklich weg war die Band nie. Und bis auf 16 Jahre, die zwischen "Somewhere to Elsewhere" und "The Prelude Implicit" lagen, ist die Diskographie der "Dust in the Wind"-Interpreten recht lückenlos. Die Band hatte sich ja auch nie aufgelöst.

Nun präsentiert sie das zweite Album mit Ronnie Platt am Mikro. Also ist das genauso wenig neu, wie der Sound, den die Truppe auffährt.
Prog Rock, mal melodischer, mal sperriger, mal kürzer, mal länger. Die Band kann das alles seit Jahren und spult das Programm routiniert, aber mit viel hörbarer Spielfreude ab. An die großen Erfolge der Siebziger – kommerziell wie kompositorisch – kommt man zwar nicht mehr ran. Aber man muss der Gruppe, die 1974 ihr erstes von insgesamt 15 Alben veröffentlichte, zugutehalten, dass sie nicht nach Schema F komponiert.

The Pretenders – Hate For Sale

 (Quelle: Networking Media) (Quelle: Networking Media)

In den späten Siebzigern bis Mitte der Neunziger Jahre konnten The Pretenders mit ihrem punkigen New Wave international große Erfolge feiern. Während es in England und den USA teilweise sogar Platin-Auszeichnungen regnete, war die Band in Deutschland eher etwas für Liebhaber. Wir hatten halt die NDW, warum auch das englische Original beachten?

Mit "Hate For Sale" veröffentlicht die Kultband nun das zehnte Studioalbum. Mittlerweile klingt die Band geerdeter, als noch auf den frühen Hit-Singles "Brass in Pocket" oder "Back to the Chain Gang" (welches kürzlich durch eine Coverversion von Morrissey wieder ins Bewusstsein geholt wurde). Mit deutlichen Classic-Rock-Anleihen rockt sich das Quartett um Sängerin Chrissie Hynde in einer guten halben Stunde durch die zehn Nummern. Die ideale Länge für einen kurzweiligen Ritt durch leicht glamrockige Nummern wie "Junkie Walk" oder das eingängige "Maybe Love Is In NYC".

Die Orsons –Tourlife4life

 (Quelle: Universal Music) (Quelle: Universal Music)

Vom Backstage bis zum Wohnzimmer: Die deutsche Rap-Truppe die Orsons nutzte leere Zeitfenster auf Tour für's Songwriting und Aufnahmen von spontanen Ideen. Genau diese stellt das Quartett nun mit "Tourlife4life" vor.

Da die Jungs aktuell keine weiteren Songs hinter der Bühne aufnehmen können, da Konzerte nicht stattfinden, hat man den Lockdown genutzt, um an diesen 14 Songs den Feinschliff zu machen. Elektronische Beats, hier und da etwas mehr Wumms, aber sonst eher ein entspannteres Rap-Album ganz ohne Bling-Bling. Das ist ziemlich angenehm und lässt sich dank kurzer Spielzeit super hören. Aber so ein richtig offensichtlicher Hit, der direkt ins Gehör geht, fehlt leider auch.

Alle Alben sind am 17. Juli in digitaler sowie physischer Form erschienen. Haben Sie "Schon gehört" wer nächste Woche dabei sein wird? Unter anderem Ronan Keating und die Prog-Stars Haken. Wir hören uns wieder!

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