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"Geschichten, die zählen": Portal für Missbrauchsopfer gestartet


Portal für Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs gestartet

Von dpa, arg

19.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Ein Junge sitzt im Flur: Sexueller Kindesmissbrauch hat für die Opfer meist lebenslange Folgen.Vergrößern des BildesEin Junge sitzt im Flur: Sexueller Kindesmissbrauch hat für die Opfer meist lebenslange Folgen. (Quelle: fiorigianluigi/Symbolbild/getty-images-bilder)
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Sexueller Kindesmissbrauch war lange ein Tabuthema. Mit dem Internetportal "Geschichten, die zählen" wird Missbrauchsopfern nun eine Stimme gegeben und das Thema sichtbar gemacht.

Sexueller Missbrauch von Kindern war sehr lange ein Tabuthema - nun lassen sich Berichte von Opfern auf einem neuen Internetportal nachlesen. Veröffentlicht wurden sie am Mittwoch von der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs unter dem Titel "Geschichten, die zählen". Man wolle Betroffenen eine Stimme geben und ihre Erfahrungen sichtbar machen, betonte die Kommission.

Geschichten von Betroffenen

100 inzwischen erwachsene Menschen berichten, was ihnen als Kind angetan wurde. Die Schilderungen handeln von Gewalt, sexuellem Missbrauch in verschiedenen Formen, Vertrauensbrüchen und Hilflosigkeit.

Die Namen der Opfer aus beiden deutschen Staaten wurden geändert, nicht aber die Tatbestände: Übergriffe, Schläge und Vergewaltigungen vor allem durch Männer in Familien, Heimen, Sportvereinen, Schulen, Jugendorganisationen und Kirchengemeinden.

Die Täter waren überwiegend leibliche Väter, Stiefväter, Nachbarn, Erzieher, Betreuer, Sporttrainer und Pfarrer - die Opfer meist Mädchen und weibliche Jugendliche, aber auch Jungen, die Pädophilen ausgeliefert waren.

Fast alle Opfer machten die Erfahrung, dass sie in der Familie und von den Institutionen allein gelassen wurden. Hilfe kam manchmal erst über spätere Beziehungen und Therapien.

Die Berichte lassen sich filtern nach dem Umfeld der Taten, den Jahrzehnten von 1950 bis zur Gegenwart, Bundesrepublik und DDR sowie dem Geschlecht der Opfer. Die Kommission war 2016 von der Bundesregierung einberufen worden und veröffentlichte bereits mehrere Berichte. Bis heute meldeten sich fast 3000 Betroffene und Zeitzeugen.

Weitere Anlaufstellen und Portale

Weitere Fragen und Antworten zum Thema liefert beispielsweise das zentrale Portal der Bundesregierung zum Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Dort findet sich unter anderem auch ein Hilfe-Portal für Betroffene sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend.

Zudem bietet das Bundesfamilienministerium ein Kinderportal der Bundesweiten Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs an, das sich explizit an Kinder und Jugendliche richtet.

Darüber hinaus ist Ende November vergangenen Jahres auch die deutschlandweit erste Online-Suche für Frauenhäuser gestartet. Dort lassen sich anhand verschiedener Filter freie Plätze in Frauenhäusern in ganz Deutschland ermitteln.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
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