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Was Autofahrer ├╝ber Wasser wissen m├╝ssen

Von dpa
17.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Land unter: Wenn Autos so tief unter Wasser gestanden haben, sind schwerste Sch├Ąden zu erwarten.
Land unter: Wenn Autos so tief unter Wasser gestanden haben, sind schwerste Sch├Ąden zu erwarten. (Quelle: Bernd M├Ąrz/dpa/dpa-tmn/Archivbild./dpa)
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Berlin (dpa/tmn) - Autos sind gut gegen Regen, Sturm und Hagel gesch├╝tzt - solange der Niederschlag vor allem von oben kommt. Daf├╝r sorgt eine gut abgedichtete Karosserie. Bei Starkregen jedoch kann es schnell passieren, dass Stra├čen oder Parkpl├Ątze in der N├Ąhe von Gew├Ąssern ├╝berfluten und das Wasser gef├Ąhrlich hoch ansteigt.

"Spritzwasser ist nicht das Problem, da kommen Autos gut mit klar. Wenn jedoch Wasser ins Fahrzeug eindringt, k├Ânnen die Batterie und die Elektronik Schaden nehmen", sagt Katja Legner vom ADAC. "Das gilt f├╝r Verbrenner und Elektrofahrzeuge gleicherma├čen."

Wer aber zu schnell durch Wasser f├Ąhrt, riskiert, dass der Wagen aufschwimmt und die Bodenhaftung verliert. Normale Pkw und auch die meisten SUV sind dem ADAC zufolge nur f├╝r eine maximale Wassertiefe von 20 bis 25 Zentimetern bei langsamer Geschwindigkeit ausgelegt. "Steht das Wasser h├Âher, ist es nicht auszuschlie├čen, dass das Fahrzeug liegen bleibt", sagt Katja Legner.

Im Notfall hilft ein Rettungshammer

Weit dramatischer als die Sch├Ąden am Fahrzeug kann es f├╝r die Insassen werden, wenn ein Auto droht, unterzugehen. "Die gr├Â├čte Gefahr ergibt sich durch den Wasserdruck, der dann verhindert, dass sich die T├╝ren ├Âffnen lassen", sagt Frank Hachemer vom Deutschen Feuerwehrverband (DFV).

Wichtig sei deshalb, ein Fenster beziehungsweise das Schiebedach zu ├Âffnen - m├Âglichst bevor das Fahrzeug untergehe, sp├Ątestens aber beim Einsinken. "Das Wasser muss ins Fahrzeug hinein. Das kann ├╝berlebenswichtig sein, denn nur so gelingt ein Druckausgleich", sagt Hachemer.

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Da moderne Autos jedoch nur noch mit elektrischen Fensterhebern ausgestattet sind, hilft im Notfall nur noch ein Rettungshammer, um eine Seitenscheibe zu zertr├╝mmern. "Seitenscheiben lassen sich in der Regel auch einfacher einschlagen als die Frontscheibe, die aus Verbundglas besteht", sagt Hachemer. So einen Rettungshammer (Kosten: ca. 10 Euro), der meist auch einen Gurtschneider beinhaltet, haben allerdings nur die wenigsten Autofahrer an Bord.

Nicht durch unbekannte Gew├Ąsser fahren

Damit Autofahrer sich gar nicht erst in die Gefahr von m├Âglichen Hochwasserrisiken begeben, r├Ąt Frank Hachemer zu einer defensiven Fahrweise: "Kann man nicht absch├Ątzen und sehen, wie tief das Wasser an einer ├╝berfluteten Stra├če steht, sollte man lieber einen anderen Weg nehmen." Die Gefahr sei sonst gro├č, dass der Wagen an der tiefsten Stelle liegen bleibe - mit m├Âglicherweise dramatischen Folgen.

Besonders gef├Ąhrlich seien Unterf├╝hrungen, die mit Wasser vollgelaufen sind - denn hier sei die Wassertiefe besonders schwer abzusch├Ątzen: "Auch hier ist im schlimmsten Falle ein Ertrinken m├Âglich", sagt Hachemer.

Nach Hochwasser nicht mehr starten

Wird ein parkendes Fahrzeug von Hochwasser eingeschlossen, sind die Folgesch├Ąden zun├Ąchst schwer abzusch├Ątzen. "Wenn das Wasser bis ├╝ber den T├╝rschweller und sogar in den Innenraum eingedrungen ist, sind Sch├Ąden sehr wahrscheinlich", sagt Katja Legner. "In diesen F├Ąllen ist es ratsam, alle Bauteile, die mit Wasser in Kontakt gekommen sind, in der Werkstatt pr├╝fen zu lassen." Dazu z├Ąhle beispielsweise auch der Gurtstraffer.

