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Mehr als Stunk: Wie sich die britischen Royals und Meghan bekriegen

Mehr als Stunk im Königshaus  

Wie sich die britischen Royals und Meghan bekriegen

04.03.2021, 18:18 Uhr | dpa, mbo, t-online

Mehr als Stunk: Wie sich die britischen Royals und Meghan bekriegen. Queen Elizabeth II. und Herzogin Meghan bei einem Event in London 2018: Zwischen den Royals und den Königshausausteigern kriselt es. (Quelle: Chris Jackson/Getty Images)

Queen Elizabeth II. und Herzogin Meghan bei einem Event in London 2018: Zwischen den Royals und den Königshausausteigern kriselt es. (Quelle: Chris Jackson/Getty Images)

Der Palast befeuert durch sein derzeitiges Handeln schwere Vorwürfe gegen Herzogin Meghan. Der Riss innerhalb der Königsfamilie ist gewaltig. Doch was steckt dahinter?

Nach dem "Megxit" scheint es jetzt zu einer regelrechten öffentlichen Schlammschlacht zu kommen. Dem britischen Königshaus droht ein offener Bruch im engsten Zirkel, der sich zu großen Teilen in den Medien abspielt.

Auf der einen Seite: der Enkel der Queen, Prinz Harry, und seine Ehefrau, Herzogin Meghan. Ihnen gegenüber: Die Königin höchstpersönlich. Vom "Krieg der Familie Wales 2.0" sprechen Kommentatoren in London bereits – in Anlehnung an den öffentlichen Streit mit der verstorbenen Prinzessin Diana, Harrys Mutter, Schwiegertochter von Elizabeth II. und ehemalige "Princess of Wales".

Prinz Harry und Herzogin Meghan: Ein Ausschnitt aus ihrem Interview mit Oprah Winfrey. (Quelle: AP/dpa/Joe Pugliese/Harpo Productions)Prinz Harry und Herzogin Meghan: Ein Ausschnitt aus ihrem Interview mit Oprah Winfrey. (Quelle: Joe Pugliese/Harpo Productions/AP/dpa)

Auslöser für die neuerliche Krise innerhalb der Royal Family ist nun offensichtlich ein Interview von Herzogin Meghan und Prinz Harry mit der US-Starmoderatorin Oprah Winfrey, das in der Nacht zum Montag ausgestrahlt werden soll. Erwartet wird, dass Meghan scharf gegen den Palast schießt – und das Königshaus feuert präventiv zurück. Aber der Reihe nach.

"Angst, dass sich die Geschichte wiederholen könnte"

Denn die Verhältnisse innerhalb des Buckingham-Palastes sind schon seit über einem Jahr angespannt. Im Januar 2020 hatten Harry und Meghan entschieden, ihren royalen Pflichten zu entsagen und mit ihrem bald zweijährigen Söhnchen Archie in Meghans Heimat USA auszuwandern. Die Queen hatte ihnen eine einjährige Frist gesetzt, in der sie noch zurück ins Königshaus hätten kommen können. In diesem Februar wurde dann offiziell verkündet, dass es zu einer Rückkehr nicht kommen wird. Seine militärischen Ehrentitel, die ihm viel bedeuteten, hat Harry zurückgegeben. Auch royale Schirmherrschaften werden umverteilt.

Warum es überhaupt so weit kam, erklärte Prinz Harry kürzlich in einer TV-Show mit Moderator James Corden: Er habe seine eigene kleine Familie schützen müssen. In einem vorab veröffentlichten Clip aus dem Interview mit Winfrey betont Harry zudem: "Meine größte Sorge war, dass sich die Geschichte wiederholen könnte" – eine unmissverständliche Anspielung auf den Tod seiner Mutter Diana, die 1997 von Paparazzi verfolgt bei einem Verkehrsunfall starb.

