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"In mir tobte die Angst, ohnmächtig vom Stuhl zu fallen"

Von Maria Bode

Aktualisiert am 01.10.2021Lesedauer: 6 Min.
Annett Möller: Die Moderatorin erlebte Panikattacken und hatte Ängste. Darüber hat sie jetzt ein Buch geschrieben.
Annett Möller: Die Moderatorin erlebte Panikattacken und hatte Ängste. Darüber hat sie jetzt ein Buch geschrieben. (Quelle: Isabel Grosser)
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Annett Möller hatte vor laufender Kamera ihre erste Panikattacke. Dabei sollte es lange nicht bleiben. Im Interview mit t-online spricht sie über ihre Ängste und den Sieg über diese.

Wie aus dem Nichts breitet sich ein unangenehmes Gefühl im Körper aus, lenkt alle Aufmerksamkeit auf sich. Das Herz klopft wild, die Hände zittern, Übelkeit kommt auf und möglicherweise auch Schwindel. Dann der Gedanke an eine nahende Ohnmacht – oder ist es etwa doch ein Herzinfarkt? Nein, die Rede ist von einer Panikattacke. Eine solche erlebte Moderatorin Annett Möller live vor laufender Kamera. Und schließlich immer wieder. Sie lebte mit der ständigen Angst vor der nächsten Panik.


So hat sich Annett Möller verändert

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Im Interview spricht Annett Möller über ihren Kampf gegen Panikattacken und Ängste. Sie erzählt, wie es ihr heute geht. Inzwischen hat die 43-Jährige ihre psychischen Probleme im Griff, weiß auf ihre mentalen Bedürfnisse zu achten und will anderen Betroffenen auf verschiedenen Wegen helfen.

t-online: Sie hatten Panikattacken und Ängste. Wie sahen diese aus?

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Annett Möller: Bevor ich meine erste Panikattacke erlebte, hatte ich nie Probleme in dieser Hinsicht. Sie erwischte mich eiskalt im Studio während einer kurzen Livesendung. Sie kam wie aus dem Nichts. Ich hatte danach zum Glück eine Auszeit und hoffte, mich davon erholen zu können. Als ich nach zwei Wochen wieder auf Sendung ging, hatte sich dieses Erlebnis so tief eingebrannt, dass ich voller Angst vor der Kamera saß. Nach außen war ich vollkommen cool, innerlich tobte in mir ein Kampf und die Angst, ohnmächtig vom Stuhl zu fallen.

Wann hatten Sie Ihre letzte Panikattacke?

Damals auf Sendung 2009. Das, was danach kam, waren keine urplötzlichen Panikattacken. Es war eine enorm große Angst, dass diese Panik, dieses schreckliche Gefühl gleich umzukippen und die Sendung nicht zu schaffen, wiederkommen würde. Und es kam. Selbst außerhalb der Sendungen.

Sie haben in Ihrem Buch im Zusammenhang mit Ihren Panikattacken auch von Selbstverleugnung geschrieben...

Ich habe lange dafür gebraucht herauszufinden, was eigentlich hinter meiner Panikattacke und der Angst steckte. Tatsächlich hatte ich mir wahnsinnig viel Druck gemacht, richtig gut in meinem Job zu sein. Der Druck kam gar nicht von außen. Da genoss ich das volle Vertrauen meiner Vorgesetzten. Ich selbst aber hatte Zweifel, die Richtige für den Job zu sein. Ich war der Meinung, es bräuchte doch ein Politikstudium und jahrelange fundierte Kenntnisse in der Politik, um diesen Job zu machen. Stattdessen hatte ich eine Schauspielausbildung, war mit einer Band weltweit unterwegs gewesen und trat noch wenige Jahre zuvor als Tänzerin auf. Etwas in mir sagte immer: Das kannst du nicht, das bist du doch gar nicht. Und tatsächlich wollte ich immer Unterhaltungssendungen moderieren, nicht die Nachrichten. Dennoch nahm ich die Chancen, die sich mir boten, immer wahr. Es waren ja auch großartige Möglichkeiten. Da schob ich meine inneren Zweifel einfach zur Seite.

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Annett Möller
Möller hat BWL studiert und eine Schauspielausbildung gemacht. Nebenbei absolvierte sie Praktika im Journalismusbereich. Möller war von 1998 bis 2003 Teil der Musikgruppe Fun Factory. Sie moderierte etwa "Guten Abend RTL" bei RTL Nord, später stand sie für "Der Morgen bei n-tv" und "n-tv Wissen" vor der Kamera. Ab 2008 war sie bei "RTL aktuell" zu sehen, wo sie von 2009 bis 2017 die Hauptvertretung von Peter Kloeppel war. 2018 wechselte sie zu Sat.1. Sie hat ein eigenes Modelabel und ist Mutter einer vierjährigen Tochter.

Haben Sie einen Tipp für mehr Selbstvertrauen?

Um sich mehr "selbst zu vertrauen", ist es aus meiner Erfahrung wichtig, sich selbst überhaupt zu erkennen. Herauszufinden, was sind meine tiefliegenden Bedürfnisse – nicht die der anderen, die ich versuche zu erfüllen –, wer, wie und zum Beispiel wo will ich eigentlich sein? Was ist mir dabei wichtig? Wie denke ich überhaupt über mich und wie möchte ich gern über mich denken? Es spielen unbewusst auch unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit in all das hinein. Und das ganz massiv. Erst wenn ich mich selbst richtig kenne, kann ich auch echtes, tiefes Selbstvertrauen entwickeln. Ich bin mir sicher, hätte ich mich damals schon so mit mir selbst auseinandergesetzt, dann wäre ich nicht in die Panikattacke gerutscht.

