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TV-Tipp: Lee Miller - Supermodel und Kriegsfotografin

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Lee Miller - Supermodel und Kriegsfotografin

30.08.2020, 00:02 Uhr | dpa

TV-Tipp: Lee Miller - Supermodel und Kriegsfotografin. Der deutsch-französische Kultursender Arte zeigt den Film "Lee Miller - Supermodel und Kriegsfotografin".

Der deutsch-französische Kultursender Arte zeigt den Film "Lee Miller - Supermodel und Kriegsfotografin". Foto: Claudia Kornmeier/dpa. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Das Bild eines Kollegen macht die Kriegsfotografin berühmt: Lee Miller sitzt am 30. April 1945 nackt in Hitlers Badewanne. Am Prinzregentenplatz 16 hat sie eine Pause eingelegt und den GIs, die sich in der Münchner Wohnung des Diktators einquartiert haben, ein Schnippchen geschlagen.

Die Amerikanerin hat sich im Badezimmer eingesperrt, David Scherman vom "Life"-Magazin drückt auf den Auslöser.

Es ist der Tag von Hitlers Suizid in Berlin, an dem sich Miller den Schmutz des Konzentrationslagers Dachau abwäscht, wo sie am Morgen, kurz nach dem Einmarsch der US-Befreier, Überlebende und Leichenberge fotografiert hat. Ihre dreckigen Stiefel stehen auf der weißen Matte vor der Badewanne.

Das Bild einer wunderschönen Frau in Hitlers Badewanne schließt einen historischen Kreis, sagt Millers Sohn Antony Penrose in der Arte-Dokumentation "Lee Miller - Supermodel und Kriegsfotografin" (Sonntag, 30. August, 22.15 Uhr). Es ist auch ein persönlicher Triumph für diese Frau, deren Biografie einen Hollywoodfilm füllen könnte.

Fotografin, Supermodel, Muse der Surrealisten: Lee Miller zählt zu den schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten des 20 Jahrhunderts. Die Arte-Dokumentation von Theresa Griffiths zeichnet mit Interviews von Zeitzeugen, Fotografen, Models und Angehörigen das Porträt eines unabhängigen Menschen, der für die Freiheit einen hohen Preis zahlt.

Früh hat die 1907 in Poughkeepsie bei New York geborene Miller die Fotografie entdeckt. Der Vater ist eine talentierter Amateurfotograf, der auch seine Tochter ablichtet - zum Teil in Posen, die die "Grenzen der Beziehung" verletzen, wie ihr Sohn heute sagt.

Entdeckt wird sie bei einem Autounfall in New York. Der "Vogue"-Herausgeber Condé Nast, der zufällig vorbeifährt, kommt ihr zur Hilfe, bald ist Miller auf dem Cover des Modemagazins. Lange hält sie es in New York nicht aus. Miller zieht nach Paris, wo sie sich dem Fotografen Man Ray, einem Begründer des Surrealismus, als Praktikantin aufdrängt. Beide werden ein Liebespaar, immer wieder wird sie von Ray abgelichtet. Aber auch sie schafft mit der Kamera Ikonen des Surrealismus.

Nach drei Jahren ist auch dieses Kapitel vorbei, sie trifft beim Skilaufen einen wohlhabenden Ägypter, den sie in Kairo heiratet. Das Leben im Luxus langweilt sie, Miller zieht es in die Wüste, wo sie Bilder von meditativer Schönheit schießt. Bei einem Urlaub in Paris lernt sie den englischen Kunsthistoriker Roland Penrose kennen, mit dem sie nach der Scheidung nach London zieht.

In der britischen Hauptstadt, die unter den deutschen Bombenangriffen leidet, greift Miller wieder zur Kamera, arbeitet auch als Model für die britische "Vogue". Chefredakteurin Audrey Withers überredet sie, für die Zeitschrift als Fotografin an die Kriegsfront zu ziehen. Hier entstehen Millers beste Bilder, die auch die Verbrechen der Nationalsozialisten dokumentieren - und in "Vogue" veröffentlicht werden.

Dann kommt der Frieden. Miller hat keine Ziele mehr, wird depressiv, verfällt dem Alkohol. Bis zum Lebensende 1977 wird sie auf einem Landgut in Sussex Leben, von ihren Freunden isoliert. Tausende Fotos verbirgt sie in Kisten auf dem Dachboden. Erst als Erwachsener wird ihr Sohn Antony die Sammlung finden und erschließen - und Lee Millers belastendes Geheimnis entdecken.

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