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Behörden legen VW-Diesel zwangsweise still – Besitzer ignorierten Rückruf

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Rückruf ignoriert  

Behörden legen erste VW-Diesel zwangsweise still

07.06.2018, 13:41 Uhr | dpa

Behörden legen VW-Diesel zwangsweise still – Besitzer ignorierten Rückruf. VW-Fahrzeug beim Software-Update: Autobesitzer in Hamburg und München hatten die Nachrüstung verpasst. Nun werden ihre Wagen stillgelegt. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)

VW-Fahrzeug beim Software-Update: Autobesitzer in Hamburg und München hatten die Nachrüstung verpasst. Nun werden ihre Wagen stillgelegt. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)

In der Abgasaffäre greifen nun auch die Zulassungsbehörden durch: Mehrere VW-Diesel mit Schummel-Software wurden aus dem Verkehr gezogen. Die Besitzer hatten den Aufruf zur Nachrüstung ignoriert.

In München und Hamburg haben die Behörden zum ersten Mal Diesel-Autos mit manipulierter Abgas-Software zwangsweise stillgelegt. Die Besitzer hatten auf die mehrfache Aufforderung zum Update der Motorsteuerung nicht reagiert. In Hamburg wurden zwei Wagen aus dem Verkehr gezogen, in München einer, wie die kommunalen Behörden auf Anfrage mitteilten. Betroffen sind VW- und Audi-Modelle der Baujahre 2009 bis 2014 mit dem "EA 189"-Dieselmotor mit illegaler Abschaltvorrichtung für die Abgasreinigung. Deutschlandweit drohen säumigen Besitzern solcher Dieselfahrzeuge in den kommenden Wochen Stilllegungen.

In der bayerischen Landeshauptstadt hat das Kreisverwaltungsreferat insgesamt sogar die Stilllegung bei 41 Fahrzeugen angeordnet, deren Besitzer ihre Fahrzeuge bislang nicht nachgerüstet haben. Allerdings läuft bei diesen Autos zum Teil noch eine letzte Gnadenfrist. "Bei lediglich einem Fahrzeug haben wir in dieser Woche die erste zwangsweise Außerbetriebsetzung durch die Polizei veranlasst", berichtete der Sprecher.

In Nürnberg handle es sich um etwa 30 Autos, sagte Steffen Keßler, Leiter der örtlichen Kfz-Zulassung. "Wir sind gerade in der Phase, dass wir die Halter anschreiben."

Autobesitzer ignorierten Rückrufaktion

Die Zwangsmaßnahmen treffen die Autobesitzer, die 18 Monate nach der Freigabe der Nachrüstung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) "trotz der mehrfachen Erinnerungen durch den Hersteller nicht an der Rückrufaktion teilgenommen haben", wie eine Sprecherin des bayerischen Verkehrsministeriums erläuterte.

Auch das Kraftfahrt-Bundesamt ist in der Abgasaffäre erneut eingeschritten: Nach von Audi gemeldeten "Auffälligkeiten" der Abgas-Software von 60.000 Oberklasse-Wagen der Typen A6 und A7 hat die Flensburger Behörde jetzt verpflichtende Rückrufe angeordnet – in Deutschland sind 33.000 der betroffenen Autos zugelassen. Laut Bundesverkehrsministerium handelt es sich um verbotene Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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