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"Diese Drombuschs": Das macht der kleine Thomi heute


Eike Schweikhardt ist mittlerweile 50
Das macht der kleine Thomi von den "Drombuschs" heute

InterviewVon Nicole Morgenstern

Aktualisiert am 07.09.2022Lesedauer: 6 Min.
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Die Stars aus "Diese Drombuschs": Sabine Kaack, Grete Wurm, Hans Peter Korff, Witta Pohl, Eike Schweikhardt, Marion Kracht und Mick Werup.VergrĂ¶ĂŸern des Bildes
Die Stars aus "Diese Drombuschs": Sabine Kaack, Grete Wurm, Hans Peter Korff, Witta Pohl, Eike Schweikhardt, Marion Kracht und Mick Werup. (Quelle: United Archives / Frank Hempel)

Als Thomi Drombusch spielte Eike Schweikhardt sich einst in die Herzen der Zuschauer. Nach dem Ende der Serie wird es ruhig um den Schauspieler.

Von 1983 bis 1994 verfolgte eine ganze TV-Nation das Schicksal der hessischen Familie Drombusch. Über viele Jahre hinweg konnte das Publikum auch miterleben, wie der damals elfjĂ€hrige Thomi (gespielt von Eike Schweikhardt) erwachsen wurde. Der gebĂŒrtige Hesse verrĂ€t im Interview mit t-online: "Mit Anfang 20 war ich so bekannt, dass es mich störte!"

Also hĂ€ngt Eike Schweikhardt die Schauspielerei an den Nagel und lĂ€sst sich zum Kameramann ausbilden. Heute lebt der zweifache Vater mit seiner Familie in Berlin. Viele Informationen ĂŒber den 50-JĂ€hrigen findet man im Internet nicht. Es scheint, als hĂ€tte sich der ehemalige Seriendarsteller aus der Öffentlichkeit zurĂŒckgezogen. Ob das aber auch tatsĂ€chlich stimmt, verrĂ€t er im Interview. Ein GesprĂ€ch ĂŒber das Alter, graue Haare und darĂŒber, warum man im Leben nicht immer einen Plan braucht.

t-online: Herr Schweikhardt, es war nicht leicht, Sie ausfindig zu machen! Man liest und hört kaum etwas von Ihnen. Eine bewusste Entscheidung?

Eike Schweikhardt: Ich fĂŒhre kein zurĂŒckgezogenes Leben, falls Sie das meinen. Wahrscheinlich erweckt es den Anschein, weil ich mich von sĂ€mtlichen sozialen Netzwerken fernhalte. Auch wenn es heutzutage superwichtig zu sein scheint und alles dominiert. Aber ich habe einfach nicht so ein großes MitteilungsbedĂŒrfnis.

Einen Facebook-Account hatten Sie jedoch schon mal, richtig?

Ja, aber das ist Jahre her! Es hat mir allerdings keinen Spaß gemacht, sondern mich eher gestresst. Ich hatte das GefĂŒhl, posten zu mĂŒssen, wo ich im Urlaub bin, was ich gerade mache. Das wollte ich nicht. Es raubt mir außerdem meine Zeit. DafĂŒr bin ich zu beschĂ€ftigt. Außerdem sage ich immer: Social Media ist wie die "Gala" fĂŒr Freunde.

Umso schöner, dass wir jetzt miteinander sprechen. ZunÀchst drÀngt die Frage, wie sehr es Sie nervt, nach drei Jahrzehnten immer noch auf "Diese Drombuschs" angesprochen zu werden?

Es nervt mich ĂŒberhaupt nicht. Zu meinem großen Erstaunen werde ich noch sehr oft auf die Serie angesprochen und auch immer noch erkannt. Es gehört irgendwie zu meinem Alltag. Auch wenn es mich nach so langer Zeit verwundert.

Nun war die Serie ja auch unfassbar erfolgreich. Was glauben Sie, warum sie so beliebt war?

