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Botschafter für den Tanz - Promi-Geburtstag vom 24. Februar 2019: John Neumeier

Botschafter für den Tanz  

Promi-Geburtstag vom 24. Februar 2019: John Neumeier

24.02.2019, 00:02 Uhr | dpa

Botschafter für den Tanz - Promi-Geburtstag vom 24. Februar 2019: John Neumeier. Ballettlegende John Neumeier wird 80.

Ballettlegende John Neumeier wird 80. Foto: Georg Wendt. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa) - Ob Gustav Aschenbach aus "Tod in Venedig", der dänische Dichter Hans Christian Andersen in "Die kleine Meerjungfrau" oder Tanzgenie Waslaw Nijinsky: Zahlreichen empfindsamen Künstlerseelen widmete John Neumeier eine seiner mehr als 150 Choreographien, die auf eindringliche Weise den künstlerischen Lebenslauf mit dem modernen Handlungsballett verbinden.

Der Schöpfer all dieser Kreaturen ist selbst ein Ausnahmekünstler, der das Hamburg Ballett in seiner mehr als 40-jährigen Ära zu Weltruhm führte: Am 24. Februar wird der gebürtige Amerikaner John Neumeier, der wohl dienstälteste Ballettchef der Welt, 80 Jahre alt.

Vor wenigen Tagen haben seine Inszenierung von Glucks Oper "Orphée et Eurydice" und die Wiederaufnahme von "All Our Yesterdays" Premiere gefeiert. Für Geburtstagsfeiern hat Neumeier da eigentlich keine Zeit. Aber zu seinem 80. Geburtstag wird es dann doch eine Galavorstellung mit vielen internationalen Gästen geben. "Ich freue mich, all diese Menschen wiederzusehen", sagte Neumeier im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Später im Jahr wird es auch noch einen Senatsempfang für Hamburgs Ehrenbürger geben - eine Auszeichnung, die bisher nur wenigen Künstlern wie dem Komponisten Johannes Brahms (1833-1897) und dem Schriftsteller Siegfried Lenz (1926-2014) zuteil wurde. "Was wäre die Hamburger Kultur ohne John Neumeier? Schon lange vor der Elbphilharmonie waren John Neumeier und seine Compagnie in der ganzen Welt herausragende Botschafter für die Kulturstadt Hamburg", schreibt Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) im Programmheft zur Gala.

Was ist das Geheimrezept dieses Künstlers, der mit seinem geschmeidigen Körper, den kurzen grauen Haaren und den hellwachen blaugrauen Augen agiler als manch 60-Jähriger wirkt? "Die Liebe zu dem, was ich tue, ist ein sehr starker Antrieb", sagte Neumeier. "Der Akt, etwas zu kreieren, ist wirklich ein wunderbarer Moment für mich", meinte der Choreograf. Im Frühjahr 2018 hat er seinen Vertrag um weitere vier Jahre bis 2023 verlängert. Dann hätte der Ballettchef seine Compagnie 50 Jahre lang geleitet.

Aufgewachsen ist John Neumeier als Sohn eines Kapitäns und einer polnischen Mutter in Milwaukee, im US-Bundesstaat Wisconsin. Als seine Mutter ihn mit vier Jahren zu einem Musicalfilm mit ins Kino nahm, stand sein Berufswunsch fest: "Solange ich mich erinnern kann, wollte ich Tänzer werden. Als wir aus dem Kino nach Hause kamen, wollte ich die Tänze nachmachen. Immer habe ich getanzt", erinnert er sich in dem Buch "John Neumeier unterwegs". Die Eltern erlaubten ihm, Stepptanzunterricht zu nehmen. Später bestanden sie jedoch darauf, dass er zuerst die Universität abschließt und seinen Militärdienst absolviert, bevor er seinem Wunschberuf nachgehen durfte.

An der katholischen Universität von Milwaukee studierte Neumeier englische Literatur und Theaterpraxis. Dort begegnete er auch Father John Walsh, der ihn in seinem Wunsch, Tänzer zu werden, bestärkte. Nach einem ersten Engagement in New York brach er nach Europa auf und bestand 1962 die Aufnahmeprüfung an der Royal Ballet School in London. Damals machte er sich drei Jahre jünger, um bei der Registrierung nicht abgewiesen zu werden. Erst 2017 klärte Neumeier das Rätsel um sein Geburtsdatum.

In London entdeckt ihn Marcia Haydée und holt ihn nach Stuttgart, wo John Cranko die Ballettcompagnie der Staatsoper neu formiert. Cranko fördert sein Talent zu choreografieren - mit 30 Jahren wird Neumeier in Frankfurt jüngster Ballettdirektor Deutschlands. 1973 holt ihn August Everding an die Hamburger Staatsoper - der Beginn einer lebenslangen (Liebes-)Beziehung, auch wenn der Start nicht leicht war.

Die erste Ballett-Werkstatt, eine Art öffentliches Training, habe das Eis gebrochen, erinnerte sich Neumeier bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde 2007: "Als ich versuchte, emotional dem Publikum 'Klassische Technik in der modernen Choreografie' zu erklären, hatte ich auf einmal meinen Text vergessen, entschuldigte mich, und während ich meine Notizen suchte, wurde ich vom warmen Applaus des Publikums überrascht. Mein Herz ging auf - für das kühle nordische Publikum, vor dem man mich gewarnt hatte."

Neben seinen mehr als 150 Choreografien, darunter auch geistliche Werke wie Bachs "Matthäus-Passion" oder Mozarts "Requiem", war es dem Ballett-Chef immer wichtig, beste Bedingungen für seine Compagnie auszuhandeln. "Ein Choreograf arbeitet mit dem wichtigsten und kostbarsten Material, das es gibt: dem Menschen", sagte Neumeier. Nach der Eröffnung der Ballettschule 1978 wurde 1989 das Ballettzentrum John Neumeier in einem denkmalgeschützten Gebäude von Fritz Schumacher eröffnet. Hier findet das Ballett mitsamt Schule eine ideale Ausbildungs- und Probenstätte. 2006 gründet Neumeier die nach ihm benannte Stiftung, 2011 das Bundesjugendballett.

Für solch ein "Ballett-Imperium" einen Nachfolger zu finden, ist keine leichte Aufgabe. Auch wenn das letzte Wort beim Aufsichtsrat liegt, möchte Neumeier gerne miteinbezogen werden. "Wenn meine Ballette in Hamburg bleiben und als Tradition der Stadt Bestand haben sollen - wie die Marius-Petipa-Tradition in St. Petersburg oder die George-Balanchine-Tradition am New York City Ballet - dann muss mein Nachfolger diese Tradition verstehen und in der Lage sein, sie zu pflegen", sagte Neumeier vor zwei Jahren der dpa. Für ihn wäre daher der gebürtige Amerikaner Lloyd Riggins, langjähriger Solist und seit 2015 sein Stellvertreter, der beste Kandidat.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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