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ARD-Plakataktion zur Themenwoche Toleranz stößt auf Kritik

"Sehr unglücklich und wenig reflektiert"  

Kritik an ARD-Plakataktion zur Themenwoche Toleranz

12.11.2014, 14:33 Uhr | dpa, AFP

ARD-Plakataktion zur Themenwoche Toleranz stößt auf Kritik. Viel Aufregung um Plakate der ARD-Themenwoche "Toleranz". (Quelle: Bayerischer Rundfunk)

Viel Aufregung um Plakate der ARD-Themenwoche "Toleranz". (Quelle: Bayerischer Rundfunk)

Das ging wohl daneben: Die ARD hat sich mit einer Plakataktion über Schwule, Zuwanderer und behinderte Menschen massive Kritik eingehandelt. Die Werbekampagne für die Themenwoche "Toleranz" sei "sehr unglücklich und wenig reflektiert", sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, dem "Handelsblatt" (Online). "Die Toleranzdebatte wird eine solche Kampagne nicht befördern."

Der Grünen-Politiker Volker Beck sagte, die Kampagne fühle sich an wie "kalter Wind aus Russland" - die ARD stelle die Existenz von Minderheiten in Frage. Die ARD wies die Kritik zurück.

Die ARD wirbt mit Fotos für die am Samstag beginnende Themenwoche. Eines der Bilder zeigt einen Mann, der einen anderen auf die Stirn küsst, dazu die Überschrift "Normal oder nicht normal?". Auf einem anderen Bild ist ein schwarzer Mann zu sehen, darüber steht die Frage: "Belastung oder Bereicherung?". Über einem Rollstuhlfahrer steht "Außenseiter oder Freund?" und über einem schreienden Kind "Nervensäge oder Zukunft?"

Mensch muss im Mittelpunkt stehen

Schneider sagte, beim Toleranzbegriff müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen, und es müsse um bedingungslosen Respekt gehen. Bei der ARD-Werbung für die Themenwoche werde aber "nicht nach dem Menschen, sondern nur nach seiner Nützlichkeit gefragt". "Ich halte die Poster-Serie daher für sehr unglücklich und wenig reflektiert. Die Toleranzdebatte wird eine solche Kampagne nicht befördern."

Beck forderte die ARD auf, die Kampagne zu überdenken. "Die öffentlich-rechtlichen Medien verlassen ihren gesetzlichen Auftrag, wenn sie Minderheiten in ihrer Existenz infrage stellen." Dass er sich als Homosexueller im Jahr 2014 in seiner Existenz infrage stellen lassen müsse, "hätte ich höchstens noch von einem unverbesserlichen rechten Rand erwartet. Muss ich mich wirklich fragen lassen, ob ich normal bin, muss sich ein Schwarzer die Frage gefallen lassen, ob er Belastung oder Bereicherung ist, ein Behinderter, ob er Freund oder Außenseiter ist?", sagte Beck dem "Handelsblatt Online".

ARD bekommt auch in sozialen Netzwerken Gegenwind

Natürlich sind auch auf Twitter diejenigen nicht weit, die das Thema heiß diskutieren.








ARD verteidigt sich: einen Nerv getroffen

Der verantwortliche Koordinator der ARD-Themenwoche, Hans-Martin Schmidt, erklärte, offenbar habe die ARD einen Nerv getroffen. Der Betrachter solle sich an den Aussagen auf den Plakaten reiben. "Intolerantes Verhalten wird oft von Äußerlichkeiten und Vorurteilen geprägt. Genau damit spielt die Kampagne." Eine gewisse Provokation habe die ARD in Kauf genommen, es solle sich aber niemand persönlich verletzt fühlen.

"Wir greifen mit der Plakatkampagne existierende Themen und Debatten auf, beziehen aber keine Position, sondern wollen Denkanstöße geben", erklärte Schmidt weiter. So habe sich die ARD im Vorfeld mit Vertretern der gesellschaftlich relevanten Gruppen zum Austausch getroffen. Und dabei sei bemängelt worden, dass es etwa im Umgang mit dem Thema Homosexualität keine vollkommene Normalität in Deutschland gebe. "Insofern greifen wir eine bestehende Debatte auf."




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