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Liverpool-Superfan Campino: Viel Stress und Vorfreude

Von dpa
10.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Campino von den Toten Hosen brennt f├╝r den FC Liverpool.
Campino von den Toten Hosen brennt f├╝r den FC Liverpool. (Quelle: Sven Hoppe/dpa./dpa)
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Berlin/D├╝sseldorf/Liverpool (dpa) - Es gibt in Deutschland wohl keinen bekannteren Fan des FC Liverpool als Andreas Frege alias Campino (59), Frontmann der D├╝sseldorfer Punkrocker Die Toten Hosen.

Zum 40-j├Ąhrigen Bestehen der Band hat die Deutsche Presse-Agentur mit dem S├Ąnger ├╝ber seinen Lieblingsverein vor dem Saisonabschluss mit englischem Cup-Finale gegen den FC Chelsea (14.5.), Meisterschaft (letzter Spieltag 22.5.) und Champions-League-Endspiel gegen Real Madrid (28.5.) gesprochen. Und auch ├╝ber eine lange zur├╝ckliegende "Entgleisung".

Frage: Campino, lassen Sie uns ├╝ber Fu├čball reden. Vielleicht klappt es ja tats├Ąchlich, dass die Jubil├Ąumsfeier bei den Toten Hosen Ende Mai mit vier Titeln f├╝r Ihren FC Liverpool zusammenf├Ąllt. Wie f├╝hlt man sich derzeit als Reds-Fan?

Antwort: "Das ist f├╝r den Verein gerade eine unglaubliche Zeit und ich habe das Gef├╝hl, dass alle dieses Momentum auch verstehen. Allen ist bewusst, dass wir da etwas ganz Besonderes erleben. Ganz egal wie die Sache ausgeht: Das war schon jetzt eine bemerkenswerte Saison. Aber so kurz vor dem Ziel ist die Mannschaft nat├╝rlich hungrig. Ich als Fan, der das sehr nahe miterleben darf, war bei vielen Spielen live vor Ort, habe meine Karte f├╝r das FA-Cupfinale schon, f├╝r den letzten Saisonspieltag und auch f├╝r das Champions-League-Endspiel in Paris. Ich versuche, das in meine ganzen Tournee-Vorbereitungen einzubauen - entsprechend geht es auch bei mir gerade drunter und dr├╝ber. Aber ich bin voller Vorfreude."

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Frage: Und daf├╝r werfen Sie dann auch mal die "Flugscham" wegen der vielen Reisen ├╝ber Bord?

Antwort: "Ich hatte Gl├╝ck, war mehrere Wochen in England, da konnte ich immer mit dem Zug zu den Spielen fahren. Gott sei Dank habe ich diese Gewissenskonflikte diesmal nicht f├╝hren m├╝ssen. Aber das Thema bleibt nat├╝rlich im Raum. Ich zahle immer brav die Flugkompensation und verdopple sie sogar, um mir dann einreden zu k├Ânnen, dass ich mit Liverpool das Weltklima rette, aber das ist nat├╝rlich Quatsch. Nein, unter Vernunftsaspekten ist es eigentlich nicht zu rechtfertigen. Aber jeder muss ja irgendeine Macke haben, und ich versuche dann, auf anderen Gebieten ein verantwortungsvoller B├╝rger zu sein. Bei den Reisen nach Liverpool kriege ich das nicht hin."

Frage: Von Liverpool-Trainer J├╝rgen Klopp hie├č es mal, er lasse "Heavy-Metal-Fu├čball" spielen. Passt das, oder ist es f├╝r Sie doch eher Punkrock-Fu├čball?

Antwort: "Nein, Punk w├Ąre mir beim Fu├čball ein bisschen zu chaotisch (lacht). Das m├Âchte ich im Falle des FC Liverpool gern geordneter haben. Dann lieber Metal, wo die Leute ganz exakt auf den Click spielen und wo alles genau kalkuliert ist. Punk w├╝rde bedeuten: zu viel Chaos, immer nur mit dem Ball nach vorne zu rennen und nicht auf die Abwehr zu achten - das k├Ânnen wir gerade nicht gebrauchen. Das ist wirklich nur die letzte Waffe, wenn sonst gar nichts mehr hilft."

Frage: Fu├čball und Punkrock, das ist eine bew├Ąhrte Verbindung. Bei Ihnen und den Hosen am bissigsten mit dem Anti-FC-Bayern-St├╝ck von 1999 ("Nur eins wei├č ich hundertprozentig / Nie im Leben w├╝rde ich zu Bayern gehen"), das nun auch auf der Jubil├Ąumsplatte vertreten ist. Da bereuen Sie also offenkundig nichts.

Antwort: "Es geh├Ârt einfach zu unserer Historie dazu. Ich bin da jetzt nicht sonderlich stolz darauf, aber einer musste das ja damals tun, so waren es halt wir (lacht). Aber auch im S├╝den ist man ├╝ber diese Entgleisung inzwischen hinweggekommen und sieht das mit Humor. Wir waren damals mit Fortuna D├╝sseldorf in der dritten oder vierten Liga, Bayern M├╝nchen war f├╝r uns also nichts anderes als der Mond, der vom Hund angebellt wurde - und wir waren in dem Bild selbstverst├Ąndlich der Hund. Die L├Ącherlichkeit unserer Gr├Â├če im Verh├Ąltnis zu den Bayern, das hatte nichts Aggressives. Trotzdem f├╝hlten sie sich dort damals angegriffen, denn man will ja nicht nur der Beste sein, sondern auch von allen geliebt werden, und das klappt eben nicht immer. Aber selbst Uli Hoene├č hat irgendwann die Friedensfahne rausgeholt, und dann war's damit auch gut."

ZUR PERSON: Andreas Frege, K├╝nstlername Campino, ist seit 40 Jahren S├Ąnger der Toten Hosen, einer der popul├Ąrsten Rockbands des Landes. Im Juni wird der deutsch-britische Musiker aus D├╝sseldorf 60 Jahre alt - und hofft davor als langj├Ąhriger Verehrer des englischen Premier-League-Clubs FC Liverpool auf reiche Titel-Ernte.

Das Best-of-Album "Alles aus Liebe: 40 Jahre Die Toten Hosen" erscheint am 27. Mai auf vier Vinyl-Platten, Doppel-CD oder digital. Die Kompilation enth├Ąlt 43 Songs, davon sieben neue St├╝cke sowie Neuaufnahmen und Remixe bereits ver├Âffentlichter "Klassiker".

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