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Edin Hasanovic: "In was für einer Welt leben wir eigentlich?"


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"In was für einer Welt leben wir eigentlich?"

Von t-online, sow, rix

Aktualisiert am 12.08.2020Lesedauer: 6 Min.
Edin Hasanovic bei der 40 Verleihung des Jupiter Award 2019 im Restaurant The Grand Berlin 27 03
Edin Hasanovic bei der 40 Verleihung des Jupiter Award 2019 im Restaurant The Grand Berlin 27 03 (Quelle: S. Gabsch / Future Image / imago images)
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Sein neuestes Projekt spielt in der Zukunft. Das hat Edin Hasanovic zum Grübeln gebracht. Im Interview hat der Schauspieler nun über seine Bedenken gesprochen und verraten, warum es ihm egal ist, wenn Alexa heimlich mithört.

Er spielte in Filmen wie "Schuld sind immer die Anderen" oder Serien wie "Skylines" mit. Jetzt hat sich Edin Hasanovic auf neues Terrain begeben. Der Schauspieler hat ein Hörbuch eingesprochen und über 30 verschiedene Rollen spielen müssen.

In "Neopolis: Die Stadt aus Licht" geht es um einen begeisterten Gamer, der sich einen großen Traum erfüllt. Nick Bartholomäus reist in eine Metropole, die für uns kaum vorstellbar ist – eine halb reale, halb virtuelle Welt, in der digitale Dschinns als virtuelle Assistenten einem das Leben erleichtern und alle Wünsche erfüllen sollen.

Natürlich spielt diese Geschichte in der Zukunft. "Neopolis" ist uns 28 Jahre voraus, sie spielt im Jahr 2048. Zu diesem Zeitpunkt wäre Edin Hasanovic bereits 56 Jahre alt. Im Interview mit t-online.de verrät der Schauspieler, vor was er in der Zukunft am meisten Angst hat, welche Situation aus der Vergangenheit für ihn am prägendsten war und wieso es ihm egal ist, wenn Alexa und Siri mithören.

t-online.de: Herr Hasanovic, Sie haben ein neues Hörbuch eingesprochen. Waren Sie denn in der Schule schon ein guter Vorleser?

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Edin Hasanovic: Absolut. Bei einem Hörbuch ist es allerdings so, dass man nicht nur vorliest, sondern auch richtig spielen muss. In "Neopolis" musste ich 30 Rollen selbst sprechen. Die Herausforderung dabei war, dass der Zuhörer dann auch den Unterschied zu jeder einzelnen Rolle hört. Aber ja, Lesen war schon immer ein großes Thema bei mir.

Wurde Ihnen denn dann auch von Ihren Großeltern oder Eltern ganz klassisch vorgelesen?

Ja, da gab es tatsächlich eine Geschichte. Es war immer dieselbe Geschichte, die ich aber als Kind jedes Mal aufs Neue neu wahrgenommen habe. Für mich war das immer wieder ein totaler Spaß, obwohl ich die Geschichte schon so oft gehört hatte.

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Heute liest Ihnen vermutlich niemand mehr vor. Hören Sie denn dann selbst Hörbücher zum Einschlafen?

Es darf nicht zu ruhig sein, weil dann mein Kopf zu laut wird. Die Geschichten dürfen auch nicht zu dramatisch sein, aber um ehrlich zu sein, liegt da meine Grenze ziemlich weit oben. Ich bin hart im Nehmen, zumindest hart im Hören.

Gibt es ein Genre, das Sie am liebsten hören?

Ich höre sehr gerne Verbrechens-Podcast – und absurderweise schaffe ich es, dabei einzuschlafen. Es gab aber auch ein, zwei Geschichten, die mich nicht haben schlafen lassen. Da musste ich dann einen anderen Podcast anmachen. Das war dann doch etwas zu aufwühlend. Es ging um einen Kindermord, und der wurde sehr detailliert erzählt.

Ihr neues Projekt geht eher in die Science-Fiction-Richtung. Was genau passiert in "Neopolis"?

Es geht um Nick Bartholomäus, einen 28-jährigen Spieleentwickler aus Berlin - Prenzlauer Berg. Er fliegt nach Neopolis, um sich dort einen Spielewettkampf in einer Arena anzusehen. Dort bekommt er durch Zufall einen Token in die Hand gedrückt, der ihm die größte Macht schenkt. Das führt letztendlich zu Problemen. Das ist eine Geschichte, die so authentisch ist und zu mir passt. Dieser Nick, das könnte ich sein – 28 aus Berlin-Prenzlauer Berg. Ich kenne die Gegend, dort bin ich zur Schule gegangen. Deswegen war das so nahbar. Auch wenn es Science Fiction ist, ist es so geschrieben, dass man denkt, dass einem das auch in der Realität passieren kann.

Auch wenn es Science Fiction ist, hat man an manchen Stellen das Gefühl, dass die Geschichte schon sehr gesellschaftsrelevant ist, oder?

Das Hörbuch regt einem zum Philosophieren an. Man fragt sich schnell, in was für einer Welt leben wir eigentlich und in welcher Welt werden wir leben? Das ist kein dumpfes Zuhören. Man setzt sich damit auseinander.

Mit was haben Sie sich während des Lesens am meisten auseinandergesetzt?

Als ich das Hörbuch zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich: Das ist doch total absurd, das ist viel zu krass. So werden wir natürlich nicht leben, dass wir den Maschinen und den Robotern so viel überlassen, aber dann ist mir aufgefallen, dass wir ja eigentlich mit Siri und Alexa schon in diese Richtung gehen. Mittlerweile kann ich mir schon vorstellen, dass das in 20 Jahren vielleicht auch so auf uns zukommen wird.

