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Auto – Tesla: Womit der Börsen-Liebling wirklich sein Geld verdient

Abgasfreier Branchen-Primus  

Womit Tesla wirklich sein Geld verdient

28.11.2020, 10:05 Uhr
Auto – Tesla: Womit der Börsen-Liebling wirklich sein Geld verdient. Tesla-Showroom auf dem Berliner Kudamm: Allein mit dem Verkauf von Autos hätten die Kalifornier bis heute noch kein Geld verdient. (Quelle: imago images/Schöning)

Tesla-Showroom auf dem Berliner Kudamm: Allein mit dem Verkauf von Autos hätten die Kalifornier bis heute noch kein Geld verdient. (Quelle: Schöning/imago images)

Mit sauberen Autos zum Börsen-Liebling: Die beeindruckende Tesla-Erfolgsgeschichte ist fast zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich kommen die Gewinne des Shooting Stars aus anderen Geschäften.

Ein Börsenwert von knapp 500 Milliarden US-Dollar, ein Kursplus von deutlich mehr als 600 Prozent – allein innerhalb eines Jahres: Der Run auf die Tesla-Aktie hat viele Leute unvorstellbar reich gemacht. Allen voran natürlich CEO Elon Musk (49). Sein Vermögen beträgt inzwischen 108 Milliarden Euro. Sie wissen es natürlich, aber trotzdem: Das sind einhundertachttausend Millionen Euro. Etwa zweimal der Staatshaushalt von Ungarn.

Immer wieder neu entfacht wurde der Boom durch die jüngsten Quartalszahlen. Fünfmal in Folge konnte Musk einen Gewinn präsentieren – nachdem zuvor die Zahlen stets rote waren. Die Aktionäre setzen darauf, dass Tesla mit seinen Elektroautos und Batterien viel Geld verdienen wird. Davon aber ist das Unternehmen weit entfernt.

Woher der Tesla-Gewinn kommt

Tatsächlich sprudeln die Gewinne aus einer ganz anderen Quelle: aus dem Verkauf von Umweltzertifikaten – ein schöneres Wort für Verschmutzungsrechte. Vereinfacht gesagt, verdient Tesla also Geld durch die schlechte Umweltbilanz seiner Konkurrenten.

Wer nämlich solche Abgasrechte kauft, kann dadurch – zumindest auf dem Papier – die eigene Klimabilanz verbessern und Strafzahlungen wegen zu hoher Abgaswerte verhindern oder zumindest senken. Da Tesla ausschließlich Elektroautos baut, die emissionsfrei fahren, kann der Hersteller seine Rechte ganz einfach zu Geld machen.

Allein dadurch belief sich Teslas Nettogewinn im vergangenen Quartal auf 331 Millionen US-Dollar (ca. 278 Millionen Euro) – mehr als doppelt so viel (plus 131 Prozent) wie im Vorjahresquartal. Ohne den Verkauf der Abgasrechte hätte Musk keinen Profit vermelden können, sagt der Analyst Garrett Nelson von der Wirtschafts-Newsseite "Marketwatch". Der Kursverlauf der Tesla-Aktie wäre wohl ein anderer geworden.

Im Gesamtjahr 2020 werden sich die Einnahmen aus diesem Rechtehandel gegenüber 2019 ungefähr verdoppeln, bestätigt Teslas Finanz-Chef Zachary Kirkhorn. Allein bis September lagen sie bei rund 1,2 Milliarden US-Dollar (nach 594 Millionen im Vorjahreszeitraum).

Warum der Emissionshandel zum Problem werden könnte

Letztlich macht also auch Tesla großen Profit auf Kosten der Umwelt – was vermutlich nicht jeden Anleger allzu nachdenklich stimmt. Vielleicht aber ein anderer Aspekt. Das Geschäftsmodell namens Emissionshandel könnte nämlich eines mit schwieriger Zukunft sein.

Schon kurz nach Beginn der Gewinnphase warnte etwa der Analyst Gordon Johnson vom Marktbeobachter GLJ Research, das Tesla-Geschäft basiere "auf geliehener Zeit". Denn noch sind die Kalifornier zwar der größte E-Autobauer der Welt. Aber auch die Konkurrenz rüstet um auf abgasfreie Autos. Dadurch wird sie weniger aufs Teslas Zertifikate angewiesen sein – oder gar mit ihren eigenen handeln. Musks derzeit einzige Gewinnquelle würde versiegen.

Dann hängen seine Zahlen stärker von seinen Autoverkäufen ab als bisher. Und die geraten durch die wachsende Konkurrenz auf dem Markt für E-Autos ebenfalls zunehmend unter Druck. Der Tesla-Aktie könnte es ähnlich gehen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur mid
  • auto-medienportal.net
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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