Prinz Harry 1988 mit seiner Mutter Diana auf Mallorca (Quelle: IMAGO / ZUMA Wire)Prinz Harry 1988 mit seiner Mutter Diana auf Mallorca. (Quelle: IMAGO / ZUMA Wire)

Glaubt man Royal-Experten in London, ist um genau jenes noch nicht veröffentlichte Interview mit Oprah Winfrey nun ein heftiger Streit entbrannt. Einerseits wird kritisiert, dass das Paar an der Ausstrahlung des Interviews festhält, obwohl Prinz Philip, der 99 Jahre alte Ehemann von Queen Elizabeth II., seit mehr als zwei Wochen im Krankenhaus liegt. Am Donnerstag teilte der Palast mit, er habe einen medizinischen Eingriff am Herzen überstanden, bleibe aber zur Erholung und weiteren Behandlung noch einige Tage in der Klinik.

"Firma spielt eine aktive Rolle, Unwahrheiten aufrechtzuerhalten"

Andererseits muss der Palast fürchten, dass Meghan scharfe Geschütze auffährt. In einem weiteren Vorabclip, der in der Nacht zum Donnerstag veröffentlicht wurde, sagt Meghan: "Ich verstehe nicht, wie sie nach all dieser Zeit erwarten können, dass wir noch immer still bleiben, wenn die Firma eine aktive Rolle dabei spielt, Unwahrheiten über uns aufrechtzuerhalten." Auch Mitglieder selbst sollen das Königshaus gelegentlich als "Firma" bezeichnen. Dass Meghan die Royals ebenso bezeichnet, dürfte kein Zufall sein.

Ihre Aussage wirkt wie eine direkte Reaktion auf die Ankündigung des Buckingham-Palastes vom Mittwoch, Mobbingvorwürfe ehemaliger Angestellter gegen die Herzogin untersuchen zu lassen. Allerdings wurde das Interview bereits früher aufgezeichnet. Ehemalige Mitarbeiter hatten einem Bericht in der "Times" zufolge erzählt, von der Herzogin zu deren Londoner Zeiten gemobbt worden zu sein. Mit seinem Statement gab der Palast dem Thema die größtmögliche Umdrehung, wie der "Guardian" analysierte. Keine Rede mehr davon, dass Harry und Meghan "sehr geliebte Mitglieder der Familie" bleiben sollten, wie noch vor gerade einmal zwei Wochen in der offiziellen Mitteilung zum endgültigen "Megxit" beteuert wurde.

"Eine kalkulierte Schmutzkampagne"

Das Paar ließ die Anschuldigungen scharf zurückweisen. "Lassen Sie es uns als das bezeichnen, was es ist: eine kalkulierte Schmutzkampagne, die auf irreführenden und schädlichen Fehlinformationen basiert", teilte ihr Sprecher mit. Es sei kein Zufall, dass solche Vorwürfe kurz vor der Ausstrahlung des Interviews an Medien durchgestochen würden. Palast und Medien scheinen für sie schädliche Aussagen zu befürchten und ein negatives Licht auf die beiden Interviewten zu werfen. Bleibt spannend, was sie Oprah Winfrey tatsächlich alles erzählten.

Es ist eine verfahrene Situation, die einmal mehr zeigt, dass die öffentlich zur Schau gestellte innige Familienatmosphäre längst verflogen ist. In einem Jahrzehnt habe sie nie eine solch "offene Feindseligkeit" erlebt, sagte die Royalreporterin Victoria Murphy. Dass die Familie den Riss kitten kann, wirkt derzeit unwahrscheinlich.

Meghan scheint das durchaus bewusst zu sein. In dem vorab veröffentlichten Clip spricht sie auch von der Gefahr, die Beziehung mit ihrer Offenheit weiter zu belasten: "Wenn das das Risiko mit sich bringt, Dinge zu verlieren, denke ich... viel ist schon verloren gegangen." 

Aus dem Königshaus kam zunächst kein weiterer Kommentar. Dort herrschte demonstrativ "business as usual". Auf ihrem offiziellen Twitter-Kanal würdigte die Royal Family den internationalen Tag des Buches.

Verwendete Quellen:

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