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Wegen Berichten zur Hamas? BBC-Gebäude mit blutroter Farbe beschmiert


Sender massiv in der Kritik
Wegen Hamas? BBC-Gebäude mit blutroter Farbe beschmiert

Von t-online, sow

14.10.2023Lesedauer: 2 Min.
BBC-Gebäude in London: Polizisten stehen vor dem beschmierten Eingang.Vergrößern des BildesBBC-Gebäude in London: Polizisten stehen vor dem beschmierten Eingang. (Quelle: James Manning/dpa)
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Die BBC gilt weltweit als Institution im Journalismus. Doch an der Berichterstattung zum Krieg in Israel gibt es Kritik – und diese mündet nun in einem Farbanschlag.

BBC-Journalisten berichten rund um die Uhr aus Israel und Gaza, ordnen ein, klären auf. Der öffentlich-rechtliche Sender Großbritanniens macht seinen Job, könnte man sagen. Doch nicht nur das: Weltweit blicken andere Redaktionen auf das, was die BBC auf Sendung schickt, welche Nachrichten sie produziert. Das Programm ist renommiert, gilt als hochseriös. Nur ein Detail fällt dabei auf: Der Sender nennt die Hamas nicht "Terroristen".

Bei der BBC wird die Terrororganisation aus dem Gazastreifen wahlweise als "Militante" oder "Kämpfer" bezeichnet. Genau daran entbrennt immer lauter Kritik. Denn diese Wortwahl, so der Vorwurf, könne verharmlosend wirken. So sagte der britische Verteidigungsminister Grant Shapps jüngst: "Es wäre hilfreich, wenn die BBC die Dinge beim Namen nennen würde." Und zuvor forderte er den Sender auf, er müsse seinen "moralischen Kompass reparieren".

"Hamas sind Terroristen"

Vor wenigen Tagen sah sich die BBC zu einer Stellungnahme gezwungen. Am Mittwoch räumte man ein, dass es Beschwerden gegeben habe, weil der Sender nicht die Bezeichnung "Terroristen" für die Hamas verwende. In einer Erklärung hieß es: "In unserer Berichterstattung haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass die Hamas von vielen westlichen Regierungen, darunter auch dem Vereinigten Königreich, als terroristische Organisation geächtet wird."

Deshalb habe man auch Stimmen zu Wort kommen lassen, die die Hamas als "Terroristen" bezeichnet hätten. Dennoch bleibe man dabei, dies nicht selbst zu tun. Die Begründung: Die BBC wolle damit ihre "redaktionelle Unabhängigkeit" wahren. Ihre Rolle sei es, präzise zu erklären, was geschehe. Das Publikum könne sich selbst eine Meinung bilden. So seien die Sprachrichtlinien des Senders darauf ausgelegt, bei der "schwierigen und emotionalen" Thematik Terrorismus mit "bedeutenden politischen Untertönen" auf die "Sorgfalt beim Verwenden von Sprache, die Werturteile transportiert" zu achten.

Ob sich die BBC damit einen Gefallen tut, sei dahingestellt. Auch Premierminister Rishi Sunak kritisierte die Entscheidung. Er sagte: "Dies ist nicht die Zeit für Mehrdeutigkeit, wir sollten es als das ausrufen, was es ist." Sunak wurde mit den Worten zitiert: "Hamas sind Terroristen. Es obliegt unserem nationalen Rundfunksender, dies anzuerkennen."

Ein erstes offensichtliches Zeichen dafür, wie sehr diese Thematik auch in der Bevölkerung für Unruhe sorgt, ist seit der Nacht von Freitag auf Samstag am BBC-Gebäude in London zu sehen. Dort wurde die Fassade des Senders mit blutroter Farbe beschmiert. Eine Form des Protests gegen die BBC-Sprachregelung? Der Farbanschlag ereignete sich jedenfalls wenige Stunden vor einem geplanten Protestmarsch zur Solidarität mit den Palästinensern. Das Gebäude befindet sich in der Nähe des Startpunkts dieser Veranstaltung – und mit seinem auffälligen Rot wird die BBC nun den Vorbeiziehenden ins Auge stechen.

Verwendete Quellen
  • bbc.com: "BBC News, language used to describe Hamas in coverage of the Israel-Gaza conflict" (englisch)
  • Bilder von der Nachrichtenagentur dpa
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