Sie sind hier: Home > Unterhaltung > TV >

"The Voice Kids"-Coach Lukas: "Das erste Fernsehformat, wo ich sein kann, wie ich bin"

INTERVIEWDeine Freunde  

"Wir sind auf jeden Fall die beiden, die keiner kennt"

18.02.2020, 15:11 Uhr
"The Voice Kids"-Coach Lukas: "Das erste Fernsehformat, wo ich sein kann, wie ich bin". Lukas Nimscheck und Florian Sump von Deine Freunde: Sie sind Teil der "The Voice Kids"-Jury. (Quelle: SAT.1 / Boris Breuer)

Lukas Nimscheck und Florian Sump von Deine Freunde: Sie sind Teil der "The Voice Kids"-Jury. (Quelle: SAT.1 / Boris Breuer)

Die Band Deine Freunde zählt zu den neuen "The Voice Kids"-Coaches. Mit t-online.de sprechen Lukas und Flo über Unabhängigkeit vom Rest der Musikbranche und Inspiration.

Florian Sump war früher Mitglied der Neunziger-Band Echt. Daher könnte er der einen oder dem anderen bekannt vorkommen. Lukas Nimscheck moderierte ein Jahr lang den "Tigerenten Club". Seit neun Jahren bilden die beiden gemeinsam mit DJ Pauly die Kinderband Deine Freunde und sind ab dem 23. Februar 2020 als Juroren bei "The Voice Kids" auf Sat.1 zu sehen. Sie ergänzen Lena Meyer-Landrut, Sasha und Max Giesinger als Coaches der Show.

Rapper Flo ist verheiratet. Mit seiner Frau hat er einen Sohn und eine Tochter. Lukas hat vor zwei Jahren seinem Ehemann das Jawort gegeben. Kinder haben die beiden bislang noch nicht. Inspiration holt sich die Band aber längst nicht nur vom eigenen Nachwuchs. Bei ausverkauften Konzerten und auf einem kunterbunten Instagram-Account zeigt die Gruppe, wie cool Kindermusik sein und dass man auch Erwachsene mit spielerischen Musikvideos begeistern kann. Im t-online.de-Interview gibt es genauere Erklärungen. 

t-online.de: Eure Band Deine Freunde existiert schon seit 2011 – wie kommt man darauf, eine Gruppe für Kindermusik zu gründen?

Flo: Ich habe fast zehn Jahre lang als Erzieher in einer Kita gearbeitet und war irgendwann einfach gelangweilt von dem, was für Kinder angeboten wird. Wir drei – also Lukas, DJ Pauly und ich – hatten dann gemeinsam die Idee, Musik für Kinder zu machen, die aber auch uns Erwachsenen gefällt, bei der es uns als Musiker nicht nervt, sie zu schreiben oder zu produzieren. Wir haben damit angefangen und schnell gemerkt, wie sehr uns das gefällt, wie viel Spaß wir dabei haben. Das hat sogar eine Art therapeutischen Effekt, weil auch der eigenen Kindheit Beachtung geschenkt wird. Da wird parallel noch was mit aufgearbeitet.

Lukas: Was wir machen, ist auch musikalisch sehr abwechslungsreich. Bei Erwachsenenmusik hat man viel mit Charts zu tun, rennt Trends hinterher und Algorithmen. Oft muss über Liebe geschrieben werden, zu diesem Thema gibt es ja wahnsinnig viele Songs. Bei uns geht es eben um das alltägliche "Aua", um "Cheese", um "Schokolade". Wir haben eine Themenvielfalt, die einfach richtig viel Spaß bringt. Es ist ein absolutes Herzensprojekt, auch wenn wir das nie haben kommen sehen. Es war kein riesiger Masterplan, es steckte keine riesige Plattenfirma dahinter. Aber jetzt ist es der schönste Hauptberuf der Welt geworden.

Inwiefern war es schwierig, sich als Kinderband in der Branche durchzusetzen? Wird man da auch manchmal belächelt?

Lukas: Ganz viele Musikerkollegen sind erstaunt über das, was wir machen. Wir finden in unserem Segment außerhalb des gewöhnlichen Musikmarktes statt. Unsere Fans sind im meisten Fall nicht auf Instagram unterwegs, weil sie dafür noch zu klein sind. Deren Eltern sind manchmal auf Facebook, aber auch nicht immer. Das heißt Social Media ist für uns kein Riesenthema, wir machen es aber trotzdem. Streaming ist auch nicht so ein großes Thema. Wir verkaufen noch ein paar CDs und unsere Touren laufen gut. Wir sind live sehr groß aufgestellt. Gerade spielen wir eine Tour mit 24 Shows und im Herbst noch mal eine mit fast 20. Das ist bei uns ein Riesending. Aber all das findet unter dem Radar der normalen Musikwelt statt. Das ist ganz lustig.