Als es losging mit Ihren Panikattacken, wollten Sie vom Arzt eine andere Diagnose als die tatsächliche. Was macht/e es so schwierig, darüber zu sprechen, dass man sogar lügen würde?

Ich glaube, es ist bei vielen Menschen die Angst von anderen missverstanden, vielleicht als labil, unfähig oder sogar verrückt abgestempelt zu werden. Ich wollte meinen Job damals unbedingt weitermachen. Daran bestand für mich kein Zweifel. Ich war damals der Meinung, mich zu offenbaren, würde mich selbst schwächen und man würde mir vielleicht nicht mehr das Vertrauen entgegenbringen, dass ich den Anforderungen auch gerecht werde.

Warum schämt man sich für Ängste?

Ich finde, in unserer Leistungsgesellschaft geht es doch meistens hauptsächlich darum zu funktionieren, Ergebnisse zu liefern. Wer die richtige Ausstrahlung hat, kommt weiter. Wirke ich schwach und ängstlich, traut mir keiner etwas zu und ich werde vielleicht ausgegrenzt.

Die Gesellschaft scheint heute schon offener mit dem Thema psychische Gesundheit umzugehen. Was muss sich Ihrer Meinung nach aber noch ändern?

Noch immer traut sich kaum einer offen über seine Ängste zu sprechen. Da ist noch viel zu tun. Vorurteile weiter und stetig abzubauen wäre wichtig. Ich habe jahrelang bewiesen, dass man doch auch mit Ängsten erfolgreich sein kann. Vielleicht ist das ein weiteres gutes Beispiel, um zu zeigen, dass dennoch alles möglich ist. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und bin der Meinung, dass man noch viel früher ansetzen muss. Ich bin davon überzeugt, wenn wir uns mehr mit uns selbst auseinandersetzen – wie schon zum Thema Selbstbewusstsein beschrieben – können wir vielen psychischen Problemen aus dem Weg gehen beziehungsweise einfach viel besser damit umgehen. Ich bin dafür, dass schon in Kitas und Schulen Mental-Health-Programme angeboten werden, ein Unterrichtsfach für den "achtsamen Umgang mit uns selbst" zum Beispiel. Das würde sicher auch dazu beitragen, dass Kinder zu selbstbewussten und selbstsicheren Erwachsenen heranwachsen, die miteinander respektvoll umgehen.

Inwiefern sehen Sie sich als Prominente dafür verantwortlich, sich für seelische Gesundheit einzusetzen?

Ich bin davon überzeugt, dass ich mit der Kombination aus meiner Geschichte, den Expertenstimmen und dem umfassenden Selbsthilfeteil im Buch vielen Menschen eine Hilfe sein kann. Ich hätte so ein Buch damals gebraucht, auch neben der Therapie, um mich selbst immer wieder aus den dunklen Gedanken herausziehen und die Angst wirklich irgendwann verabschieden zu können.

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Durch die Pandemie sind psychische Probleme noch häufiger geworden, Therapieplätze sind rarer als sonst. Sie sind inzwischen eine systemische Coachin. Haben Sie einen Tipp, wie man sich selbst helfen kann, wenn man spürt, dass Ängste oder Panik hochkommen?

Pauschal kann ich nicht sagen, "das und das wird dir helfen, deine Angst loszuwerden". Ein wichtiger Schritt ist jedoch erst mal die Erkenntnis, dass die Angst nicht gefährlich ist, sondern eine normale körperliche Reaktion. Mit all ihren manchmal wirklich beängstigenden Symptomen. Das war damals für mich eine große Erleichterung. Und dann die Angst anzunehmen, den Kampf aufzugeben. Es ist okay, dass sie da ist, sie darf da sein. Sie ist ein Teil von mir, der mir etwas mitteilen will. Und was das ist, das sollte ich mir unbedingt anschauen.

Was haben Sie in dieser Zeit, in der Sie sich intensiv mit Ihrer psychischen Gesundheit beschäftigt haben, über sich selbst gelernt?

Ich habe mich selbst kennengelernt, meine unbewussten Bedürfnisse, meine inneren Anteile. Ich habe gelernt zu erkennen, warum ich mich wie fühle. Warum ich wie handele. Was das alles mit meiner Vergangenheit zu tun hat und wie ich es ändern kann, dass mich Dinge von früher noch als Erwachsene negativ beeinflussen. Heute bin ich in meiner Mitte und fühle mich rundum wohl mit mir selbst.

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Wenn Sie auf Ihr bisheriges Leben zurückblicken: Was würden Sie anders machen?

Ich bereue nichts. Ich bin heute genau da, wo ich sein will, und ich bin so, wie ich sein will. Ich hätte jedoch – aus heutiger Sicht – schon in jüngeren Jahren mehr auf meine mentale Gesundheit geachtet und mir Menschen gesucht, die mich, so wie ich es heute bei anderen tue, auf dem Weg begleiten und unterstützen.

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