Finden Sie das befremdlich? Macht Ihnen das vielleicht auch Angst?

Am meisten Angst macht mir, dass wir in Zukunft wohl immer weniger denken werden. Ohne mein Handy wüsste ich zum Beispiel nicht, wie meine nächste Woche aussieht, weil ich mir meine Kalendereinträge nicht mehr merken muss. Ohne mein Navi wüsste ich nicht, wie ich jetzt nachhause fahren soll. Ja, das ist etwas, was ich befremdlich finde, was mir aber auch ein wenig Angst macht.

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Apropos Handy: Haben Sie sich mal einem Digital Detox unterzogen, quasi einer digitalen Entgiftungskur, in der Sie ihr Smartphone für mehrere Wochen weglegen?

Ja, das traue ich mich aber nur, wenn ich weiß, dass ich wirklich keine Termine habe und mir auch die Auszeit nehmen kann. Dann kann ich das Handy auch mal weglegen. Das tut dann auch total gut. Im Berufsleben wäre das jedoch nicht möglich.

Mit Alexa und Siri fühlen sich einige Menschen aber auch sehr überwacht. Wie geht es Ihnen damit?

In "Neopolis" ist es so, dass die Menschen, die auf der richtigen Seite des Gesetzes sind, entspannter leben können, weil die Verbrecher schneller gefasst werden. Gleichzeitig sind diese Menschen aber auch komplett transparent. Ich bin in dieser Hinsicht total entspannt. Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob mich Alexa abhört. Ich bin einer von 82 Millionen Menschen in Deutschland. Als ob das irgendjemand spannend finden würde, was ich da tue und sage.

Sie sprechen in dem Hörbuch mehrere Rollen. War das eine Herausforderung für Sie?

Die Herausforderung war riesig. Am Set habe ich ja quasi meinen ganzen Körper, die Stimme, Mimik und Gestik. Im Studio hingegen habe ich nur das eine Instrument – die Stimme. Das war wirklich nicht ohne für mich. Wenn ich zum Beispiel eine Frau spreche, dann soll das ja auch nicht albern klingen. Ich habe ein bisschen Angst. Ich habe gehört, dass die Hörbuch-Hörer sehr streng sind, vor denen bammelt es mir jetzt schon.

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Haben Sie denn während des Einsprechens Kritik einstecken müssen?

Absolut. Die gab es. Vom Regisseur wurde ich kritisiert und bewertet, der hat rein inhaltlich mit mir gearbeitet. Der Techniker hingegen hat jedes verschluckte T wahrgenommen. Versprecher gab es natürlich auch en masse. Der Mund will irgendwann nicht mehr so wie das Hirn. Eine Rolle musste ich zum Beispiel mit geheimnisvoller und gefährlicher Stimme sprechen, das ist mir am schwersten gefallen.

In "Neopolis" geht es auch um die Künstliche Intelligenz. Was für eine KI würden Sie sich erschaffen, wenn Sie könnten?

Entspannt wäre eine KI, die dir einfach alle Wünsche abliest, beziehungsweise deine Wünsche schon kennt, bevor du sie kennst. Das wäre natürlich sehr entspannt, wenn du nichts mehr organisieren musst, weil alles für dich übernommen wird. Andererseits ist das ja das, was mir Angst macht. Cool wäre aber auch, wenn ich mich selbst herstellen könnte, um mal einen Blick auf mich werfen zu können. Ich kenne mich selbst ja nur aus meiner eigenen Perspektive, aber wie sehen mich eigentlich die anderen?

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In "Neopolis" ist es auch möglich in andere Welten einzutauchen. Welche Momente würden Sie noch einmal aufleben lassen wollen?

In die Zukunft würde ich nicht reisen wollen, davor hätte ich zu viel Schiss. Ich würde gerne mal in die Vergangenheit reisen, zum Beispiel ins Mittelalter. Wie haben die Menschen dort gelebt? Wie war die Gesellschaft?

Und gibt es auch eine persönliche Situation, die Sie gerne noch einmal erleben wollen würden?

Ich kann mich noch an das Gefühl erinnern, als ich das erste Mal Fahrrad gefahren bin. Ich habe geübt, geübt, geübt und dann konnte ich auf einmal die Balance halten. Dieses Gefühl. Das würde ich gerne noch einmal erleben wollen. Das war irgendwie prägend. So prägend, dass ich das bis heute nicht vergessen habe.

Prägend war auch ihr Unfall vor zwei Jahren.

So ein schwerer Unfall lässt einen nicht los. Der Unfall hat mich vorsichtiger gemacht, obwohl ich damals ja gar nicht daran schuld war. Ich war nie ein Draufgänger, aber ich fahre jetzt noch bewusster. Erschreckend war damals aber auch mein erster Gedanke. Ich saß da blutüberströmt und dachte nur an meine Rolle in "Skylines". Ich sagte, dass meine Agentin Netflix Bescheid geben muss. Heute weiß ich, dass ich meine Prioritäten anders setzen sollte.

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Sind Sie nach dem Unfall denn auch für ein Tempolimit von 130 km/h?

Ich hatte den Unfall mit einem Golf-Buggy. Auch mit 7 km/h kann man schwere Unfälle bauen. Trotzdem müssen 200 km/h sicherlich nicht sein. Mit 250 über die Autobahn kann man sich sparen.

"Neopolis: Die Stadt aus Licht" ist ab dem 13. August bei Audible verfügbar.

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Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Edin Hasanovic
  • Instagram: Profil von Edin Hasanovic
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