Flo: Und sehr angenehm ist es auch.

Lukas: Wenn wir dann unseren Kollegen erzählen, wie groß unsere Konzerte sind, dann wundern die sich manchmal. Da kommen mittlerweile so 5.000 bis 6.000 Leute, wenn wir eine große Show spielen. Wir hätten nicht gedacht, dass das mit Kindermusik geht.

Flo: Aber es geht sehr gut.

Warum erst jetzt "The Voice Kids"? Ihr seid ja eigentlich dafür prädestiniert.

Flo: Wir sind froh, jetzt bei "The Voice Kids" zu sein, weil es eine der besten Musikshows im deutschen Fernsehen ist. Eigentlich waren wir aber auch schon vorher komplett glücklich mit dem was wir machen, mit unserer Musik, unseren Tourneen. Wir suchen gar nicht immer unbedingt eine weitere Hochzeit, auf der wir mittanzen können. Wir haben unser Ding voll gefunden, lieben das und bauen das weiter aus. Dass vor einigen Monaten die Anfrage von "The Voice Kids" kam, hat uns ziemlich überrascht, weil wir eben keine erfolgreichen Mainstream-Persönlichkeiten sind, sondern eher nischig. Ich denke, man wird nicht bereuen, dass man uns dazu geholt hat, aber es ist doch eine mutige Entscheidung. Wir sind auf jeden Fall die beiden, die keiner kennt.

Aber bald kennen euch eben alle!

Lukas: Ja, wir haben uns vorher lange beraten, ob das das Richtige für uns ist, weil wir mit unseren jungen Fans eine große Verantwortung haben. Aber wir hatten ja in der letzten Staffel schon einen kurzen Auftritt bei "The Voice Kids". Da haben wir ein Talent überrascht, das einen Song von uns gesungen hat. Da haben wir gemerkt, was das hier für eine Produktion ist, wie gut auf die Kinder geachtet wird, dass es keine Show ist, in der irgendwer runter gemacht wird. Solche Castingshows gibt es ja durchaus auch. Deshalb waren wir uns sehr sicher, dass das gut zu uns passt.

Kam die Anfrage da direkt an euch beide oder wie habt ihr drei euch entschieden, dass gerade ihr zwei zu Coaches werdet?

Flo: Die Anfrage kam konkret an uns beide. Da war unser drittes Mitglied, DJ Pauli, aber auch sehr glücklich drüber. Der mag sowas gar nicht, geht auch nicht gern in Interviews mit uns. Für den wäre das hier der absolute Horror.

Lukas: Der ist einfach ein klassischer DJ und Produzent. Der redet nicht so gern und so viel. Wir telefonieren immer mit ihm und geben Updates. Er ist voll dabei und fiebert mit, aber eben auch froh, dass er den ganzen Trubel nicht mitmachen muss.

Ihr seid Trubel schon eher gewohnt. Flo, du warst früher Teil der Neunzigerjahre-Band Echt und du, Lukas, hast mal den "Tigerentenclub" moderiert. Trotzdem ist es noch mal etwas anderes Coach bei "The Voice Kids" zu sein. Musstet ihr euch da doll umgewöhnen?

Lukas: Nein, das ist jetzt das erste Fernsehformat für mich, wo ich wirklich komplett so sein kann, wie ich bin. Das ist ja im Fernsehen immer so leicht gesagt, dass man einfach real sein will. Im "Tigerentenclub" konnte ich das damals nicht. Da hatte ich das Gefühl, ich musste mich verstellen und viel vorsichtiger sein, konnte nicht alles sagen, was ich will. Hier bei "The Voice Kids" ist das nicht so. Eine Umstellung ist es schon, aber keine anstrengende, weil man einfach authentisch sein kann. Das ist sehr angenehm.

Welche Musik mögt ihr privat gern?

Flo: Alles! Wenn du dir unsere Alben anhörst, merkst du auch, dass da eigentlich alle Geschmäcker von diesen drei unterschiedlichen Personen mit einfließen. Bei mir ist es in erster Linie Hip-Hop und Rap, aber auch gerne elektronische Musik oder Pop.

Lukas: Wir bedienen uns ja auch in unserer Musik total. Wir sind da überhaupt nicht genremäßig festgelegt. Das ist das Großartige bei Kindermusik. Man muss keinem Hype hinterherrennen oder Trendsounds benutzen. Wenn wir sagen, wir machen eine Funknummer, dann machen wir eine Funknummer und die nächste Nummer kann auch gerne nach Boyband klingen und dann darfs auch mal Straßenrap sein. Das dürfen wir und da bedienen wir uns fleißig, wo wir nur können.

Flo: Wir haben einfach keinen Authentizitätszwang in der Musik und können machen, was wir wollen.

Vielen lieben Dank für das nette Gespräch!

Verwendete Quellen:

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal