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Elektroauto: Experten kritisieren "Lobbyistenschreiben" übers E-Auto


"Hochgradig peinlich"  

Experten kritisieren "Lobbyistenschreiben" übers E-Auto

22.06.2021, 17:26 Uhr | dpa, mab, t-online

Elektroauto: Experten kritisieren "Lobbyistenschreiben" übers E-Auto. Strom tanken: Das CO2-Einsparpotential des Elektroautos sei falsch berechnet, sagen Wissenschaftler. Darüber tobt nun ein Streit. (Quelle: imago images/Imagebroker)

Strom tanken: Das CO2-Einsparpotential des Elektroautos sei falsch berechnet, sagen Wissenschaftler. Darüber tobt nun ein Streit. (Quelle: Imagebroker/imago images)

Hat sich die Politik beim Beitrag des Elektroautos fürs Klima grundlegend verrechnet? Ja, sagen 170 Wissenschaftler aus aller Welt. Jetzt erhalten sie starken Gegenwind.

Unter Wissenschaftlern ist eine Debatte über die CO2-Bilanz von Elektroautos entbrannt. Professor Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hatte zusammen mit Kollegen der EU-Kommission in einem offenen Brief einen grundlegenden Rechenfehler vorgeworfen. Professor Christian Rehtanz von der TU Dortmund kritisierte dies am Dienstag: "Der Brief ist hochgradig peinlich. Es ist ein wissenschaftlich verbrämtes Lobbyistenschreiben, welches krampfhaft versucht, die Kolbenmaschinen (Lehrstuhldenomination von Prof. Koch des KIT) zu retten."

Professor Martin Wietschel vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung schrieb in einem Beitrag für das Science Media Center, Koch stelle die Frage, ob für den von E-Autos verbrauchten Strom der CO2-Ausstoß des Strommix insgesamt anzusetzen sei oder aber der CO2-Ausstoß des Grenzstrommix, also zusätzlich nötigen Stroms. Es "gibt Argumente für beide Positionen". Wissenschaftlicher Standard sei aber die Verwendung der Durchschnittsemissionen. Denn Grenzstromemissionen ließen sich nicht klar zuordnen. Zudem könnten E-Autos künftig als flexible Speicher für überschüssige Wind- und Sonnenenergie dienen.

E-Auto könne Energiewende beschleunigen

Koch und andere Wissenschaftler hatten kritisiert, die CO2-Emissionen durch elektrische Verbraucher würden durch einen vereinfachten Mittelwertansatz viel zu niedrig berechnet. Patrick Jochem vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt schrieb: "Der Artikel greift einen validen Punkt auf", greife aber an einer Stelle zu kurz. Denn E-Autos könnten die Energiewende in der Stromerzeugung beschleunigen und zu negativen marginalen Emissionen führen, "insbesondere, wenn man die E-Pkw als mobile Speicher" in das Energiesystem integriere.

Deutschland auf Platz zwei beim E-Auto

Mit 453.000 verkauften Elektro- und Plug-in-Fahrzeugen im ersten Quartal ist Europa China mit 489.000 E-Autos dicht auf den Fersen. Und nach Ländern ist Deutschland heute sogar schon zweitgrößter E-Auto-Markt der Welt, mit fast 250.000 neu zugelassenen Elektroautos bis Ende Mai. VW gehört inzwischen zu den Treibern der Entwicklung. Bis 2030 will Volkswagen nur noch ein Drittel seiner Autos mit Benzin- oder Dieselmotor verkaufen. Mercedes-Benz und BMW peilen einen Anteil von etwa 50 Prozent an. Aber einen festen Termin für das Ende des Verbrenners wollen die Konzerne nicht festlegen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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