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Richtig reagieren auf Autobahn-DrÀngler

Von dpa
Aktualisiert am 30.01.2020Lesedauer: 2 Min.
Voll aggro? Egal! Auf provokant-aggressives Verhalten anderer steigen Verkehrsteilnehmer besser nicht ein.
Voll aggro? Egal! Auf provokant-aggressives Verhalten anderer steigen Verkehrsteilnehmer besser nicht ein. (Quelle: Jens BĂŒttner/dpa/dpa-tmn./dpa)
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Goslar (dpa/tmn) - Eine volle Autobahn. Von hinten nÀhert sich mit hohem Tempo eine schwere Limousine. Sie fÀhrt dicht auf, der Fahrer betÀtigt die Lichthupe und drÀngelt. Kaum hat er Platz, rast er vorbei, wenig spÀter dasselbe Spiel beim nÀchsten Fahrzeug.

"Ein typisches Beispiel von AggressivitĂ€t im Straßenverkehr", sagt ADAC-Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino. Manche nĂ€hmen Risiken zum eigenen Vorteil in Kauf, und zwar "ohne RĂŒcksicht auf Verluste".

Aus Sicht vieler Autofahrer ist das ein wachsendes Problem: In einer im Herbst 2019 veröffentlichten Umfrage des Instituts fĂŒr Demoskopie Allensbach beklagten 90 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmer eine zunehmende AggressivitĂ€t im Straßenverkehr. Derzeit befasst sich der Deutsche Verkehrsgerichtstag (VGT) mit diesem Thema.

Doch wie sollten Autofahrer reagieren, wenn ein anderer drĂ€ngelt oder rĂŒpelhaft fĂ€hrt? Im GesprĂ€ch mit dem dpa-Themendienst gibt ADAC-Experte Chiellino Tipps fĂŒr derartige Situationen.

Sich aufregen bringt nichts

Sich in einem solchen Fall aufzuregen, nĂŒtze nichts. "Stattdessen hilft Gelassenheit", meint der Verkehrspsychologe. "Man sollte sich auf jedenfalls nicht dazu hinreißen lassen, zum Beispiel hinter einem DrĂ€ngler herzufahren, ihn möglicherweise selbst zu ĂŒberholen und ihm dann einen Vogel zu zeigen."

Besser wÀre: "Durchschnaufen, weiter fahren lassen und wegatmen", sagt der Verkehrspsychologe. "Das gelingt zwar nicht immer, weil man oft selbst unter Zeitdruck steht, weil der Verkehrsraum immer enger wird und weil Konflikte sich hÀufen. Aber alles andere wÀre sehr risikoreich", sagt Chiellino.

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Von DrÀnglern nicht beeinflussen lassen

"Wer langsamer unterwegs ist als erlaubt, weil er zum Beispiel witterungsbedingt oder aus RĂŒcksicht auf FußgĂ€nger und Radfahrer vorsichtig und vorausschauend fĂ€hrt, sollte sich von aggressiven DrĂ€nglern nicht zu schnellerer Fahrweise provozieren lassen", rĂ€t der Experte. "Selbst wenn ein DrĂ€ngler sich dann Ă€rgert, darf das keine Rolle spielen." Verkehrssicherheit gehe vor.

Bei aggressivem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer können Autofahrer auch Anzeige erstatten. In der Praxis ist es aber nicht immer einfach, DrĂ€ngler auf diesem Weg zur Rechenschaft zu ziehen. "Man braucht Zeugen, sonst steht Aussage gegen Aussage", erklĂ€rt der ADAC-Fachmann. Man mĂŒsse darauf vertrauen, dass Verkehrsteilnehmer, die sich permanent aggressiv verhalten, durch Zivilstreifen, RadargerĂ€te oder andere Anlagen erwischt werden.

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