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Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln

Von dpa
Aktualisiert am 08.08.2020Lesedauer: 2 Min.
Der Hutmacher (Johnny Depp) und Alice (Mia Wasikowska).
Der Hutmacher (Johnny Depp) und Alice (Mia Wasikowska). (Quelle: Peter Mountain/ProSieben/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Der Regisseur Tim Burton zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Exzentrikern Hollywoods, landet aber immer wieder Volltreffer. Seine Verfilmung von Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker "Alice im Wunderland" war 2010 ein Riesenerfolg.

Das Fantasy-Spektakel mit Mia Wasikowska und Johnny Depp in den Hauptrollen galt damals als erfolgreichster 3D-Film aller Zeiten. Die Fortsetzung "Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln", die an diesem Samstag um 20.15 Uhr auf ProSieben lÀuft, konnte 2016 diesen Triumph an den Kinokassen dann nicht wiederholen.

Burton war diesmal nur als Produzent an Bord, Regie fĂŒhrt James Bobin ("Die Muppets"), aber an den hinreißenden Zauber und spleenigen Charme des VorgĂ€ngers kann dieser halbherzige Nachklapp leider nicht anknĂŒpfen. Drehbuchautorin Linda Woolverton ("Der König der Löwen") war es nur in AnsĂ€tzen vergönnt, die Fantasy-Saga schlĂŒssig weiterzuerzĂ€hlen. Auf Wunder kann man als Zuschauer hier kaum hoffen.

Zu Beginn erleben wir Alice, wieder gespielt von Mia Wasikowska, die als KapitĂ€nin auf hoher See das Schiff ihres gestorbenen Vaters durch Sturm und Wogen lenkt. Wir haben es also mit einer emanzipierten, tatkrĂ€ftigen jungen Frau zu tun. Aber sobald Alice dann mittels des magischen Spiegels im Wunderland ankommt, ist sie eben wieder eher das kleine staunende MĂ€dchen - geschrumpft auf Normalmaß.

Sie trifft den verrĂŒckten Hutmacher (Johnny Depp), dessen strahlend orangefarbenen Locken vor Kummer weiß geworden sind. Der Arme vermisst seine Familie, Alice soll sie suchen. Also begibt sie sich zum finsteren Herrn der Zeit, gespielt von Sacha Baron Cohen ("Borat"), um mit der "ChronosphĂ€re", einer magischen Kugel, zurĂŒck in die Zeit zu reisen. Diese Wundermaschine mit ihren Hebeln und Zeigern Ă€hnelt ein wenig dem GefĂ€hrt aus dem Science-Fiction-Klassiker "Die Zeitmaschine" von 1960.

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So gibt sich der Film einen nostalgischen Anstrich, aber die VersatzstĂŒcke passen nicht recht zusammen. Es dominiert der bonbonbunte Kinderspaß mit weißen Kaninchen, Teetafel, Grinsekatze und den eierrunden BrĂŒdern Diedeldum und Diedeldei. Dazu passen dann mehr schlecht als recht die schaurigen Momente, fĂŒr die Sacha Baron Cohen als finsterer Herr der Zeit verantwortlich ist. Ein tickendes Geschöpf der Nacht, halb Mensch, halb Uhr, der fĂŒr jeden Lebenden eine eigene Uhr bereithĂ€lt, die unweigerlich ablĂ€uft.

NatĂŒrlich siegen am Ende die KrĂ€fte des Guten, die hasserfĂŒllte Rote Königin (Helena Bonham Carter) wird bekehrt, und Alice kehrt nach vielen Zeitreisen in ihre eigene Welt zurĂŒck. Als Zuschauer wird man allerdings das GefĂŒhl nicht los, nur eine gigantische Seifenblase mit viel heißer Luft gesehen zu haben. Wunderland ist anderswo.

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