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Katarina Witt 30 Jahre nach Mauerfall: "Ostfrau ist für mich ein Gütesiegel"

30 Jahre nach dem Mauerfall  

Katarina Witt: "Ostfrau ist für mich ein Gütesiegel"

26.10.2019, 16:53 Uhr | dpa

Katarina Witt 30 Jahre nach Mauerfall: "Ostfrau ist für mich ein Gütesiegel". Katarina Witt: Die Eiskunstläuferin wurde in der DDR geboren. (Quelle: imago images)

Katarina Witt: Die Eiskunstläuferin wurde in der DDR geboren. (Quelle: imago images)

Durch ihre DDR-Vergangenheit fühlt sich Katarina Witt viel freier und toleranter als viele Frauen im Westen. Die ehemalige Eiskunstläuferin empfinde es als Vorteil, im Osten geboren zu sein. 

"Wo manche West-Frau in meiner Generation noch damit kämpft, was ihre Elterngeneration sich erobern musste, merke ich, dass ich viel freier, viel unabhängiger, viel liberaler, viel toleranter sein kann", sagte Katarina Witt dem "Tagesspiegel".

"Für mich waren Mann und Frau immer auf Augenhöhe"

"Für mich waren Mann und Frau immer auf Augenhöhe, das war in meinem Elternhaus so, aber auch in der Schule und bei Freunden." Für sie sei es inzwischen "ein Gütesiegel", eine in Ostdeutschland geborene Frau zu sein, sagte Witt.

Die Olympiasiegerin von Sarajewo 1984 beklagte in dem Interview, dass Ostdeutsche 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch ignoriert würden. Als Beispiel nannte sie eine TV-Sendung über die Musik der Achtzigerjahre, bei der sie jüngst zu Gast gewesen sei. "Eine launige Sendung, doch es waren weder unsere DDR-Musik noch unsere Filme, noch unsere Serien vertreten", sagte die 53-Jährige.

Katarina Witt: die Eiskunstläuferin vor dem Mauerfall. (Quelle: imago images)Katarina Witt: die Eiskunstläuferin vor dem Mauerfall. (Quelle: imago images)

Eine ganze Generation von DDR-Bürgern, die wie ihre Eltern zur Zeit der Wende zwischen 45 und 55 Jahren alt gewesen sei, habe man nach dem Mauerfall aus dem Arbeitsleben gerissen. Ihnen habe man signalisiert: "Ihr seid es nicht wert, dass die Jobs erhalten bleiben. Ihr solltet dennoch froh sein, denn ihr habt ja nun Freiheit und Demokratie."
 

 
Dennoch sieht Witt die Wende alles in allem positiv. "Zu sagen, wir müssen jetzt ein gemeinsames Deutschland werden, war die richtige Schlussfolgerung. Doch für diesen Weg hat man sich einfach viel zu wenig Zeit genommen", so die Sportlerin.

Verwendete Quellen:

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