"Der wichtigste Rat in solchen F├Ąllen: keine Folgesch├Ąden riskieren." Also das Auto gar nicht erst starten und bei Bedarf zum n├Ąchsten trockenen Ort schieben oder abschleppen lassen. Dann die Batterie abklemmen und den Wagen zur Werkstatt bringen lassen.

Je nachdem, wie hoch der Wasserpegel lag sei und wie lange der Wagen darin gestanden hat, sind schwere Sch├Ąden zu bef├╝rchten. Ist ein Fahrzeug einmal komplett untergegangen, muss man von einem wirtschaftlichen Totalschaden ausgehen, so Legner.

Die Teilkasko zahlt nicht immer

Wer von einem Hochwasserschaden betroffen ist, sollte in jedem Fall auch sofort seine Kfz-Versicherung kontaktieren. Die Teilkasko kommt f├╝r Sch├Ąden auf, die entstanden sind, wenn das Fahrzeug in einem Hochwassergebiet abgestellt wurde und keine M├Âglichkeit bestand, den Wagen rechtzeitig zu entfernen, erl├Ąutert Katja Legner.

Wer jedoch auf einer ├╝berschwemmten Stra├če unterwegs ist und dadurch Wasser in den Motor eindringt, wird den Schaden nur ├╝ber eine Vollkasko abwickeln k├Ânnen. Hier gelte das Fahrverhalten als Schadensursache, so Legner.

Warnschilder ernst nehmen

Durch Hochwasser gef├Ąhrdete Bereiche sind in der Regel durch entsprechende Warnschilder ausgezeichnet, sagt Frank Hachemer. In der N├Ąhe von Ufern gibt es oft auch solche, die mit Piktogramm eines st├╝rzenden Pkw und Wellen auf eine Hafenkante oder Uferbereiche hinweisen. Wer hier parkt, sollte den Wetterbericht beachten.

Generell hat die Gefahr durch ├ťberschwemmungen in Folge von Starkregen in den letzten Jahren zugenommen. Besonders hoch ist sie, wenn es ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum sehr warm ist. "Dann kann die Atmosph├Ąre mehr Feuchtigkeit aufnehmen und die Schauer fallen zum Beispiel bei einem Hitzegewitter besonders stark aus", sagt Sebastian Wache vom Wetterdienst Wetterwelt aus Kiel.

Von Starkregen sei die Rede, wenn mehr als 15 Liter pro Quadratmeter pro Stunde fallen. Wirklich extrem seien Niederschl├Ąge von 40 Liter oder mehr pro Stunde. Die gro├če Gefahr geht von der Menge an Niederschlag in so kurzer Zeit aus. Da es nicht selten vorher l├Ąnger trocken war, sind die B├Âden dann nicht in der Lage, das Wasser aufzunehmen. "Somit versickert das Wasser nicht und es kommt schnell zu ├ťberflutungen", sagt der Meteorologe. Auch die vielen versiegelten Fl├Ąchen in St├Ądten und Stra├čen lie├čen das Wasser schlecht ablaufen.

"Wei├če W├Ąnde" und chancenlose Scheibenwischer

Erwischen kann es jede Region, gleichwohl gibt es Gebiete, die eher betroffen sind. "Der Osten Deutschlands ist an sich eine eher trockenere Region mit weniger Starkregenereignissen. S├╝ddeutschland wiederum steht im Sommer auch unter dem Zustrom an Luftmassen aus dem Mittelmeer. Da ist die Luft feuchter und w├Ąrmer, was lokal zu starken Schauern f├╝hren kann", sagt Wache.

Autofahrer k├Ânnten fast von einer Sekunde auf die anderen in "wei├če W├Ąnde" geraten. Die bilden sich, wenn sich die Luft in den Schauerwolken sehr schnell abk├╝hlt. "Selbst die st├Ąrkste Stufe der Scheibenwischer kommt damit nicht klar und bei nicht angepasster Geschwindigkeit droht sehr schnell Aquaplaning", sagt Wache.

Dann gilt laut ADAC: Runter vom Gas und Licht einschalten. Dazu auf Spurrillen achten und versetzt zu ihnen fahren. Schwimmt das Auto auf: "Nicht lenken, nicht bremsen, nicht beschleunigen, keine hektischen Fahrman├Âver", r├Ąt der Autoclubonline: "Fahrzeug ausgekuppelt rollen lassen, Lenkrad gerade halten bis die Reifen wieder Kontakt zur Fahrbahn haben."

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