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Bußgeldkatalog: Mit diesen Strafen müssen Gaffer rechnen

Bis hin zum Gefängnis  

Gaffern drohen harte Strafen

06.02.2020, 08:32 Uhr
Bußgeldkatalog: Mit diesen Strafen müssen Gaffer rechnen. Gaffen nach einem Unfall: Das kann im Gefängnis enden. (Quelle: dpa)

Gaffen nach einem Unfall: Das kann im Gefängnis enden. (Quelle: dpa)

Sie behindern Rettungsarbeiten und attackieren Einsatzkräfte. Ihre Fotos von Verletzten oder Toten tauchen wenig später im Internet auf. Immer strenger geht die Polizei deshalb gegen Gaffer vor. Die Strafen können drastisch ausfallen.

Was Gaffen bedeutet, wissen wir sicherlich alle. Denn wann immer im Straßenverkehr ein Unfall geschieht, kann man es beobachten: Schaulustige drängen sich um die Unfallstelle und versuchen, einen Blick zu erhaschen oder ein Foto zu machen. Mancher Autofahrer bremst dazu sogar ab und riskiert so, einen weiteren Unfall zu verursachen. Andere bedrängen Rettungskräfte und greifen sie an.

Was sagt aber der Gesetzgeber? Er kann verschiedene Paragrafen anwenden, um Gaffer zu bestrafen. Zum Beispiel Paragraf 113 des Ordnungswidrigkeitengesetzes (OWiG). Darin wird das Gaffen so definiert:

  1. Ordnungswidrig handelt, wer sich einer öffentlichen Ansammlung anschließt oder sich nicht aus ihr entfernt, obwohl ein Träger von Hoheitsbefugnissen die Menge dreimal rechtmäßig aufgefordert hat, auseinanderzugehen.
  2. Ordnungswidrig handelt auch der Täter, der fahrlässig nicht erkennt, daß die Aufforderung rechtmäßig ist.

Hier ist auch geregelt, welche Konsequenzen dem Gaffer blühen: Im Fall von Absatz 1 ist es eine Geldbuße bis zu 1.000 Euro. Wenn Absatz 2 zutrifft, sind es bis zu 500 Euro. Daneben regeln verschiedene weitere Gesetze die Weisungsbefugnisse von Polizei und Feuerwehr. Diese Bußen scheinen in vielen Fällen nicht ausreichend abzuschrecken. Deutlich schwerer wiegen aber die Sanktionen, die das Strafrecht für Gaffer bereithält.

Strafrecht greift weitaus härter

Ein Foto oder ein Video vom Unfallort? Dann sollte niemand auf eine milde Buße hoffen. Denn das ist eine Straftat – und wird mit einer saftigen Geldbuße oder bis zu zwei Jahren im Gefängnis bestraft.

Ob das Foto oder Video im Internet veröffentlicht wurde oder nicht, spielt dabei übrigens keine Rolle. Nur auf den Auslöser zu drücken, genügt bereits. Wenn die Polizei den Gaffer dabei erwischt, darf sie außerdem sein Handy oder die Kamera einziehen.

Auch bei unterlassener Hilfeleistung droht eine hohe Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe (bis zu einem Jahr). Das gilt unter Umständen selbst dann, wenn bereits Rettungskräfte am Unfallort eingetroffen sind.

Unfallgaffer: Diese Strafen drohen. (Quelle: t-online)Unfallgaffer: Diese Strafen drohen. (Quelle: t-online)

Haftung bei Folgeunfall

Häufig kommt es nach Unfällen zu einem Folgeunfall auf der Gegenspur, weil Gaffer plötzlich abbremsen oder auf andere Autos auffahren. In diesem Fall kann der Gaffer haftbar gemacht werden.

Verwendete Quellen:
  • bussgeldkatalog.org
  • Ordnungswidrigkeitengesetz
  • Nachrichtenagentur SP-X
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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