Ja, die Einschaltquoten war irre. Der Erfolg lag wahrscheinlich darin, dass die Geschichten aktuelle Themen aufgegriffen haben. Die "Drombuschs" waren eine Familie, die unglaublich gut in die Zeit gepasst hat. Viele Menschen haben sich in ihr wiedergefunden und gespiegelt. Das hat der Autor Robert Stromberger gut erkannt und geschickt umgesetzt.

Beim Start der Serie waren sie elf, am Ende Anfang 20. Gab es Ähnlichkeiten zwischen Eike und der Figur Thomi?

Nein, wir waren uns nicht sehr Ă€hnlich. Ich hĂ€tte mir Thomi sportlicher und cooler gewĂŒnscht. Vor allem, als ich im jugendlichen Alter war. Ich spielte seinerzeit mit Begeisterung Tennis. Da hĂ€tte ich mir sehr gut vorstellen können, dass es mit in die Rolle eingebaut wird. Aber das war vom Autor nicht gewollt und Robert Stromberger ließ sich nicht von seinen Ideen abbringen.

Statt Tennis spielten Sie als Thomi Geige. Gibt es eine Geschichte dazu?

Mein Opa war von Beruf Geiger. Deshalb lernten auch meine drei BrĂŒder und ich Geige spielen. Das fand Stromberger toll. So kam es dazu, dass ich diese auch innerhalb meiner Rolle spielte.

Apropos Stromberger: Hans Peter Korff spielte Ihren Serienvater Sigi. Zum Bedauern der Fans ließ ihn der Autor in der dritten Staffel sterben. Wissen Sie, warum?

Soweit ich weiß, gab es ein MissverstĂ€ndnis zwischen ihm und Robert Stromberger. Hans Peter hat es so erzĂ€hlt, dass er ein Radiointerview gegeben hat und dort zu seiner Rolle als Sigi befragt wurde. SinngemĂ€ĂŸ hat er etwas flapsig geantwortet, dass Sigi eigentlich ein Spießer und Arschloch ist. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass er die Figur trotzdem gerne spielt. Stromberger hat das Interview wohl gehört und war von dieser Aussage nicht begeistert. Das war angeblich der Grund, weswegen er ihn hat sterben lassen.

Was der Serie nicht unbedingt gutgetan hat. Wie sehen Sie das?

Das sehe ich ganz genauso. Wir waren auch alle nicht begeistert und sehr verwundert darĂŒber, weil der Sigi einfach ein toller Charakter war. Und Hans Peter ein super Schauspieler! Aber Herr Stromberger ließ da nicht mit sich reden. So viel ich weiß, hat er dafĂŒr auch Gegenwind bekommen. Aber er hat sich nicht beirren lassen. So nach dem Motto: Wenn der Korff sagt, er findet den Sigi doof, dann muss er ihn auch nicht spielen. Dann hat er ihn gekillt.

Haben Sie denn noch Kontakt zu den ehemaligen Kollegen?

Ja, sporadisch. Den meisten Kontakt habe ich zu Marion Kracht, weil wir auch privat befreundet sind. Leider sind auch schon einige Darsteller verstorben.

Nach dem Ende der Serie haben Sie eine Schauspielschule besucht. Dort blieben Sie jedoch nicht lange. Schließlich haben Sie die Schauspielerei ganz aufgegeben. Warum?

Ich habe einfach gemerkt, dass es nichts fĂŒr mich ist. Die Schauspielerei hĂ€tte ich aber trotzdem weiterverfolgen können. Denn es gibt ja viele Kollegen, die auch ohne Ausbildung erfolgreich sind. Aber es gab mehrere GrĂŒnde, warum ich das nicht getan habe. Der Hauptgrund war jedoch, dass ich damals mit Anfang 20 ziemlich bekannt war – und das hat mich gestört. Ich habe mir gedacht: Wenn ich weitermache, lande ich wahrscheinlich in der nĂ€chsten Serie. Das hĂ€tte ich nicht gewollt. Es gibt ganz wenige Kinderstars, die spĂ€ter als Erwachsene auch erfolgreich waren oder sind.

Also haben Sie die Seiten gewechselt und sind Kameramann geworden.

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Genau. Ich habe all die Jahre beim Dreh immer am liebsten bei den KameramĂ€nnern herumgelungert. Die fand ich cool und auch lustig. Mich hat dieser ganze Prozess der Filmproduktion interessiert. Davon war ich fasziniert. Ich fand am Schauspiel immer doof, dass man nur dazu geholt wurde und sein Ding machte. Sobald die Szene abgedreht war, musste man in der Garderobe warten. Irgendwann war dann fĂŒr mich klar, dass ich lieber hinter der Kamera stehen möchte.

Die letzten Jahre haben Sie jedoch als Dozent an der FilmuniversitÀt Babelsberg gearbeitet.

Ich habe das jetzt insgesamt sechs Jahre gemacht. Seit MĂ€rz ist mein Vertrag beendet. Vor meiner DozententĂ€tigkeit habe ich lange fĂŒrs Fernsehen gearbeitet und Serien gedreht. Jetzt arbeite ich projektweise und beschĂ€ftige mich ĂŒberwiegend mit der Fotografie. Als Freischaffender weiß man nie, was in einem halben Jahr ist. Ich bin sehr zuversichtlich, dass da was kommen wird. Das war bisher immer so.

Das klingt sehr optimistisch.

Ich bin nicht der super Optimist, der sagt: Es wird nicht regnen, obwohl Regen angesagt ist. Aber ich bin auch kein Pessimist. Ich bin jemand, der die Sachen auf sich zukommen lÀsst. Damit bin ich bisher gut gefahren. Warum sollte sich das Àndern? Ich plane nicht gerne. Ich denke: Man muss seinen Weg gehen, aber man kann die Dinge nicht erzwingen. So gesehen bin ich ein Optimist, ja.

Könnten Sie sich auch vorstellen, wieder vor der Kamera zu arbeiten?

Eine ganz lange Zeit hĂ€tte ich gesagt: Nein, möchte ich nicht. Aber jetzt wĂŒrde ich es auf eine Art sehr interessant finden, weil inzwischen so viel Zeit vergangen ist. Wie Sie ja wissen, bin ich gerade 50 geworden. Es wĂ€re eine Herausforderung, die ich sehr spannend finden wĂŒrde.

Wie fĂŒhlen Sie sich denn damit, ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel zu haben?

Es ist schon eine etwas merkwĂŒrdige Zahl. Die 30 war ĂŒberhaupt kein Problem. 40 fand ich ganz komisch, dazwischen war alles okay. Da habe ich auch gar nicht ĂŒber mein Alter nachgedacht. Obwohl es völlig Banane ist, ist diese neue runde Zahl schon ein Abschnitt. Aber vielleicht denke ich auch nur so, weil alle sich Gedanken darĂŒber machen. Mittlerweile sehe ich aber auch aus wie 50. Ich habe inzwischen mehr graue Haare als braune. Das passt dann schon. Außerdem habe ich zwei Kinder. Die spiegeln mir auch mein Alter.

Haben die beiden "Diese Drombuschs" denn mal angeschaut?

Nein, nicht wirklich. Ich konnte sie nicht dafĂŒr begeistern. Aber ich habe es auch nicht hartnĂ€ckig probiert. Neuerdings gibt es die Serie ja auch in der ZDF-Mediathek. Das war fĂŒr mich dann nochmal ein Anlass, zu sagen: "Hey, guckt doch mal!" Aber es interessiert sie nicht. Sie sind erst 14 und 16 Jahre alt. Vielleicht kommt das Interesse, wenn sie etwas Ă€lter sind.

Verwendete Quellen
  • Eigenes Interview mit Eike Schweikhardt
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